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Ratgeber

841 Prozent mehr Sichtbarkeit: Fallstudie zeigt Best Practice für internationales SEO

Von 23 internationalen Domains auf eine – nicht gerade eine kleine Herausforderung. Unser Gastautor beschreibt sein Vorgehen in einer Fallstudie.

Die Vorüberlegungen

Im Zuge des Hypes um die jüngsten Veränderungen im Marketingbereich kann man die globalen Strategien eines Businesses leicht aus den Augen verlieren. Bei der Suchmaschinenoptimierung geht es darum, den Fokus der Qualität der Programmierung und des technischen SEO auf das gesamte Unternehmen zu lenken. Wie das funktioniert, wird in dieser Studie beschrieben.

Kenntnisse der Suchmaschinenoptimierung sind nur einer von mehreren wichtigen Faktoren, wenn es um internationales SEO geht. Eine Strategie zu erarbeiten ist normalerweise relativ einfach. Viel schwieriger ist es jedoch gute Kunden zu finden, die den Markt wirklich dominieren wollen und vor allem bereit sind Risiken einzugehen.

Picodi ist so ein Unternehmen. Das Risiko, über das wir hier sprechen, ist es, auf 23 Märkten zu versagen. Man kann nur erahnen, wie viel Vertrauen nötig war, um das gesamte Business der zuständigen Agentur an die Hand zu geben. Diese Case-Study zeigt, dass das tatsächliche Risiko manchmal darin liegt, nichts zu tun.

Dieser Artikel stellt eine Case-Study eines internationalen Unternehmens – picodi.com – vor und zeigt auf, wie dieses es schaffte, seine Stellung als Marktführer durch das Zusammenführen von 23 regionalen Domains in die Subdomains von picodi.com weiter auszubauen.

These

Die internationalen SEO-Maßnahmen sollten sich auf nur eine statt auf mehrere Domains konzentrieren, um deren SEO-Ergebnisse im Vergleich zu mehreren Domains exponentiell zu steigern.

Das Unternehmen

Picodi ist eine Smart-Shopping-Plattform, die aus einer Gutschein-Webseite entstand und eine sehr breite globale Abdeckung und Sichtbarkeit bietet. Die Firma wandelte sich von einem einzelnen Marktteilnehmer zu einem weltweiten Marktführer und durchlief bereits den Prozess der Umfirmierung.

Wie manche von euch wissen, ist die Gutschein-Nische eine der wettbewerbsintensivsten SEO-Verticals. Das Ziel von Picodi war es nicht nur in dieser Nische mitzuhalten, sondern auch die Stellung als Marktführer zu behaupten. Um das zu erreichen, bat Marketing-&-Analytics-Director Łukasz Gwozdz einen strategischen Blick auf ihre internationalen SEO-Maßnahmen zu werfen und die Punkte zu ermitteln, an denen noch Verbesserungspotenzial bestand.

Status Quo von Picodi

Picodi ist weltweit in 25 Ländern präsent. Bis vor Kurzem nutzten sie jeweils eine Domain pro Land. Hier ist eine Liste der Domains, mit denen wir gearbeitet haben:

LandVor der MigrationNach der Migration
TRhttp://indirimkodlarim.comhttps://www.picodi.com/tr/
BRhttp://codigosdesconto.com.brhttps://www.picodi.com/br/
CZhttps://slevovekody.com/https://www.picodi.com/cz/
SKhttps://zlavovekody.com/https://www.picodi.com/sk/
EShttps://picodi.es/https://www.picodi.com/es/
RUhttps://picodi.ruhttps://www.picodi.com/ru/
MXhttps://cuponesdescuentos.com.mx/https://www.picodi.com/mx/
ARhttps://picodi.com.arhttps://www.picodi.com/ar/
AUhttp://au.picodi.comhttps://www.picodi.com/au/
BYhttp://picodi.byhttps://www.picodi.com/by/
CLhttp://picodi.clhttps://www.picodi.com/cl/
COhttp://picodi.com.cohttps://www.picodi.com/co/
GRhttp://picodi.grhttps://www.picodi.com/gr/
IDhttp://picodi.co.idhttps://www.picodi.com/id/
MYhttp://picodi.myhttps://www.picodi.com/my/
NGhttp://picodi.com.nghttps://www.picodi.com/ng/
PHhttp://picodi.phhttps://www.picodi.com/ph/
PKhttp://picodi.pkhttps://www.picodi.com/pk/
ZAhttp://picodi.co.zahttps://www.picodi.com/za/
SGhttp://picodi.sghttps://www.picodi.com/sg/
THhttp://thailand.picodi.comhttps://www.picodi.com/th/
UAhttp://picodi.com.uahttps://www.picodi.com/ua/
VNhttp://picodi.vnhttps://www.picodi.com/vn/

Wie man sieht, folgten die TLDs und Markennamen keinem Muster. Einige der Domains waren Exact-Match-Phrasen, andere hatten brandbezogenen Bezeichnungen (zum Beispiel picodi.gr). Aus Sicht des Brand-Buildings war das nicht optimal.

Außerdem war es wirklich wichtig zu beachten, dass wir aus technischer Sicht alle Arten von Domains in dieser Zusammensetzung hatten:

  1. Subdomains, die schon auf picodi.com gehostet wurden (z. B. http://thailand.picodi.com)
  2. Exact-Match-Domains (z. B. codigosdesconto.com.br)
  3. Domains mit einer regionalen TLD (z.B. picodi.es)

Dies zeigt, dass keine der oben genannten Lösungen so effektiv war wie eine einzige globale Domain.

Migrationsstrategie und Vorteile

Ein paar Hintergrundinfos vorab: Picodi ist sehr ergebnisorientiert. Das Team ist immer auf der Suche nach möglichen Verbesserungspunkten. Wenn man sich die Struktur der Domains anschaut, wird einem sofort klar, dass die Migration aller Länder-Domains zu einer einzigen bei den vielen Problemen helfen würde, mit denen das Team täglich zu tun hat.

Das Hauptziel der Migration waren die Standardisierung der Marketing-Kommunikation und die Reduzierung der Instandhaltungskosten. Die Verbesserung von Traffic und Sichtbarkeit in dieser Größenordnung ist eine „Nebenwirkung“, die das Unternehmen nicht erwartet hatte. Als diese Vorgehensweise empfohlen wurde, erwartete Picodi zwar eine Steigerung der Sichtbarkeit, aber nicht in so einer Größenordnung.

Senkung der Instandhaltungskosten und des Arbeitsaufwands

Jede Webseite muss die folgenden Dinge jede Woche/jeden Monat immer wieder prüfen, abhängig davon, wie dynamisch ihre Nische ist.

  • Überprüfung von eingehenden Links
  • Überprüfung von strukturellen Problemen
  • Überprüfung des Servers
  • Überprüfung der Marke
  • Überprüfung der Daten von Google-Search-Console
  • Grafiken
  • Marketing-Kampagnen

Theoretisch ist das teuer und nimmt viel Zeit und Arbeitskraft in Anspruch. Praktisch werden diese Aufgaben meist vernachlässigt. Schnell wachsenden Organisationen fehlt es normalerweise an Zeit und Ressourcen, daher gehen solche Aufgaben schnell unter.

Zum Glück konzentriert sich diese Strategie nicht nur auf Kostensenkung, sondern auch auf die Beschleunigung des Wachstums.

Globale Marketing-Strategien, die lokale Maßnahmen fördern

Es ist immer empfehlenswert, eine klare globale SEO- und Marketing-Strategie zu haben. Diese Überzeugung entsteht aus Erfahrungen in der Arbeit mit vielen internationalen Organisationen. Theoretisch sollten lokale Teams näher am Kunden sowie am Produkt sein und damit großen Erfolg haben. In der Realität sieht es häufig so aus, dass kleinere, lokale Teams großen Problemen mit internen Richtlinien und Budgets sowie Zugang zu Entwicklern, Content-Schreibern und anderen Ressourcen gegenüber stehen. Ein globales Team kann diese Problemen ebenfalls haben, aber es gelingt ihm meist wesentlich besser, sie aus dem Weg zu räumen.

Das Zusammenführen aller Domains zu einer einzigen kann dabei helfen, die Marketing-Effekte entsprechend zu steigern. Das zeigt das folgende Beispiel.

Lokaler Erfolg fördert die globale Struktur

Nehmen wir an, Picodis Team in Russland hat tolle, virale Inhalte erstellt, die weltweit geteilt werden. Sie werden auf Picodi.com/ru veröffentlicht und ziehen tausende von Backlinks an. Der Content sowie die Backlinks fördern nicht nur die russische Webseite allein, sondern auch die gesamte Struktur.

Wenn wir noch einen Schritt weitergehen, können solche Inhalte Effekte im Bereich Link-Building ausweiten und die Kosten dafür sowie für das Content-Marketing massiv senken.

Was hat Picodi davon?

Picodi kann seine Marketing-Strategie nun klar kommunizieren und gleichzeitig kann die globale Struktur Vorteile aus lokalen Effekten ziehen. Toller Content in der Türkei kann zum Beispiel auch die Rankings in Australien verbessern.

Die Erfassung von Informationen wird Konkurrenten erschwert

Diese Idee ist einfacher, als sie klingt. Kurz gesagt – es ist wesentlich schwerer, die SEO-Auswirkungen einer internationalen Marke zu analysieren, als die einer kleinen Webseite.

Wenn nur eine Domain mehrere Länder anspricht, ist die Anzahl der Faktoren, die das Ranking einer Webseite „ausmachen“, derart kompliziert, dass es unmöglich für Konkurrenten wird, es zu kopieren/analysieren.

