Ratgeber

5 Berufe mit Zukunft: Nach diesen Fachkräften sucht die Hightech-Branche

Die vierte industrielle Revolution, auch Industrie 4.0 genannt, lässt völlig neue Jobs entstehen. Doch welche sind das überhaupt? Fünf Berufe mit Zukunft – inklusive Verdienstchancen.

Eigentlich ist die Prognose verheerend: Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums könnten bis 2020 weltweit mehr als fünf Millionen Arbeitsplätze der Automatisierung zum Opfer fallen. Roboter und 3D-Drucker werden demnach nicht nur für neue Geschäftsmodelle, sondern auch für Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt sorgen.

Industrie 4.0 als Jobkiller?

Nein, halten Fachleute aus der Industrie dagegen. „Wir haben in der Vergangenheit keinen Zusammenhang zwischen Automatisierung und Jobverlust festgestellt“, sagte beispielsweise Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Maschinenbauverbandes VDMA, im Gespräch mit der Wirtschaftswoche. Im Gegenteil: „Durch die Automatisierung werden neue Berufsbilder entstehen.“

Diese Hightech-Jobs haben Zukunft

Doch welche sind das überhaupt? So richtig weiß das noch niemand. Einig sind sich Experten nur in einer Sache: „Der Mensch wird auch in der vernetzten Fabrik seinen Platz haben, aber sein Tätigkeitsprofil wird ein ganz anderes sein als noch vor zehn Jahren“, sagt etwa Wolfgang Dorst vom Branchenverband Bitkom.  Gefragt seien vor allem Mitarbeiter, die die komplexe Vernetzung von Maschinen über die Fabrikgrenzen hinweg verstehen und steuern können. „Das sind Mitarbeiter, die über Disziplingrenzen hinweg ausgebildet sind, also Maschinenbauer mit Softwarekenntnissen oder Ingenieure, die programmieren können“, so Dorsch.

Wir stellen fünf Berufe vor, die in Zukunft gefragt sein werden.

1. Produktionstechnologe

Erst seit 2008 gibt es den anerkannten Ausbildungsberuf, der unter anderem von Trumpf, einem schwäbischen Hersteller für Werkzeugmaschinen, angeboten wird. Produktionstechnologen planen industrielle Produktionsprozesse und richten Fertigungsanlagen ein. Neben klassischen Prototyping-Aufgaben gehört auch die Programmierung von Anlagen zum Tätigkeitsfeld dieses Berufs.

Wurden 2014 bundesweit erst 146 Produktionstechnologen ausgebildet, ist bedingt durch die Digitalisierung von Fabriken künftig mit deutlich mehr Angeboten zu rechnen. Vor allem Automobilhersteller, Maschinenbauunternehmen und Logistikfirmen stellen lukrative Arbeitgeber mit Perspektive dar.

Das kannst du verdienen:

Bis es belastbare Zahlen gibt, wird es noch etwas dauern. Nach Schätzungen von Gehaltsvergleich.com sind aber Bezüge zwischen 1.700 und 4.468 Euro brutto möglich.

2. Data Scientist

Sucht man bei Siemens nach Stellen im Bereich Industrie 4.0, stößt man schnell auf den Data Scientist. Data Scientists sind die kreativen Köpfe hinter Algorithmen. Sie strukturieren große Datenmengen und stellen verwertbare Informationen für ihren Arbeitgeber zusammen. Ziel ist es, unbekannte Verknüpfungen zwischen Datensätzen zu finden, deren Auswertung zu neuen Produktivitätssteigerungen führen kann.

Die Ausschreibung von Siemens verwundert kaum: Fertigungsanlagen arbeiten zunehmend autonom und datengestützt. Zudem profitieren Datenspezialisten vom derzeitigen Run der Unternehmen auf Lösungen rund um Big Data, Machine Learning und Künstliche Intelligenz. Data Scientists bringen tiefe Programmierkenntnisse mit, aber auch das Hadoop-Ökosystem sollte kein Fremdwort sein. Ein Studium im Bereich Statistik, Mathematik oder Informatik ist essentiell.

Das kannst du verdienen:

Laut Glassdoor.de ist ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt von 52.000 Euro drin.

3. Automatisierungstechniker

Zwar ist der Ausbildungsberuf des Elektronikers für Automatisierungstechnik streng genommen nicht neu. Mit der Vernetzung von Fabriken und Fertigungsanlagen wird diese Berufsgruppe in Zukunft jedoch so gefragt sein wie schon lange nicht mehr. Automatisierungstechniker erstellen unter anderem Software für die Steuerungstechnik im Anlagenbau. Auch die Arbeit mit Sensoren im Bereich Internet of Things wird künftig zum täglichen Brot eines Automatisierungstechnikers gehören.

