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Diese E-Mail verrät, warum Google jemanden einstellt

(Bild: Shutterstock / Antonio Gravante)

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Bei Google zu arbeiten ist für viele Webworker ein heiß begehrtes Ziel. Während ein normaler Bewerber sich eher weniger Chancen ausrechnet, gibt der Personaler jetzt Tipps – vorab in einer E-Mail. 

Genau das ist einem Bewerber tatsächlich passiert: Vor dem Vorstellungsgespräch bekam dieser eine E-Mail vom Konzern, in der er auf die Inhalte des Bewerbungsgesprächs vorbereitet wurde. Die Personalabteilung listete auf, worauf sich der (vermutlich sehr aufgeregte) Kandidat gefasst machen muss. Ein Freund von ihm, Sujay Maheshwari, veröffentlichte auf seinem Blog jetzt einen Artikel mit dem Inhalt der besagten Nachricht.

Was Mitarbeiter für Google draufhaben müssen

Ein Recruiting-Prozess, in dem ein Angestellter dem Bewerber und nicht dem Unternehmen hilft – das hat Maheshwari  überrascht. Sein Freund hatte sich als Projektmanager beworben. Die Aufgaben bestehen laut der Stellenanzeige darin, neue Produkte umzusetzen, von denen User auch tatsächlich profitieren können – während die Features aber auch optimal für das Unternehmen funktionieren. Eine Art Manager für Produkte wird gesucht, ein Job, in dem für verschiedene Teams gearbeitet wird. Die nächste große App für Google bauen und sie ins Rennen zu schicken: absolut erwünscht. Neue Produktideen und Strategien sollen vom künftigen Angestellten entwickelt werden, der ein Generalist sein soll, allerdings auch Nischenerfahrung mitbringen soll. Google zerlegt die Anforderungen nochmal in fünf Punkte:

Unternehmenskultur

Führen und beeinflussen – das sind bei Google zwei wichtige Schlagworte. Warum du gerade bei Google die Stelle des Projektmanagers haben willst, solltest du aus dem Stegreif beantworten können.

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Produktdesign

Die Nutzer an erster Stelle sehen – das setzt Google voraus. Dem User soll das beste Nutzungserlebnis gewährt werden. Die Produkte müssen ins kleinste Detail abgestimmt werden – außerdem muss der Projektmanager den Designern seine Vorstellungen klar und deutlich vermitteln können.

Mögliche Fragen könnten sein, wie du Google Maps verbessern würdest oder was du an der Restaurantsuche verbessern würdest. Zusätzlich dazu könnte die Frage aufkommen, wie du Fake-Seiten beim Google-Search-Spam-Team aufspüren würdest. Außerdem kannst du dir noch Gedanken darüber machen, was dein liebstes Google-Produkt ist – und was dir daran gefällt und was du nicht so gut findest.

Analytische Fähigkeiten

Zahlen sollten für den künftigen Projektmanager kein Fremdwort sein. Wenn du A/B-Testings interpretieren und Entscheidungen treffen kannst, bist du schon mal auf der richtigen Seite. Du erstellst für Google SQL-Abfragen und gewinnst mit Abfragen Daten aus Protokollen. Fragen, auf die du dich gefasst machen müsstest, wären in diesem Fall zum Beispiel, wie viele Abfragen Gmail pro Sekunde bekommt oder wie viele iPhones pro Jahr in den USA verkauft werden.

Technik

„Also, mein letztes Projekt habe ich ja mit Paint hochgezogen“ – Besser nicht.

„Also, mein letztes Projekt habe ich ja mit Paint hochgezogen – und überhaupt, was soll ich mit Programm XY anfangen?“ Selbstredend, dass du bei diesen Gedanken womöglich eher ungeeignet für den Posten bist. Es ist zwar noch kein Meister vom Himmel gefallen, technisches Know-how solltest du aber dennoch aufweisen können. Als Projektmanager ist es Voraussetzung, dass du Einfluss auf das Technikteam hast. In der letzten Runde wird nach Maheshwaris Blogpost das Technikteam eine finale Bewertung eures Können abgeben. Hierbei sollte sich der Bewerber auf Codierungsfragen vorbereiten. Einen Algorithmus schreiben, der Interessenskonflikte aufspürt, war eine Aufgabe, die Google in der E-Mail als Beispiel nannte.

Strategie

Ein Fach, dass viele Bewerber an der Uni anzieht und zugleich abschreckt: Betriebswirtschaftliche Grundlagen. Zwar musst du keine Geschäftserfahrung vorweisen können, allerdings soll sich der Bewerber schnell Unternehmergeist und Urteilsvermögen aneignen. Es könnte danach gefragt werden, ob – wenn jemand als Geschäftsführer von Google tätig wäre – eine Angst vor Microsoft vorhanden ist. Personaler bei Google legen Berichten zufolge besonders in den letzten Monaten vermehrt Wert auf persönliche Fragen.

Google-Bewerbungsprozess: Diese Dinge kannst du dir sparen

Logikrätsel gibt es eher weniger in den Bewerbungsgesprächen von Google. Personaler sollen herausgefunden haben, dass zwischen Arbeitsleistung und der Fähigkeit, Rätsel zu lösen, nur eine geringe Verbindung besteht. Ausgeschlossen sind solche Testfragen aber nicht – imaginäre Fragen, die sich auf Google beziehen, könnten also dennoch eine Rolle spielen: „Wie würden Sie einen Algorithmus designen, um Daten vom USDA zu beziehen und auf Google Nutrition abspielen zu lassen?“ war eine Beispielfrage, die der Google-Mitarbeiter nannte.

Vor Fragen und Aufgaben, die rein gar nichts mit dem Unternehmen zu tun haben – beispielsweise Kopf- oder Wahrscheinlichkeitsrechnung – muss sich der Bewerber weniger fürchten.

Ob der Freund von Sujay Maheshwari den Job letztendlich bekommen hat? Die Frage bleibt offen. Bei den ganzen Links, die der Personaler noch zur Vorbereitung in die E-Mail packte, wäre es aber ratsam, die Informationen auch zu nutzen.

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2 Kommentare
Felix
Felix

Amazon macht es meiner Erfahrung nach genauso.
Dort bekommt man zum einen Infomaterial zu Amazon, dass man sich ansehen sollte (Unternehmenskultur – Leadership Principles). Aber auch direkt eine Liste von Themenbereichen, die man sich unbedingt ansehen sollte (z. B. Skalierbares Systemdesign).
Und sogar noch die Hinweise auf Literatur, die u. a. Amazon Interviewfragen behandelt (Cracking the Coding Interview, …).
Dafür sind die vor Ort Interviews dann auch vier Stunden lang und entsprechend tiefgreifend.

Antworten
Conny Rosse
Conny Rosse

auf der suche nach zweitem karrierestartpunkt (inhalt)

Antworten

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