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Pegasus: Amazon wirft Spyware-Hersteller NSO Group aus der Cloud

Die Pegasus-Überwachungssoftware, mit der zahlreiche Journalisten und Politiker ausspioniert wurden, soll über AWS ausgeliefert worden sein.

Von Eike Kühl
1 Min. Lesezeit
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Amazon Web Services ist der weltweit größte Cloud-Dienstleister. (Foto: Gil C / Shutterstock)

Es ist einer der beunruhigendsten Überwachungsskandale der jüngeren Zeit: Wie eine gemeinsame Recherche internationaler Medien am Wochenende offengelegt hat, sollen in den vergangenen Jahren die Smartphones von Hunderten Journalist:innen, Oppositionellen, Geschäftsleuten und Aktivist:innen ausspioniert worden sein. Dahinter soll die Überwachungs-Software Pegasus des israelischen Unternehmens NSO stecken.

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Einen Tag nach der Bekanntmachung reagiert nun Amazon auf die Enthüllungen und beendet die Geschäfte mit der NSO Group. Konkret hat der Cloud-Dienstleister Amazon Web Services (AWS) die Konten des Unternehmens und somit dessen Zugriff auf die Cloud-Server abgeschaltet. „Als wir von dieser Aktivität erfuhren, haben wir schnell gehandelt“, sagte ein AWS-Sprecher gegenüber dem Onlineportal Motherboard.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuvor eine forensische Untersuchung veröffentlicht, die unter anderem feststellte, dass NSO-Kunden erst in diesem Jahr Zugang zu Zero-Day-Angriffen in Apples iMessage erhielten. Weiter schreibt Amnesty, dass ein mit der Pegasus-Malware infiziertes Telefon Informationen „an einen Service von Amazon Cloudfront sendete, was darauf hindeutet, dass die NSO Group in den letzten Monaten auf AWS-Services umgestiegen ist“.

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Nutzung von AWS schon seit 2020 bekannt

Bei Cloudfront handelt es sich um ein sogenanntes Content Delivery Network (CDN), das genutzt wird, um Inhalte schneller weltweit den Nutzer:innen bereitzustellen. Im Fall der NSO Group aber diente es eher dazu, sich „vor einigen Internet-Scanning-Techniken zu schützen“, wie es im Bericht von Amnesty heißt. Durch die Nutzung von CDN ist es, ähnlich wie mit der Nutzung von VPN, möglich, Datenströme zu verschleiern.

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Dass die NSO Group Amazons Cloud-Dienste nutzte, ist tatsächlich keine ganz neue Erkenntnis. Schon vergangenes Jahr wiesen Motherboard-Recherchen auf genau diese Tatsache hin. Darauf angesprochen, reagierten die Verantwortlichen von AWS nicht. Jetzt schon. Offenbar waren die Pegasus-Enthüllungen – und die Gefahr von schlechter PR – dann doch eine Nummer zu groß.

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Maria
Maria

Gegen so ein Unternehmen vorzugehen ist richtig, aber nicht von Amazon. Auf einen Cloud-Anbieter sollte man sich verlassen können. Er sollte nicht werten, welche Art von Diensten er hostet.

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