Das Profil? Ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Elektrotechnik, Nachrichtentechnik oder Informatik. Auch eine Weiterbildung kann die Tür zu diesem Beruf aufstoßen. Fundierte Kenntnisse in der Programmierung sowie der Inbetriebnahme von SPS- und Visualisierungssystemen gehören zum Standard. Interessant: Der Anlagenbauer Bertrandt sucht derzeit nach Automatisierungstechnikern mit „weltweiter Reisebereitschaft“.

Das kannst du verdienen:

Angaben von Gehalt.de zufolge gibt es im Schnitt zwischen 2.769 Euro und 3.931 Euro. Als Berechnungsgrundlage dienen rund 15.000 Gehaltsdatensätze.

4. Fahrzeugmechatroniker E-Mobilität

Wirtschaft und Politik sind sich einig: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Allein Volkswagen will bis zum Jahr 2025 nicht weniger als 30 Stromfahrzeuge auf den Markt bringen. Tesla, Apple und Google werden den Markt außerdem maßgeblich beeinflussen. Die Wartung und Instandhaltung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen wird also viel mehr an Bedeutung gewinnen.

Erkannt hat das unter anderem Bosch. Der Automobilzulieferer werde auch in zehn Jahren noch Mechatroniker brauchen, „nur mit mehr Kompetenzen im IT-Bereich als bisher“, sagte der Leiter Aus- und Weiterbildung bei Bosch der Stuttgarter Zeitung. Das Unternehmen bietet Lehrlingen seit vergangenem Jahr die Möglichkeit, die Ausbildung mit einem kombinierten Studium zum „Fahrzeugmechatroniker E-Mobilität“ zu verknüpfen. Übrigens: Studiengänge mit Schwerpunkt Elektromobilität bieten unter anderem die TU Chemnitz und die Universität Stuttgart an.

Das kannst du verdienen:

Das Studium wertet den Beruf auf, was sich auch im Gehalt bemerkbar macht. Zwischen 3.460 Euro und 5.213 Euro brutto sind laut Gehalt.de realistisch.

5. Roboterprogrammierer

Robotern eilt der Ruf voraus, Millionen Arbeitsplätze zu vernichten. Zumindest eine Berufsgruppe wird sich in Zukunft aber nicht über mangelnde Jobangebote beklagen können: Roboterprogrammierer. Im Mittelpunkt des Berufs steht etwa die Inbetriebnahme und Reparatur von Industrierobotern. Zudem kennen sich Roboterprogrammierer bestens mit den Betriebssystemen von Robotern aus und schreiben Software dafür. Umfangreiche Kenntnisse in Java sind unerlässlich.

Zugangsvoraussetzung für den Job ist eine technische Ausbildung, idealerweise mit Weiterbildung im Bereich Robotik oder Informatik. Die Spanne an Arbeitgebern reicht vom klassischen Maschinenbauer bis hin zum Automobilhersteller. Der globale Dachverband für Robotik geht übrigens von 900 000 Neuinstallationen bis 2017 aus.

Das kannst du verdienen:

Leider kann sich Gehalt.de nur auf rund 40 Datensätze berufen. Die Schätzung mit 2.703 bis 3.644 Euro ist also mit Vorsicht zu genießen. Ein 38-jähriger Nutzer gab zum Beispiel auch an, circa 4.700 Euro als Roboterprogrammierer zu verdienen.

Übrigens, vor einiger Zeit hat das Analyse-Unternehmen CareerCast in einer Studie zehn Berufe identifiziert, die zukünftig mit Einstellungsrückgängen rechnen müssen. Darunter: Postboten, Druckerei-Mitarbeiter und Holzfäller. Lies auch: „Vom Aussterben bedroht: 10 Berufe, die es bald nicht mehr geben könnte“

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3 Kommentare
Carlo

Kommt es nur mir so vor, oder werden diese „Zukunftsjobs“ schlecht bezahlt?

Sollte doch eigentlich zu wenig passende Kandidaten geben, oder?

Antworten
altmalo
altmalo

Das sieht so aus…

Antworten
Johannes
Johannes

Die Message beim „adblocken“ ist ja genial =D.
Es ist das Erste Mal das ich daraufhin den Adblocker für die Seite deaktiviert hab. Glückwunsch

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