Führt die Kein-Autokauf-Prämie ein!

Auch das E-Auto kann im Stau stehen. (Foto: Shutterstock/Bibiphoto)
Die Bundesregierung will den Kauf eines Elektro-Autos künftig mit bis zu 6.000 Euro fördern – eine deutliche Steigerung von der bisherigen Kaufprämie von 4.000 Euro. Die Hälfte der Subvention übernimmt wie bisher die Industrie, die sich das möglicherweise über einen erhöhten Preis wieder reinholt. Real schießt der Staat also nur 3.000 Euro zu.
Pioniere des E-Auto-Kaufs werden somit bestraft, die Nachzügler belohnt. Die deutsche Auto-Industrie hat eben eine starke Lobby in Deutschland. Daher dürfte es auch kein Zufall sein, dass die Bundesregierung erst zu dem Zeitpunkt so richtig in die Förderung einsteigt, an dem die deutschen Hersteller auch endlich halbwegs attraktive E-Autos im Angebot haben. Schon an der 4.000-Euro-Prämie war auffällig, dass sie Tesla-Käufer ausschloss, da Tesla-Modelle zu teuer für die Prämie waren.
Prämie für Bürger ohne Auto
Die Subvention einer neuen, umweltfreundlicheren Technologie, um das Henne-Ei-Problem der fehlenden Ladeinfrastruktur zu Anfang zu überwinden, ist sinnvoll. Elektro-Autos sind über die Lebenszeit gerechnet nicht nur klimafreundlicher als Verbrenner, sie emittieren auch weniger Feinstaub – der Abrieb der Reifen bleibt eine Quelle – und Lärm und schonen somit auch unsere Gesundheit.
Wenn es die Bundesregierung mit dem Umwelt- und Klimaschutz ernst meint und nicht nur aus industriepolitischen Gründen handelt, gilt die Kaufprämie auch für Gebrauchtwagen. Denn je länger ein E-Auto genutzt wird, desto besser fällt seine Klimabilanz aus. Noch ist nicht sicher, ob diese auch unter die Prämie fallen werden.
Eine andere Idee wäre allerdings noch wirksamer für den Klimaschutz: Statt allen Bürgern 6.000 Euro zu geben, die sich ein E-Auto kaufen, könnte der Staat auch jedem Bürger über 18 Jahren eine Prämie für jedes Jahr zahlen, in dem er oder sie kein Auto besitzt. Denn wenn wir es mit der Mobilitätswende ernst meinen, reicht es nicht, sämtliche Autos mit Verbrenner durch Autos mit E-Motor zu ersetzen. Die Verkehrsinfrastrukturprobleme in den urbanen Zentren dieser Welt werden damit nicht gelöst.
Und das ökologischste Auto ist nach wie vor eins, das gar nicht erst gekauft wird – egal, wie es angetrieben wird. Statt den Autoverkehr zu subventionieren, sollte die Bundesregierung daher lieber sträker den autolosen Verkehr subventionieren – beispielsweise durch fahrscheinlosen Nahverkehr. Schade, dass es dafür in Deutschland keine mächtige Lobby gibt.
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Ganz tolle Idee, die wirklich nur mal wieder aus einer Redaktion mit SItz in einer deutschen Großstadt kommen kann! (Zumal Hannover in Bezug auf den ÖPNV wirklich nich gerade zu den Vorreitern gehört!)
Vor allem unterstellt das in absurder Weise, dass sich die überwiegende Zahl der Menschen deshalb ein Auto kauft, weil sie „Freude am Fahren“ wollen. Was für ein Quatsch! Die meisten Leuten fahren deshalb mit dem Auto, weil es keine Alternative dafür gibt! Und – ob ihr’s glaubt oder nicht –, nein, die Welt besteht nicht nur aus ein paar Großstädten, wo man tatsächlich kein Auto braucht, sondern überwiegend aus „Am Arsch der Welt“, wo der Bus sechs Mal am Tag fährt. Hier zu fordern, man solle sich kein Auto kaufen ist einfach komplett abwegig!
Bin ich voll und ganz beim Redakteur. Keiner der Deutschen Autobauer schreibt einen operativen VERLUST. Ganz im gegenteil! Ja, die Gewinne sind Rückläufig, aber! es gibt sie.
Es kann nicht sein, dass die allgemeinheit Elektroautos mit einem Kaufpreis > 60000€ bezahlt. Jemand der 60000€ für ein Auto hat, verdient in der Regel schon mehr als der Durschschnitt der Steuerzahler.
