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Interview

Der jüngste Milliardär der Welt baut das Windows für Gründer

Der 26-jährige Stripe-Gründer John Collison. (Foto: © Michael Hübner)

Stripe-Gründer John Collison hat einen milliardenschweren Bezahldienst aufgebaut, dem es längst um mehr geht, als nur Kreditkartenzahlungen in Onlineshops zu ermöglichen. Das Ziel: Ein Betriebssystem für die gesamte Internetökonomie.

t3n.de: John, mit deinem Bruder hast du schon im Teenager-Alter das erste Startup gegründet. Warum habt ihr euch schon so früh für Technologie interessiert?

John Collison: Das hatte auch mit Langeweile zu tun. Wir sind in einem Kaff im Süden von Irland aufgewachsen, da lag sprichwörtlich der Hund begraben. Als dann zur Jahrtausendwende das Internet per Satellit zu uns kam, änderte das alles. Es war wie ein riesiger Abenteuerspielplatz, der vor unserer Haustür öffnete. Wir haben uns ein paar Bücher besorgt und angefangen zu programmieren.

t3n.de: Wie ergab sich dann die erste Geschäftsidee?

Eher zufällig. Je besser wir das Internet mit der Zeit verstanden, desto mehr wurden uns die Probleme professioneller Händler auf Ebay bewusst. Also bauten wir mit Auctomatic ein Auktions-Management-System, mit dem man sein Wareninventar verwalten und die Verkäufe durch automatisierte Listings steigern konnte.

Stripe-Gründer John Collison im Gespräch mit t3n-Redakteur Daniel Hüfner. (Foto: © Michael Hübner)

t3n.de: Fanden eure Eltern die Idee auch gut?

Unsere Eltern haben uns in jeder Hinsicht unterstützt. Oft kriegt man ja zu hören, man solle lieber was Vernünftiges lernen. Das war bei uns nie der Fall. Dafür sind wir sehr dankbar.

t3n.de: Ihr habt das Startup dann für fünf Millionen US-Dollar in die USA verkauft.

Genau. Natürlich hat uns der Verkauf erst einmal viel Geld eingebracht. Viel wichtiger aber war im Rückblick, dass wir nur durch das erste Startup auf die Idee zu Stripe gekommen sind.

t3n.de: Wie meinst du das?

Schon bei der Entwicklung der Auktionssoftware bereiteten uns Kreditkartenzahlungen die meisten Probleme. Die Abwicklung mit bestehenden Technologien war kompliziert und gerade für Gründer auch teuer. Wir dachten uns: Wie viel größer könnte die Internetwirtschaft sein, wenn es einen einfachen und günstigen Weg zur Annahme von Kreditkarten gäbe? So entstand Stripe.

t3n.de: Das war 2009. Heute gibt es Stripe in mehr als 17 Ländern und kann von jedem ohne viel Programmieraufwand in Onlineshops oder Apps integriert werden. Mit einer Bewertung von neun Milliarden US-Dollar gehört Stripe außerdem zu den wertvollsten Startups. Habt ihr mit diesem Erfolg gerechnet?

Überhaupt nicht. Niemand, der ein Startup gründet, rechnet am Anfang mit einem derart großen Erfolg. Wir wollten ja erst nur das Problem mit den Kreditkartenzahlungen lösen. Überrascht hat uns dann aber, dass nicht nur Startups in den USA, sondern auch Konzerne auf der ganzen Welt einen Bedarf nach einer Technologie wie Stripe hatten. SAP war einer unserer ersten Großkunden.

t3n.de: Wie erklärst du dir das?

Konzerne müssen ständig aufpassen, dass kein Startup kommt und ihnen die Butter vom Brot nimmt. Wenn sie nicht gerade das Geld für eine Milliarden-Übernahme übrig haben, müssen sie selbst zusehen, wie sie schnell und agil neue Geschäftsmodelle auf den Weg bringen können. Mit Stripe bieten wir ihnen eine Plattform dafür.

t3n.de: Hast du ein Beispiel?

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3 Reaktionen
llamallamaduck

Entweder habe ich was nicht verstanden oder das im Titel angeteaserte "Windows für Gründer" kommt im kompletten Artikel nicht vor.

Antworten
Daniel Hüfner

Hallo llamallamaduck,

bei der Windows-Sache handelt es sich auch nicht um ein wörtliches Zitat, sondern um eine redaktionelle Einordnung der Ambitionen von Herrn Collison. Konkret bezieht sich das Windows in diesem Fall auf die Aussage, dass sein Unternehmen neben der Bezahlschnittstelle auch einen Online-Baukasten für Unternehmensgründungen anbietet, um beispielsweise die Eröffnung von Geschäftskonten oder Steuerangelegenheiten zu vereinfachen. Wie Collison ja auch sagt, dient dies dem Zweck, das Bruttoinlandsprodukt des Internets zu steigern.

Hoffe das hilft Dir weiter. Beste Grüße und ein schönes Wochenende!

Daniel

Antworten
AL

ja das ärgert mich auch! Es ist eine Form des Title Hijacking - oder einfach gesagt: Trittbrettfahren! Hat T3N das nötig?

Antworten

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