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Kashoggi-Mord: Pegasus-Spyware auf Handy von Ehefrau gefunden

Mithilfe der Pegasus-Spyware sollen saudi-arabische Sicherheitsbehörden Mobilgeräte der Ehefrau des Journalisten Jamal Kashoggi ausgespäht haben – und zwar schon Monate vor dessen Ermordung.

2 Min. Lesezeit
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(Foto: mundissima / Shutterstock)

Saudische Sicherheitsbehörden sollen Spyware auf einem Mobilgerät der damaligen Verlobten des später ermordeten Journalisten Jamal Kashoggi installiert haben. Das hat jetzt eine forensische Untersuchung von Cybersecurity-Expert:innen ergeben.

Cybersicherheitsexperte vermeldet „Smoking Gun“

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„Wir haben die ‚Smoking Gun‘ auf ihrem Telefon gefunden“, erklärt Bill Marczak, Cybersicherheitsexperte des Citizen Lab der Universität Toronto, gegenüber der Washington Post, die die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte. Demnach wurde die Pegasus-Spyware am 22. April 2018 auf dem Android-Gerät von Hanan Elatr installiert, nachdem es ihr zusammen mit anderen Devices am Flughafen Dubai abgenommen worden war. Noch während Elatr verhört wurde, sei eine Website über den Chrome-Browser aufgerufen worden, die die Spyware an das Smartphone geschickt habe. Weil es keinen zweiten Versuch gegeben habe, geht Marczak davon aus, dass die Installation direkt geklappt habe.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich Kashoggi und Elatr in einer Fernbeziehung und waren verlobt – laut Washington Post zeigt die Untersuchung, dass die saudi-arabische Regierung schon Monate vor Kashoggis Ermordung im Oktober 2018 Informationen aus seinem engsten Kreis gesammelt hat.

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NSO Group weist Vorwürfe zurück

Bereits im Juli dieses Jahres hatte die Washington Post berichtet, dass Elatrs Smartphone zwischen November 2017 und April 2018 Ziel von Versuchen gewesen war, die Pegasus-Spyware zu installieren. Inwieweit das damals erfolgreich gewesen war, konnte nicht ermittelt werden. Vonseiten der NSO Group, die die Pegasus-Spyware vertreibt, hatte es geheißen, Elatr sei keine Zielperson gewesen; das Unternehmen bleibt auch nach der neuerlichen Berichterstattung bei dieser Aussage und weist die Vorwürfe von sich.

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Der Journalist Jamal Kashoggi hatte am 2. Oktober 2018 das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betreten und nicht wieder verlassen. Erst nach mehr als 14 Tagen und nachdem der türkische Geheimdienst Beweise vorgelegt hatte, gab Saudi-Arabien zu, dass Kashoggi getötet worden war. Kashoggi war in der Vergangenheit als Kritiker des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman aufgetreten.

Apple geht gegen NSO Group und Pegasus vor

Immer wieder gerät das israelische Unternehmen NSO Group wegen seiner Spyware Pegasus in den Fokus der Öffentlichkeit.

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Zuletzt hatte vor allem Apple Anstrengungen unternommen, um die Spionagesoftware nicht nur unschädlich zu machen, sondern Betroffene auch zu warnen. Das soll in den ersten Fällen – betroffen sind als regierungskritisch geltende Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen in Thailand – bereits funktioniert haben.

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