Anzeige
Anzeige
News

„Race to space“: Wettlauf um den Start der ersten deutschen Trägerrakete

Hunderte Kleinsatelliten werden schon jetzt jährlich in den Orbit geschossen, und es werden immer mehr. Auch bei deutschen Startups dürfte der erste Countdown bald anlaufen.

3 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

Isar Aerospace wurde erst 2018 gegründet. (Bild: Isar Aerospace)

Der Wettlauf um den Start der ersten deutschen Trägerrakete für Kleinsatelliten ist in vollem Gange. Drei Startups sind im Rennen ganz vorn dabei. Das Ziel: Sie wollen mit Microlaunchern die wertvolle Hightech-Fracht ihrer Kunden in den Orbit expedieren und das zu deutlich günstigeren Transportpreisen als bisher. Ein vielversprechendes Geschäftsmodell, da sind sich Experten einig. Es geht um einen Milliardenmarkt.

„Aktuellen Schätzungen zufolge wird der gesamte globale Raumfahrtmarkt von 360 Milliarden US-Dollar (2018) bis 2040 auf bis zu 2.700 Milliarden Dollar um mehr als das Siebenfache wachsen“, beschrieb der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im August 2020 die Perspektive in seinem Konzept für einen deutschen Microlauncher-Startplatz.

Anzeige
Anzeige

Für Raketenbauer ist vor allem diese Zahl wichtig: Bis 2028 sollen pro Jahr weltweit etwa 1.000 Satelliten ins All geschossen werden. 86 Prozent davon sollen Kleinsatelliten sein. Tendenz steigend.

„Man muss abwarten, welche von den vielen jetzt angedachten Satelliten-Konstellationen wirklich in die Tat umgesetzt werden. Es ist wie bei den meisten Boomphasen – da gibt es zunächst eine Welle mit vielen, vielen Ideen. Einige werden sich durchsetzen, aber nicht alle“, gibt der Chef des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB, Marco Fuchs, zu bedenken. Aber auch OHB hat das Potenzial längst erkannt.

Anzeige
Anzeige

RFA rechnet mit Starttermin 2022

Die zu dem Konzern gehörende Rocket Factory Augsburg (RFA) ist eine der Firmen, die in Deutschland mit Hochdruck an einem eigenen Trägersystem arbeiten. „Das Allerwichtigste und Allerschwierigste zugleich bei einer Rakete sind die Antriebe. Die ersten Triebwerktests finden in den kommenden Monaten in Kiruna (Schweden) statt. Es gilt: Sorgfalt vor Geschwindigkeit“, sagte der für Entwicklung und Produktion zuständige RFA-Vorstand Stefan Brieschenk. „Wenn wir so weiter machen wie bisher, dann können wir einen Starttermin Ende 2022 erreichen.“

Anzeige
Anzeige

Der 25 Meter lange RFA 1 verfügt über drei Stufen und soll eine Nutzlast von 1,3 Tonnen befördern können. Angestrebt wird eine serielle Fertigung wie in der Autoindustrie. Die Frachteinheiten – Satelliten fürs Internet, zur Navigation, Erdbeobachtung oder Forschungszwecken – können auf unterschiedlichen Orbit-Höhen abgesetzt werden. „Man kann sich das wie ein Taxi in der Stadt vorstellen, das die Fracht exakt dort hinbringt und abliefert, wo der Kunde es will. Stichwort: Last-mile-delivery.“

Die Spectrum-Rakete des Konkurrenten Isar Aerospace ist 27 Meter lang und hat eine Nutzlast von einer Tonne. Das 2018 gegründete Startup zählt inzwischen 125 Mitarbeiter und hat seine Finanzierung bis zum Erststart bereits gesichert. „Der erste Teststart ist für Ende 2021 oder Anfang 2022 geplant. Es kann natürlich immer sein, dass wir bei Tests feststellen, dass ein System noch nicht zu 100 Prozent passt und es zu Verzögerungen kommt. Aber es schaut momentan gut aus. Wir sind im Plan“, sagte Geschäftsführer Daniel Metzler.

Anzeige
Anzeige

Ende Dezember sammelte Isar Aerospace bei Investoren 75 Millionen Euro ein. Zuvor waren bereits einmal 15 Millionen Euro Kapital von Investoren zusammengekommen. Es lägen bereits Kundenanfragen im Volumen von einer halben Milliarde Dollar vor, hatte das Unternehmen Ende 2020 mitgeteilt.

Konkurrenz ist hoch

Auch das Startup Hyimpulse in Baden-Württemberg ist mit den Anspruch angetreten, „den Zugang zum Weltraum zu revolutioniere“. Hyimpulse entwickelt eine Rakete mit einer Nutzlast von 350 Kilogramm für den Suborbitalbereich von rund 200 Kilometern Höhe für Schwerkraft-Experimente und Atmosphärenforschung sowie einen Microlauncher mit 500 Kilogramm Nutzlast für den Low-Earth-Orbit (LEO), der von 200 bis 2.000 Kilometern Höhe reicht.

„Alle drei Bewerber liegen im Moment Kopf an Kopf auf ihrem Weg zum Ziel und haben uns mit ihren Vorschlägen in technischer, wirtschaftlicher und operationeller Hinsicht überzeugt“, bilanzierte der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek im Sommer vorigen Jahres. Alle drei Unternehmen kamen damals beim Mikrolauncher-Wettbewerb des DLR Raumfahrtmanagements eine Runde weiter. Es geht um eine Förderung von insgesamt 25 Millionen Euro. In der ersten Hauptrunde werden elf Millionen Euro vergeben. Die Entscheidung fällt Ende April. dpa

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare

Community-Richtlinien

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige