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Der Schleimer, die Diva, der Nerd: Diese Kollegentypen fordern dich heraus

(Foto: Roman Samborskyi / Shutterstock)

Lesezeit: 8 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Sie können euch nerven, ihr liebt oder hasst sie, aber Zeit verbringt ihr mit ihnen jeden Tag: Kollegen. Was die typischen Kollegen ausmacht und wie ihr mit ihnen umgeht, Teil eins.

Seine Familie kann man sich nicht aussuchen, heißt es oft. Bei Kollegen ist das ähnlich. Das ist ärgerlich, verbringt ihr mit ihnen doch die meiste Zeit unter der Woche – gefühlt zumindest. Da trägt es zum Seelenfrieden bei, wenn die Kollegen nett sind, aufgeschlossen, im Team arbeiten. Doch was ist, wenn das nicht der Fall ist? Wenn sie nerven, intrigieren oder keine Rücksicht auf Privatsphäre nehmen? Was solche Kollegen kennzeichnet und wie ihr damit umgeht: Ein Profil der 20 klassischen Kollegentypen, Teil eins.

Die Plaudertasche

„Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.“ (Oscar Wilde)

Diesen Kollegen hatte jeder schon mal an der Backe: Er oder sie quatscht den ganzen Tag, egal ob im Frühdienst ab 6 Uhr oder abends um 19.30 Uhr. Die Themen sind dabei beliebig: das Freizeitprogramm vom vergangenen Wochenende, anstehende Projekte für den Tag, Termine in der Woche, das Wetter, die Luft im Büro, die Kollegin aus dem dritten Stock, das Mittagessen, der Kaffee nach dem Mittagessen, der Chef im Urlaub, die Chefin vor Ort, die After-Work-Party von letzter Woche, die After-Work-Party von dieser Woche, das Freizeitprogramm fürs kommende Wochenende. Und wieder von vorne.

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Es gibt solche Plaudertaschen, die man mag, und solche, mit denen man nicht gut klarkommt. Das hängt ganz vom Rest der Persönlichkeit ab.

Deal with it: Fragt eure Kollegen oder eure Kollegin, warum Sie euch just diese Geschichte erzählt. Möglicherweise findet ihr heraus, ob das Plaudern ein Teil der Person ist, ob sie damit Ängste oder Einsamkeit kompensiert oder ob sie einfach nur keine Lust hat, sich bei der Arbeit anzuschweigen. Aber: Geht behutsam vor, sonst wurdet ihr vielleicht das letzte Mal bequatscht.

Der Verschwiegene

„Wo Worte selten sind, haben sie Gewicht.“ (William Shakespeare)

Leises Arbeiten, seltene Kommentare, ganz das Gegenteil der Plaudertasche. Der verschwiegene Kollege oder die verschwiegene Kollegin sind oft ein produktiver Teil des Teams – weil sie nicht so viel Zeit mit Reden und Büro-Quatsch verbringen. Dafür behalten sie ihre klugen Gedanken oft für sich, kommen, ohne Hallo zu sagen und gehen ohne ein Adieu. Trotzdem sind sie Teil des Teams, sie können sogar Freunde werden, nur eben ohne darüber zu sprechen, ohne die News des Tages zu analysieren, ohne zu lästern.

Deal with it: Fordert diesen Kollegentypen heraus. Stellt ihnen bewusst eine Frage oder nur ihm im Team eine Frage, die nur er beantworten kann. Dann muss er anfangen zu reden – und wer weiß, vielleicht gefällt es ihm und er redet in Zukunft mehr. Falls nicht, lasst ihn in Frieden.

Die Diva

„I want a big house with a moat and dragons and a fort to keep people out.“ (Viktoria Beckham) 

Posh ist eine der berühmtesten Diven weltweit. Wo sie ankommt, die Nase hat sie dabei sehr weit oben, verneigt sich quasi das Personal. So glamourös wie das Ex-Spice-Girl gibt sich die Diva in euren Büro hoffentlich nicht, denn das kann so richtig anstrengend sein.

Die Diva pickt sich die Rosinen im Joballtag heraus, hockt auf ihrem Schreibtisch wie eine Königin auf ihrem Thron und lässt den Pöbel die niedrige Arbeit verrichten – auch wenn sie in ihren Bereich fällt.