Hier sind die Hauptgründe dafür:

  • Das Linkprofil für picodi.com ist aufgrund der vielen umgeleiteten Domains recht schwer zu analysieren. Die meisten Tools werden nur eine geringe Prozentanzahl an Backlinks für picodi.com anzeigen.
  • Konkurrenten werden so gut wie keinen Nutzen daraus ziehen können, irgendeine lokale Domain im Vergleich zu picodi.com zu analysieren.
  • Die lokale Sichtbarkeit von picodi.com/XX wird immer von der gesamten Struktur beeinflusst. Ich denke, dass sie Konkurrenten davon abhalten wird, picodi.com als direkten Konkurrenten auf lokalen Märkten zu behandeln.

Das Risiko der Migration

Natürlich geht die Migration einer solch großen Struktur immer mit einem großen Risiko einher. Wir haben alle möglichen Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass es sich um eine klare Migration ohne offene Enden handelt. Es gibt eine endlose Anzahl an Risiken bei einem solchen Vorgehen und es ist nicht empfehlenswert, das zu Hause nachzumachen – ohne die Aufsicht von großartigen Entwicklern wie denen von Picodi, einer tollen Leitung (Łukasz Gwóźdź) und natürlich einer Agentur, die auf technische SEO spezialisiert ist.

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10 Reaktionen
Sebastian C.

Wer behauptet das das hier BlackHat ist, der hat noch nie BlackHat Techniken gesehen. Top Beitrag mit sehr schön gezeigter Schritt für Schritt Anleitung.

Antworten
Mattes

Wenn man nach "Rabatte Gutscheincodes Deutschland" etc. sucht findet man im relevanten Bereich ausschließlich .de Domains angezeigt - und nicht die hier besprochene Seite =( ... und das immerhin mit den wichtigsten Keys der auf .com umgezogenen Seite. Ein Erfolg? Wohl kaum. Denke das wird auch in anderen Ländern so sein, dass die Landesdomain auch im mehrsprachigen Bereich immer noch das stärkste Sprach-Signal ist

Antworten
Ray_Moulade

Schöner Artikel! Jedoch werden jetzt alle Mitbewerber die Strategie kopieren...

Antworten
Matthias - SEO Freelancer

Glückwunsch und vieLenz Dank für den ausführlichen Artikel.
Mit Black Hat hat da meiner Meinung nichts zu tun. Sondern wirklich Best Practise wie Mario schreibt.

Antworten
Björn Meyer

Schön geschrieben. Allerdings finde ich das Mode-Wort "technisches SEO" irgendwie komisch. Programmiert das technische SEO? Grüße Björn.

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Timo Fegeler

@Seboas
Was ist deiner Meinung "Black Hat SEO"?

Und meine Meinung zum Artikel:
Es wird geschrieben, dass Kosten gespart werden sollen - weniger Domains. Ich hoffe doch, dass die Domains nicht gekündigt werden, daher sehe ich bei den Domains keine Kostenersparnis.

Zudem würde mich interessieren, was besser funktionier. Eine .com-Domain für alle Länder mit Verzeichnis, wie im Artikel beschrieben und wie auch von Apple angewendet, oder eine Top-Level-Domain für jedes Land, wie bei Amazon, Zalando etc.

Antworten
Marius Sonnentag

Blackhat? Wohl eher Best-Practices!

Erstmal - super feiner Artikel, der altbewährtes bestärkt. Auch sehr schön, dass das Schrittweise Vorgehen aufgezeigt wird... und die Orca-Technik kannte ich noch gar nicht. Vielen Dank!

@TimoFegeler
Der Artikel zeigt doch, dass eine eigene Domain mit länderspezifischen Unterverzeichnissen einen enormen Sichtbarkeitsboost gibt, da sich das Linkprofil pro Land addiert und so insgesamt auf eine Domain bündelt.

Jeweils eine Domain pro Land "aufzubauen" ist viel aufwendiger, sprich benötigt mehr Ressourcen, um auch nur annähernd so ein rießiges Linkprofil zu bekommen. Das ist auch u.a. mit der Kostenersparnis gemeint und nicht die Kosten der Domains, die bei so einem Projektumfang getrost vernachlässigt werden können.

Amazon hat natürlich andere Ressourcen als wohl die meisten Unternehmen und u.a. mit ihrem eigenen Affiliate Programm eine ganz andere Strategie. Wobei man sagen muss, dass Amazon mit die ersten waren die aktiven Linkaufbau betrieben haben - siehe Eric Ward.

P. S. Daumen hoch, dass das berüchtigte Blackhat Tool Scrapebox eine positive Erwähnungen hat. Und danke an die Nennung der verwendeten Plugins, das gleiche könnte man sonst auch mit ScreamingFrog o.ä. erreichen. Falls man vor Scrapebox Angst hat...

Antworten
Sebos

Black Hat SEO, ick hör dir trapsen ...

Antworten
Mr. Curious

Warum?

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