Ratgeber

Digitalisierung: Diese Kompetenzen solltest du im Arbeitsleben mitbringen

(Foto: Shutterstock)

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Aufgeschlossen, teamfähig und belastbar war gestern? Nicht ganz. Auch, wenn sich die Kompetenzen der neuen Arbeitswelt verschieben, sind alte Stichworte nicht per se aus dem Rennen.

Was soll eigentlich der ganze Rummel um die Digitalisierung – und hat das überhaupt Einfluss auf meine Arbeitsabläufe? Das fragen sich nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch diejenigen, die nach neuen Angestellten suchen. Fest steht, dass das Thema brennt – der Meinung ist auch Gesine Schulz, die als Head of People & Culture bei Piabo tätig ist: „Alle haben eine Meinung oder im Zweifel eine euphorische oder alarmierende Studie in der Hand – egal, ob im Studium, als Personaler oder auf den ganzen Job-Konferenzen.“ Es ergibt also Sinn, sich mit dem Wandel der Arbeitswelt auseinanderzusetzen.

„Auf neue Erfordernisse sollte jemand vorbereitet sein – denn diese sind unaufhaltsam. Aber war das nicht schon immer so?“, so Schulz. Wie schnell es in unserem Berufs-und Privatleben vorangeht, erkennt jemand spätestens daran, wenn der Satz „Huch, nächste Woche ist schon wieder Weihnachten!” gesagt oder zumindest gedacht wird: Auch, wenn die Fakten und das Datum von Weihnachten bekannt sind, kommt es jedes Jahr für viele Leute überraschend – bis es zu spät ist. Gesine Schulz vermutet, dass es beim Digitalen Wandel ähnlich ablaufen wird.

Kompetenzen im Lebenslauf: Keine falsche Bescheidenheit

Gibt es eigentlich auch Kompetenzen im Lebenslauf, die dort gar nichts zu suchen haben? Hier gilt: Keine falsche Bescheidenheit! Für seine Fähigkeiten sollte man sich nicht schämen: „Jedes Profil hat seinen eigenen Charme, seien es die seltenen Fähigkeiten der Stenografie, Eurythmie oder Altgriechisch“, sagt Schulz. Das Stichwort lautet Leidenschaft: „Hinzu kommt der nötige Drive und Witz, der für die jeweilige Company passend sein muss.“

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Ecken und Kanten im Lebenslauf? Kein Problem für Gesine Schulz.

Sie selbst achte auf Ecken und Kanten im Lebenslauf: „Ein schmutziges Hobby oder spannende Lücken.“ Im Gegensatz zu früheren Zeiten sind Neuorientierung, ein Studienabbruch oder Kündigungen kein Grund mehr, sich klein zu machen: Dass heutzutage jemand länger als fünf Jahre im Unternehmen bleibt, ist eine Seltenheit geworden. Interessant seien zum Beispiel auch die Kandidaten, die neben dem Studium – auch in nicht-fachbezogenen Bereichen – gearbeitet haben: Ein guter Faktor, um zu sehen, ob sich der Bewerber gut organisieren kann.

Gesine Schulz fügt hinzu: „Entscheidend ist auch immer das bestehende Team und die Frage, ob der Kandidat herein passt.“ Diesen Faktor könne so gut wie kein Bewerber beurteilen oder beeinflussen: „Es lag an den anderen!” ist daher bei einer Absage nicht unwahrscheinlich – und besonders die jungen Bewerber sollten aufhören, sich nach einer Absage fertig zu machen.

Keine Chance mehr für die ältere Generation? So ein Quatsch!

Dies gilt auch für ältere Mitarbeiter und Arbeitssuchende: „Wer sich vor den digitalen Produkten und Prozessen der Zukunft verschließt, wird sich letztlich viele Chancen verbauen und das eigene berufliche Potenzial nicht ausschöpfen können.“ Technisches Verständnis sei keine Frage des Alters, sondern des Interesses: „Ich erzähle an dieser Stelle immer gerne von meinem 87-jährigen Großvater, der sich nicht scheut, Whatsapp oder Dropbox zu nutzen“ sagt Gesine Schulz und ergänzt: „Ja, man muss sich aufraffen – das wird für uns alle in Zukunft so sein. Lebenslanges Lernen und eine hohe Jobdynamik ist dann keine Option mehr, sondern Alltag. Gewöhnen wir uns lieber dran.“

Besonders im Zuge der Digitalisierung ist Wissenshunger von Bedeutung: Jemand sollte neugierig auf die Technologien sein – und im Idealfall auch nicht nur wissen, dass da ein Drucker steht, sondern auch, wie er funktioniert. Komplexes Denken ist das Zauberwort: Das beginnt bereits bei Kleinigkeiten – zum Beispiel zu erkennen, dass jetzt ein Update der Software fällig ist.

Digital Detox als Kompetenz: Warum abschalten so wichtig ist

Auch die „schnelle Auffassungsgabe“ ist in Zeiten der Digitalisierung keine abgedroschene Kompetenz – ganz im Gegenteil: Denn während jemand seine Arbeit verrichtet, prasseln zusätzlich E-Mails herein, 13 Slack-Nachrichten sind noch ungelesen und dann kommen da noch die Kollegen, die einen ansprechen – während der private Facebook-Messenger sich im Hintergrund zum vierten Mal meldet. In solchen Situationen ist es wichtig, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und Prioritäten zu setzen – das setzt schnelles Filtern voraus. Daher scheint der nächste Punkt auf der Liste gar nicht so überraschend zu sein: Auch Digital Detox ist eine Kompetenz, die immer wichtiger wird. Obwohl sie für die meisten Arbeitnehmer bisher kleingeschrieben oder gar ignoriert wurde.

„Niemand hat den Geigerzähler für digitalen Overload von Geburt an um den Hals.“

„Die Digital-Detox-Kompetenz hat viel mit dem Vertrauen in die eigene Arbeitsleistung und das eigene Organisationstalent zu tun.“ Wem dies bisher immer schwer gefallen ist, braucht aber dennoch nicht in Panik verfallen: „Das kommt mit der Zeit und der Berufserfahrung“, rät Gesine Schulz. Wichtig ist hierbei, dass es um Disziplin geht – und die Hilfe dafür auch vom Arbeitgeber kommen sollte, indem er die Kultur des bewussten Offline-Seins unterstützt. Die Masse habe sich inzwischen etwas zu sehr daran gewöhnt – und „deshalb schalten wir im Urlaub, wenn überhaupt, erst nach einigen Tagen wirklich auf die Abwesenheitsnotiz“. Das ist laut der Recruiterin nicht ganz unbedenklich: „Auch ohne Schlaftracker und Health App sollte ich doch wissen, ob es mir körperlich und geistig gut geht  – das ist wahrscheinlich die nächste Challenge.“

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