
Folge drei der zehnten Staffel „Die Höhle der Löwen“: Karsten Kossatz präsentiert dem Vox-Publikum und der Jury sein Startup Independesk. Was dann folgte, war für den 29-jährigen Gründer „super cool“ – die Zuschauer und Zuschauerinnen bekommen eine spannende Verhandlung zu sehen.
Hier den ersten Teil des Interviews lesen.
Die Höhle der Löwen: Nach dem Pitch ist vor der Verhandlung
Kossatz beschreibt den Verlauf nach seinem Pitch so: „Ich bin reingegangen mit einem Angebot, ich wollte 150.000 für 15 Prozent der Anteile haben. Und dann haben sich die Löwen in der Sendung gegenseitig hochgehandelt. Das heißt, ich hatte ein Angebot vorliegen von Dagmar Wöhrl, ich hatte ein Angebot vorliegen von Nils Glagau und ich hatte ein Angebot vorliegen von Carsten Maschmeyer und Georg Kofler. Ralf Dümmel hat gesagt, er findet das super spannend, aber er ist raus, weil er natürlich sehr viel in Produkte investiert.“
Tatsächlich wollen Georg Kofler und Carsten Maschmeyer für den angepeilten Preis zusammen 25,1 Prozent der Anteile. Dagmar Wöhrl hätte gerne 18 Prozent, Nils Glagau würde bei 15 Prozent bleiben. Kofler und Maschmeier erhöhen ihr Angebot daraufhin auf 251.000 Euro für 25,1 Prozent, Wöhrl zieht mit 200.000 für ihre gewünschten 18 Prozent nach.
Independesk-Deal in der Höhle der Löwen: Mit seiner Forderung irritiert Gründer Karsten Kossatz
Kossatz bespricht sich telefonisch mit seinem Geschäftspartner Uwe Weinreich – der ihm nach einer kurzen Motivationsrede rät, hart zu verhandeln. Kossatz kehrt zurück ins Studio, er wendet sich an Maschmeyer und Kofler und fordert mehr als bislang zur Debatte stand: Insgesamt 200.000 Euro für 15 Prozent der Anteile zwischen beiden Löwen aufgeteilt. Der Vorschlag sorgt für Verblüffung in der Jury, nach einer kurzen Beratung schlagen die beiden Löwen allerdings ein – sie erhalten in der nächsten Investitionsrunde zusätzlich ein Vorkaufsrecht mit 20-prozentigem Discount.
„Dieses Hochhandeln hat mir auch noch mal gezeigt, was für eine Relevanz dieses Thema hat, und auch was für ein Potenzial. Dass da alle mitmachen wollten, ist natürlich etwas, was wahnsinnig stolz macht und auch froh, dass alle dieses Potenzial sehen“, so Kossatz.
t3n: Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie gemerkt haben, wie groß das Interesse tatsächlich ist?
Karsten Kossatz: Ich glaube, das war die maximale Überforderung, aber auch ein maximaler Fokus. Man wägt ganz schnell ab, und man muss da auch ganz viel auf sein Bauchgefühl hören, man darf da nicht erst groß vor sich selbst erörtern. Ohne jetzt zu esoterisch klingen zu wollen, man muss die ersten Schwingungen und wie man so miteinander geredet hat kurz wirken lassen, und dann gar nicht lange fackeln. In meinem Fall ging es darum, einen Gegenvorschlag zu machen, das hat ja geklappt – und dann war die Erleichterung riesig.
t3n: Hatten Sie vor der Sendung mit so einem großen Interesse gerechnet?
Karsten Kossatz: Naja, ich bin ja sehr überzeugt von Independesk. Sonst hätte ich da auch selbst nicht so viel reingesteckt und dafür gemacht. Ich hätte aber nicht gedacht, dass so viele Löwen auf einmal Bock haben, zusammen etwas zu machen.
t3n: Wie geht es denn jetzt nach dem Deal weiter?
Das Investment hat tatsächlich auch geklappt, das heißt die Verhandlungen waren sehr gut, sehr vertrauensvoll und sehr partnerschaftlich schon. Und jetzt sind wir eben alle zusammen im Boot und wir erfahren eine phänomenale Unterstützung von unseren Löwenteams. Also abgesehen von dem finanziellen Aspekt sind die wirklich so engagiert uns mit allem Möglichen zu unterstützen – das hätten wir im Leben nicht gedacht, dass da so ein krasser Support kommt, und das ist unglaublich wertvoll. Das ist etwas, das ich echt allen anderen Gründerinnen und Gründern auch mitgeben will, dass es vor allem diese Menschen sind, diese Investoren und Investorinnen, Persönlichkeiten, die an einen glauben und Dinge möglich machen, die sonst nicht möglich wären.
t3n: Kann man dazu schon etwas Konkreteres sagen?
Karsten Kossatz: Naja, ob das nun wirklich konkrete Intros zu potentiellen Partnern sind, ob es um die Unterstützung in rechtlichen Fragen geht, die Gestaltung von Investmentstrukturen … oder aber eben auch um einfach den Support, wenn es darum geht, noch mehr Spaces für uns zu finden. Intros zu großen Hotelketten gehören zum Beispiel dazu, das sind so Sachen, die einfach wahnsinnig hilfreich sind.
t3n: Was sind die näheren Zukunftspläne mit Independesk?
Karsten Kossatz: In einem Jahr wollen wir schon den Sprung ins europäische Ausland gewagt haben, in unsere Nachbarländer mit Blick auf Österreich und Schweiz, also die DACH-Region. Und wir wollen natürlich noch viel mehr Spaces dazugewinnen und allen Unternehmen, die hybrid mit uns arbeiten, dadurch einen guten Service bieten, dass die wirklich maximal flexibel sind – und sie so zum hybriden Arbeiten ermutigen.