Gleichzeitig kann es nicht sein, dass die Allgemeinheit den Autobauer finanziert, welcher dann mit dem Gewinn ausländische Aktionäre ausbezahlt und seinen Mitarbeitern Boni im 4-stelligen Bereich auszahlt.
Nehm die 2.500000000,00 Euro und fördert die ÖPVN!
Auch die Allgemeinheit profitiert von E-Autos auf den Straßen durch weniger Emissionen und weniger Lärmstörung.
Ich bin bei Ihnen. Die Gewinne fließen ins Ausland. Das liegt aber daran, dass Politik gegen die Aktienkultur in Deutschland gemacht wird (Stichwort Finanztransaktionssteuer).
Blödsinn, dass die Deutschen keine Aktien haben, liegt an der fehlenden Finanzbildung. Eine FTS betrifft sowieso nur den Fonds- und Interbankenhandel.
Ich dachte mir genau dasselbe beim Lesen.
Ich habe t3n angefangen zu lesen wegen den Technologie-Berichten. Leider bläst das Blatt mittlerweile ins gleiche Rohr wie die restliche links-grünen Medien.
Ein Kommentar, der nur von einem Landei kommen kann (Zumal die Provinz ÖPNV-technisch selbst noch schlechter bestückt ist, als Hannover!) ☺
Scherz beiseite: Das Problem der Infrastruktur durch zu viele Autos gibt es so nur in Ballungszentren. Das Land hat auch Bedürfnisse. Ein Kommentar in einem Blog wird es wohl kaum schaffen, für Alles eine Lösung anzubieten. Nebenbei: Der überwiegende Teil der Weltbevölkerung wohnt urban.
Es gibt nur deswegen keine Alternativen, weil die Leute Autos kaufen. Erst muss man den ÖPNV nutzen, dann wird er auch ausgebaut.
Wenn die Alternative teurer ist und länger dauert wirkt es nicht sehr attraktiv. Leute nutzen doch nicht unbequemere Sachen damit Sie danach innovativ optimiert werden? Es kommen Innovationen die dann genutzt werden und andere Dinge obsolet machen.
Stimmt, deswegen sind die Straßen in Berlin und München so verstopft. Es gibt dort einfach keine Alternative zum Auto
Und deshalb ist Dein Anrecht auf eine Prämie nämlich größer als das der anderen?!einself11!
Diese Forderung hat nämlich niemend gestellt.
Ein interessante Sichtweise. Kannst Du dies bitte ein bisschen detaillierter Präzisieren, wie zum Beispiel, wer diese Prämien erhält, Arbeitslose, Auslandarbeiter usw.., monatlich Abzahlung, Steuerabzüge.
Vielen Dank für dein Feedback
Ein Beitrag, wie ihn mein EU-Abgeordneter Martin Sonneborn nicht besser hätte schreiben können.
Ach? Das war gar nicht als Satire gemeint…?
Wir könnten auch eine Prämie für in Filterblasen lebende Großstadt-Journalisten einführen, jährlich 6.000 Euro, damit diese sich endlich einen richtigen Job suchen, anstatt ihre Fantastereien zu verbreiten.
Aus gesundheitlichen Gründen darf ich seit 2001 kein Auto mehr fahren, deshalb wäre so eine Prämie für mich nur willkommen. Insgesamt finde ich die Idee bescheuert und nicht zu Ende gedacht. Wer täglich auf die öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, weißt wovon ich schreibe. Chaos bei der Deutschen Bahn erlebe ich immer wieder, weshalb ich für den Umstieg zwischen zwei Bahnen genug Zeit einplanen muss. Bei 5 bis 10 Minuten Umsteigezeit bekomme ich schon Bauchschmerzen. Neulich steckte ich in der Bahn nach Leverkusen fest. Es war so voll, wie in einem Gurkenglas, dass ich beinahe eine Panikattacke bekommen habe. Stellt euch nun vor, viele verzichten auf das Auto und steigen auf Bus und Bahn um. Da wird alles zusammenbrechen! Was kann bei der Bahn noch ausgebaut werden? Mehr Schienennetze? Größere Bahnhöfe? Wo denn? In einem dichtbesiedelten Land hat man nicht so viele Möglichkeiten. Ich bin immer wieder froh, wenn mich mein Vater oder meine Mutter mit ihrem Auto mitnehmen.