News

Kein Kavaliersdelikt: Musterschüler bekommt nach Bitcoin-Diebstahl Gefängnisstrafe

(Foto: Shutterstock)

In den USA erhielt ein 21-jähriger Krypto-Dieb eine langjährige Haftstrafe. Durch SIM-Swapping hatte Joel O. die Wallets seiner Opfer um Kryptowährungen im Gegenwert von 7,5 Millionen US-Dollar erleichtert. Nun muss der ehemalige Jahrgangsprimus für zehn Jahre ins Gefängnis.

Joel O. aus Boston genießt die zweifelhafte Ehre, als einer der ersten Krypto-Diebe, die SIM-Swapping verwenden, rechtskräftig verurteilt worden zu sein. Der 21-Jährige hat insgesamt 7,5 Millionen Dollar von 40 Opfern erbeutet – 5,2 Millionen davon ergaunerte sich O. von einem einzigen Unternehmer im Silicon Valley. Das geht aus einer Bekanntmachung der Bezirksstaatsanwaltschaft des kalifornischen Santa Clara hervor.

SIM-Swapping

SIM-Swapping ist eine Straftat, die sich vor allem bei jüngeren Generationen wachsender Beliebtheit erfreut. Gemeint ist die Aneignung einer fremden Mobilfunknummer. Das geschieht, indem der Täter den Mobilfunkanbieter unter dem Vorwand kontaktiert, seine Pin zur Entsperrung seiner SIM-Karte verloren zu haben. Lässt sich der Mobilfunkanbieter täuschen – etwa indem der Täter ihm in sozialen Netzwerken zusammengeklaubte Informationen über den eigentlichen Besitzer der Rufnummer durchgibt – kann die Telefonnummer auf die SIM-Karte des Täters übertragen werden.

Dies öffnet dem Täter Tür und Tor für weitere Straftaten, da er nun über die Möglichkeit verfügt, auf diverse Accounts seiner Opfer zuzugreifen, die durch Zwei-Faktor-Authentifizierung („2FA“, Beispiel: Bestätigungs-SMS) geschützt sind. Da auch zahlreiche Bitcoin-Börsen und Wallets über 2FA verfügen, überrascht es nicht, dass SIM-Swapper hier ein besonders reizvolles Betätigungsfeld vorfinden.

„Das sind keine Robin Hoods“

Dass SIM-Swapping ein wachsendes Problem ist, hat man in Kalifornien bereits 2018 erkannt. Um dem „Trend“ etwas entgegenzusetzen, hat Santa Clara die React Taskforce ins Leben gerufen. Diese war es auch, die O. im Juli 2018 dingfest machte. Die Bezirksstaatsanwaltschaft Santa Clara betont in ihrer Mitteilung, dass es sich bei SIM-Swapping nicht um ein Kavaliersdelikt handelt.

„Das sind keine Robin Hoods. Das sind Verbrecher, die einen Computer statt einer Waffe benutzen. Sie stehlen nicht nur eine ätherische, experimentelle Währung. Sie stehlen College-Gelder, Hypotheken, das finanzielle Leben der Menschen“, sagte Staatsanwältin Erin West.

Dementsprechend deutlich fällt mit zehn Jahren auch das Strafmaß aus. Mehr zum Fall Joel O. und den Umständen seiner Ergreifung (inklusive Gucci-Tasche) erfahrt ihr hier.

Dieser Artikel erschien zuerst bei BTC Echo.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.