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IT-Trends-Studie von Capgemini: Wo es bei der Digitalisierung noch hakt

#Digitalisierung im deutschsprachigen Raum – Eine Bestandsaufnahme von Capgemini. (Bild: Shutterstock)

Wie läuft’s mit der Digitalisierung in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Capgemini hat IT-Verantwortliche befragt. Eines der Ergebnisse: Die Stimmung ist ausbaufähig.

Für die IT-Trends-Studie erkundigt sich die Unternehmensberatung Capgemini regelmäßig bei mehr als 100 IT-Verantwortlichen von Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach dem Stand der Dinge. Die zentrale Frage: Wie weit ist und fühlt man sich in den deutschsprachigen Ländern in Sachen Digitalisierung? Diesmal hat die Analyse ergeben, dass die Unternehmen ihren Erfolg bei der Digitalisierung wie im Vorjahr durchschnittlich als „mittelmäßig“ einstufen.

Angesichts der großen Anstrengungen in diesem Bereich und der hohen Ausgaben für die Digitalisierung sei diese Bilanz „ernüchternd“, heißt es von den Studienautoren. Doch immerhin, als technologischer Trend zeige sich, dass mittlerweile mehr als zwei Drittel der Unternehmen intelligente Technologien einsetzen.

Ergebnisse der IT-Trends-Studie (Grafik: OBS/Capgemini)

Ergebnisse der IT-Trends-Studie. (Grafik: OBS/Capgemini)

Als „größten Erfolg der Digitalisierung“ nennen Firmen die Steigerung ihrer Effizienz, die Sicherung der eigenen Marktposition und die Verbesserung des Einkaufs- und Serviceerlebnisses der Kunden. Einzig: Neue Geschäftsfelder in der eigenen oder in anderen Branchen zu erschließen, fällt den meisten offenbar noch schwer, wie die Analyse nahelegt.

Als „wichtigste Maßnahmen für den Erfolg der Digitalisierung“ werden offenbar der Aufbau interdisziplinärer Teams mit Fach- und IT-Mitarbeitern sowie die gezielte Einstellung von Mitarbeitern mit dem entsprechenden Know-how gesehen. Außerdem halten es viele Verantwortliche offenbar für wichtig, die unternehmenseigenen Daten stärker zu vernetzen und zu analysieren sowie die Cloud-Kapazitäten auszubauen. Diese drei Punkte haben in ihren Augen an Bedeutung gewonnen.

Intelligente Technologien: Wenig intensive Nutzer

Mit den genannten Maßnahmen im Rahmen der Digitalisierung schaffen viele Unternehmen natürlich auch die Voraussetzungen für den Einsatz intelligenter Technologien wie Machine Learning, Bilderkennung oder Natural-Language-Processing. Rund 70 Prozent der Befragten setzen sie schon ein, mehr als 50 Prozent allerdings nur in geringem Umfang. Zu den knapp 19 Prozent intensiver Nutzer gehören vor allem Konzerne und größere mittelständische Unternehmen.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business-Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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Diese größeren Unternehmen hätten in der Regel gute Voraussetzungen für den Einsatz intelligenter Technologien, da sie genügend nutzbare Daten und bereits Erfahrung mit Big Data gesammelt hätten, sagt Uwe Dumslaff, CTO bei Capgemini in Deutschland. Und ergänzt: „Ausgebremst werden sie hauptsächlich durch einen Mangel an Spezialisten im eigenen Haus.“ Um schnell starten zu können, biete es sich daher an, auf externe Partner zurückzugreifen, und zwar sowohl bei der Entwicklung der Einsatzszenarien und der Datenaufbereitung als auch beim Betrieb der Anwendung.

Wenig Interesse an komplexeren Einsatzszenarien

Ob intelligente Technologien eingesetzt werden, hängt laut Studie stark von der Einstellung der Fachabteilungen ab. Als Vorteil sehen sie vor allem die Möglichkeiten, manuelle Arbeiten zu automatisieren. Recht positiv bewerten sie darüber hinaus ihren Einsatz zur intensiven Datenanalyse und zur Vorhersage des Verhaltens von Kunden, Maschinen oder des Marktes.

Weniger Anklang finden offenbar komplexere Einsatzszenarien. Dazu gehören die Unterstützung des Kundendialogs, die Abgabe von Empfehlungen oder die Überwachung des Tagesgeschäfts. Die Anwender scheinen Entscheidungen von intelligenten Technologien und ihrer Fähigkeit im Umgang mit Menschen noch kritisch gegenüberzustehen, interpretieren die Studienautoren.

Kurzum: Wenig anspruchsvolle und wiederkehrende Tätigkeiten oder Analysen lassen sie anscheinend gerne von Software erledigen, in komplexen und wenig standardisierten Situationen stufen sie die Kompetenz von Menschen derzeit höher ein.

Härterer internationaler Wettbewerb erwartet

Ebenso wichtig ist allerdings auch die Feststellung, dass Unternehmen, die intelligente Technologien nutzen, deren Einsatz in den nächsten zwölf Monaten ausbauen wollen. „Wer bereits Erfahrung mit intelligenten Technologien hat, stuft sie als Innovationsmotor seiner Branche ein und ist überzeugt davon, mit ihrer Hilfe Wettbewerbsvorteile zu erzielen“, sagt Thomas Heimann, Business Architect Director bei Capgemini und Mitautor der Studie.

Nach Meinung vieler Studienteilnehmer werde sich der internationale Wettbewerb durch den Einsatz intelligenter Technologien in den kommenden drei Jahren erheblich verschärfen, sagt er.

Das wichtigste Thema des Jahres scheint für viele die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Obwohl sie ja schon seit Mai 2018 in Kraft ist, ist sie offenbar erst von rund 53 Prozent der Studienteilnehmer komplett umgesetzt worden. Etwas mehr als ein Viertel arbeite noch daran, heißt es in der Studie.

Die Plätze zwei bis fünf auf der Liste der wichtigsten Themen belegen mit Privacy by Design, Multi-Faktor-Authentifizierung, Byox-Security und Security-Automation übrigens ausschließlich Sicherheitsthemen.

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