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Diese Roboter können dir beim Aufbauen von Ikea-Möbeln helfen

Forscher:innen aus Kalifornien haben ein System entwickelt, das sich den individuellen Aufbaupräferenzen anpasst. Es ist nicht das erste Mal, dass Roboter mit Ikea-Möbeln trainiert werden.

Von Eike Kühl
3 Min. Lesezeit
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Ikea-Möbel sind für manche Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. (Foto: Nattapat.J / Shutterstock)

Ikea-Möbel können selbst geübte Heimwerker:innen zur Weißglut bringen. Wer nicht schon mindestens einmal ein Teil falsch herum montiert hat oder vor der Rückwand eines Pax-Schrankes kapituliert hat, werfe die erste Schraube. Das Phänomen beschäftigt seit geraumer Zeit auch die Wissenschaft, oder genauer: die Robotik. Diverse Forscherteams trainieren nämlich Roboter, die beim Aufbauen von Ikea-Möbeln helfen können. Und nicht nur dort.

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Die jüngste Untersuchung kommt von einem Team der USC Viterbi School of Engineering in Los Angeles. Die Forscher:innen haben einen Roboterarm darauf trainiert, den Wissenschaftlern beim Aufbau eines Ikea-Regals jeweils das nächste gewünschte Bauteil zu reichen. Der Clou: Sie haben sich dabei nicht einfach an die offizielle Bauanleitung gehalten und die Arbeitsschritte einfach dem Roboter beigebracht. Stattdessen hat jeder der Probanden den Aufbau improvisiert. Manche haben zuerst alle Regalböden an eine Seite angebracht, andere haben zuerst die beiden Seitenteile an ein einzelne Brett geschraubt.

Beim zweiten Durchgang durfte dann der Roboter helfen. Ihm wurde, quasi als Starthilfe, gesagt, mit welchen Bauteilen die Probanden anfingen. Anhand dieser Information hat der Algorithmus mit ziemlich hoher Genauigkeit berechnet, welche Teile als nächstes benötigt werden – und sie den fleißigen Heimwerker:innen gereicht. Der Roboter konnte sich also deren individueller Arbeitsweise und Präferenzen anpassen, sagt einer der beteiligten Forscher im Gespräch mit Wired.

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Roboter sollen sich an die menschliche Zusammenarbeit anpassen

Schon in der Vergangenheit haben andere Teams Ikea-Möbel genutzt, um ihre Roboter schlauer zu machen. Vergangenes Jahr haben Wissenschaftler:innen der University of Southern California einen virtuellen Simulator erschaffen, in dem Roboter angewiesen wurden, aus verschiedenen Einzelteilen Möbelstücke zu bauen. Auch hier ging es um Improvisation: Das System sollte anhand der Beschaffenheit, dem Gewicht und der Struktur von Einzelteilen entscheiden, welche Teile zusammenpassen.

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Etwas genauere Anweisungen bekamen 2018 zwei Roboter der Nanyang Technological University in Singapur. Ihnen gelang es damit, völlig autonom innerhalb von 20 Minuten einen Ikea-Stefan-Stuhl zusammenzuschrauben. Mithilfe von 3D-Kameras und Drucksensoren konnten die beiden Roboter bestimmen, wie sie die Bauteile drehen müssen und wo die Löcher für die Schrauben sind. Durch leichte Schwingbewegungen konnten sie schließlich den Rahmen befestigen.

Bis ein Roboter bei uns zu Hause das Billy-Regal oder die Malm-Kommode zusammenschustert, dürfte es aber noch dauern. Tatsächlich geht es bei den gezeigten Experimenten weniger darum, dass die Roboter gezielt Möbel zusammenzubauen, sondern mehr um den Einsatz in Szenarien, wo sich Arbeitsschritte spontan ändern können. Das ist der Unterschied zu bestehenden Robotern in der Industrie, die etwa am Fließband darauf programmiert sind, ganz bestimmte Bewegungen zu machen.

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Doch gerade wenn es um die Zusammenarbeit mit Menschen ginge, die in ihren Bewegungen und ihrer Arbeitsweise individuell sind, sei es wichtig, dass auch die Roboter entsprechend darauf reagieren, heißt es vonseiten der Forscher:innen. Deshalb eignen sich Ikea-Möbel so gut als Trainingsobjekt: Keine zwei Menschen bauen die Möbel exakt gleich auf, selbst wenn sie sich an die Anleitung halten.

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wlorenz65
wlorenz65

Das im Video sind Dübel, da wird nirgendwo was zusammengeschraubt. Sobald sich da jemand draufsetzt, kracht das Teil zusammen.

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