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Ratgeber

Warum du keine Leidenschaft brauchst, um deinen Job gut zu machen

(Foto: rawpxiel.com / Shutterstock)

Alle reden von Leidenschaft im Job. Wer keine empfindet, bei dem läuft was falsch. Aber stimmt das überhaupt?

Ob nun Vorzeige-Unternehmer, wie Steve Jobs, oder Ausnahme-Musiker, wie der chinesische Pianist Lang Lang – Erfolgsgeschichten dieser Art begegnen uns am laufenden Band. Du kommst an ihnen kaum vorbei – auch und gerade, wenn es um das Thema Karriere geht. Der Stoff, aus dem diese Geschichten gestrickt sind, ist überall der gleiche: Leidenschaft. Was hat es damit auf sich? Ist Leidenschaft so eine Art Zaubermittel für Erfolg?

Mit Leidenschaft durch die Decke

Richtig ist sicher, dass Spitzensportler, Spitzenunternehmer oder Spitzenkünstler ganz oben auf dem Treppchen stehen, weil sie mit einem felsenfesten Willen zu Werke gehen. Weltklasse-Fußballer wollen Tore schießen. Koste es, was es wolle. Unternehmer sind überzeugt davon, dass die Welt exakt diesen federleichten Laufschuh, die Vintage-Klamotte oder das sparsamste Auto verdient hat. Und deshalb setzen sie alles daran, dass die Welt das Produkt auch bekommt. Der Geiger, der ganze Stadien füllt, will geigen. Er findet Erfüllung in der Musik wie nirgends sonst - und zieht mit seinem überirdischen Spiel Millionen Menschen in seinen Bann.

Dieser unbändige Wille, nennen wir ihn Leidenschaft, sorgt dafür, dass Menschen über sich hinaus wachsen, dass sie die Kraft aufbringen, gegen Hindernisse anzukämpfen und weiter zu machen. Bis sie tatsächlich im Olymp angekommen sind. Diese Beispiele sind es, die uns vorgaukeln, wir müssten Leidenschaft für unseren Job entwickeln, um gut zu sein. Ohne Leidenschaft kein Erfolg. Und noch schlimmer: Ohne Leidenschaft im Job kein Lebensglück. Denn das ist die nächste Botschaft, mit der die Karriereratgeber um die Ecke kommen: Wenn du deinen Job einfach nur gut machst, läuft etwas falsch in deinem Leben.

Arbeit gut machen, nicht nur gut finden

Nicht jeder von uns ist Prima Ballerina, ein berühmter Herzchirurg oder geht als Superstar über den roten Teppich. Im Gegenteil. Die Masse der Bevölkerung geht schlicht und einfach ihrer Arbeit nach. Sie steuern den Linienbus, sie machen die Konzernbuchhaltung, sie organisieren Banketts in Hotels, gehen als Anwälte in die Bütt oder stehen als Lehrer vor einer Schulklasse. Möglicherweise kriegst du keine leuchtenden Augen, wenn du beim Date von deinem Job erzählst. Dein Date womöglich auch nicht. Na und? Wen kümmert es, ob du deinen Job nun einfach gut oder womöglich herausragend findest? Wichtig ist doch, dass du ihn gut machst.

Doch genau darin liegt die Crux: Dir wird suggeriert, dass das nicht reicht. Wenn du nicht schreist vor Glück, dann stimmt etwas nicht mit dir. Dann gibst du dich mit zu wenig zufrieden. Dienst nach Vorschrift nennen wir das. Schillernd ist was anderes. Und so fangen all die Menschen, die täglich ihrer Arbeit nachgehen, die diese gern und gut machen, an zu grübeln: Muss ihr Job nun der große Lebensinhalt sein? Sind sie erst richtig gut und glücklich, wenn sie bei ihrer Arbeit Leidenschaft verspüren?

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3 Reaktionen
Tina

Ich finde es in Ordnung, wenn jeder Mitarbeiter auch ein wenig unternehmerisches Denken mitbringt.
Wie verkaufe ich meine Ideen und Ergebnisse am besten? Welche Anforderungen und Erwartungen hat mein "Auftraggeber" an mein Ergebnis?
Ich glaube wenn man es stets schafft, nicht nur an sein persönliches Interesse zu denken, dann kann man Leidenschaft auch prima mit "Auftraggeber"-Zufriedenheit vereinen. Ich wüsste nicht, wieso das eine das andere ausschließt.
Der Tischler sollte in seinem Arbeitsprozess ja ein Interesse daran haben, dass seine Leidenschaft mitfinanziert wird. Da kann er sich sicher anpassen und einen Kompromiss finden, der auf beide Perspektiven passt.
Immermal die Perspektive wechseln hat schon immer Menschen davor bewahrt, zu sehr nur an sich selbst zu denken und seine Leidenschaft überzubewerten.

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Lukas

Dieser oder zumindest ein sehr ähnlicher Artikel erschien bereits im Spiegel und im Manager Magazin - vor ungefähr 4 oder 5 Monaten. Sommerflaute?

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Alex

Boah das ist ja echt schlimm, sind Sie zufällig Arbeitgeber???

Wenn ein Gitarrist supergut aber emotionslos ist, hat er bei uns in der Band nichts verloren. Wenn wie einen Mitarbeiter in den Verkaufsraum stellen, und er keine Emotionen für ein Produkt vermitteln kann, dann kommt er ins Lager.

Natürlich gibt es genügend Jobs, bei denen Emotionen fehl am Platz sind, aber diese verallgemeinerte Aussage Ihres Textes ist schon ziemlich krass in meinen Augen... Diese traurige fixierung auf Erfolg, "Er ist sicher glücklich. Aber ist er auch erfolgreich?", und das in einem Format, dem viel mehr als allen anderen Nachrichtenwebsites bewusst sein sollte, dass durch die Digitalisierung diese ganzen Jobs, in denen man sich nicht durch Leidenschaft definiert bald Geschichte sein werden...

Arm!

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