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Regt euch ab! Es gibt kein Grundrecht auf organische Reichweite

Facebook kündigt weitere Änderungen des Newsfeeds an und schon lamentieren Seitenbetreiber und fürchten um ihre organische Reichweite. Völlig unberechtigt, findet t3n-Redakteurin Cornelia Dlugos.

Von Cornelia Erichsen
2 Min.
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Warum Seitenbetreiber nicht über ihre organische Reichweite heulen sollen. (Foto: Shutterstock)

Immer, wenn Facebook Änderungen im Newsfeed ankündigt oder diese heimlich testet, dauert es nicht lange, bis die ersten Seitenbetreiber monieren, man würde sie um ihre organische Reichweite bringen. Auch die jüngste Ankündigung, Beiträge von Freunden und Bekannten den Seitenbeträgen von Unternehmen im Newsfeed Vorrang zu geben, führte bereits zu allerlei Aufregung. Marketer und Seitenbetreiber monieren die teils radikalen Einschnitte in die organische Reichweite. Wie gemein von Facebook – am Arsch!

„Aber Facebook darf doch nicht einfach …“ Doch!

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Als Social-Media-Marketing noch in den Kinderschuhen steckte, waren dessen Möglichkeiten verlockend. Warum sollte man Unsummen in Adwords-Anzeigen, Plakate oder Werbespots investieren, wenn man seine Kunden auch für lau und einigermaßen in Echtzeit auf Facebook erreichen kann? Organische Reichweite entwickelte sich schon bald zu einer der wichtigsten KPI bei der Erfolgsmessung von Social-Media-Marketingmaßnahmen. Wem das nicht reichte, der konnte für eine Handvoll Dollar Seitenbeiträge gesondert bewerben, um noch mehr Menschen zu erreichen. Sind wir mal ehrlich: Facebook nicht zu monetarisieren, wäre ziemlich dumm gewesen und jeder von uns hätte an Zuckerbergs Stelle das gleiche getan.

Doch mit jedem Update, das zu einer Abnahme der organischen Reichweite führt, werden neue Stimmen laut.

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(Screenshot: Facebook)

Was der Facebook-User hier mit einem Augenzwinkern anmerkt, finden andere Seitenbetreiber weniger lustig. Facebook wolle Unternehmen noch mehr schröpfen. Man habe ja kaum noch eine Chance, im Newsfeed seiner Fans zu landen, außer man bezahle dafür. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!!1!einself

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Diejenigen, die so „argumentieren“, vergessen zwei wichtige Faktoren:

1. Facebook ist ein Unternehmen und Unternehmen haben in der Regel das Ziel, Geld zu verdienen. Willkommen im Kapitalismus!

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2. Facebook ist ein soziales Netzwerk, das ursprünglich zum Ziel hatte, Menschen miteinander zu verbinden und seinen Nutzern den Austausch und Kontakt mit Freunden zu ermöglichen, die man nicht unbedingt jeden Tag sehen kann.

Warum sind Marketer dann eigentlich der Meinung, sie hätten ein grundsätzliches Anrecht darauf, Facebook für ihre Marketing-Zwecke nutzen zu dürfen – und zwar kostenlos (abgesehen vom Gehalt des zuständigen Social-Media-Mitarbeiters. Aber wozu gibt es Praktikanten?) Oder anders gefragt: Warum sind Marketer und Seitenbetreiber nicht bereit dafür zu zahlen, dass sie ein soziales Netzwerk zweckentfremden und für ihr Marketing nutzen dürfen?

Es gibt auch echte Verlierer

Natürlich gibt es auch jede Menge Facebook-Seiten, hinter denen kein Unternehmen mit einem passablen Marketing-Budget steckt, gemeinnützige Vereine beispielsweise. Sie müssen noch stärker als vorher den Fokus auf für ihre Fans relevante Inhalte legen, die Interaktionen und Diskussionen anregen. Community-Management wird noch wichtiger werden. Eine Tendenz, die aber auch durchaus positiv gesehen wird:

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(Screenshot: Facebook)

Heult nicht, sondern macht was!

Facebook ist ein Unternehmen und wer dessen Dienste in Anspruch nimmt, muss die Gepflogenheiten und AGB hinnehmen.

  • Darf der Supermarkt um die Ecke bestimmen, was ich dort kaufen kann? Ja!
  • Darf mein Chefredakteur bestimmen, ob ich in diesem Beitrag „Am Arsch!“ schreiben darf? Ja!
  • Darf Facebook bestimmen, welche Beiträge im Newsfeed landen? Ja!

(Quelle: Giphy.com)

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