Deal with it: Holt eure Büro-Diva ganz ungeniert auf den Boden der Tatsachen hinunter, indem ihr ihr verdeutlicht, dass sie keine Königin ist, nur weil sie sich so fühlt. Seid ehrlich, aber behutsam – denn bei näherem Hinsehen hat der Nase-nach-oben-Typ oft eine sensible Seite.

Das Mimöschen

„Ein Wissenschaftler ist eine Mimose, wenn er selbst einen Fehler gemacht hat, und ein brüllender Löwe, wenn er bei anderen einen Fehler entdeckt.“ (Albert Einstein)

Das gilt nicht nur für Wissenschaftler. Das Mimöschen, abgeleitet übrigens von der Schamhaften Sinnpflanze, ist ein sehr emotionales und selbstfixiertes Wesen. Geht es dem Kollegen oder der Kollegin schlecht, ist kein Raum für Anderes, auch nicht für die Arbeit.

Deal with it: Sprecht sie oder ihn darauf an, obwohl sie mit der Unterlippe ein Schüppchen zieht. Das Mimöschen braucht manchmal einen Anstoß, wenn es wieder in der Realität ankommen soll.

Der Dynamische

„Wer zu schnell geht, kommt oft nicht mit.“ (Anke Maggauer-Kirsche)

In der Physik wird Dynamik zweigeteilt in Statik, die den Fall des Kräftegleichgewichts behandelt, und in Kinetik, die sich mit beschleunigten Körpern befasst. Betrachtet man die Statik des so dynamischen Kollegen, mit dem bestimmt auch ihr schon mal das Vergnügen hattet, zeigt sich: Die Kraft zwischen ihm und euch ist nicht im Gleichgewicht, zumindest was die Schnelligkeit angeht. Der Dynamische ist dem Normalo immer einen Schritt voraus, vielleicht weil er so früh aufsteht, bereits vor Arbeitsbeginn um acht Uhr zehn Kilometer gejoggt und 50 Bahnen im Wasser gezogen hat. So geht der Alltag weiter – zwar ohne Hektik, aber auch ohne Rast. Der dynamische Kollege ist immer „on the run“, ist immer motiviert, hängt nie durch.

Deal with it: Lasst euch davon anstecken und gebt ihm oder ihr eine Portion Entspannung mit. So verbindet ihr seine nicht endende Produktivität mit eurem Gefühl für gesunde Entschleunigung.

Der Blender

„Wer wirklich eine Eigenschaft vollkommen besitzt, dem fällt es nicht ein, sie herauszulegen und zu affektieren, sondern er ist darüber ganz beruhigt.“ (Arthur Schopenhauer)

Schaumschläger gibt es fast in jedem Büroalltag. Man erkennt sie daran, dass sie immer nut Gutes erzählen, sie sprechen gerne über ihre beruflichen Erfolge, über das Lob vom Chef für das aktuelle Projekt, das er so gut managen würde, über die nächste Reise zu den Galapagos-Inseln, wo sie mit Riesenschildkröten schwimmen gehen, oder von dem letzten Trip nach New York City, wo sie mit dem Stylist von Promi XY zu Abend gegessen haben. Man nennt sie auch schlichtweg Angeber.

Beim Kollegentyp Blender steckt jedoch meist nur ein Bruchteil dahinter von dem, was er anpreist. Möglich ist, dass nicht er allein für die Arbeit gelobt wurde sondern das ganze Team oder dass der VIP-Stylist in Wahrheit vor zehn Jahren einem B-Promi zufällig die Haarbürste aufgehoben hat.

Deal with it: Stellt gezielt Fragen, um den Blender auffliegen zu lassen. Er wird versuchen, sich darüber oder über euch zu amüsieren, dann dürft ihr erst recht nicht locker lassen. Am Ende wird er dadurch womöglich sich und sein Verhalten reflektieren.

Der Schleimer

„Der schlimmste Schleimer ist der, der dir mit einem Lächeln sagt, daß er schleimt, denn die wenigsten sehen die Wahrheit die hinter diesem schleimigen Lächeln steht.“ (Rose von der Au)

„Was hast du in dieser Woche doch für eine tolle Arbeit geleistet und dabei bist du immer so nett und hilfsbereit und siehst so gut aus und überhaupt bist du der beste Kollege des ganzen Teams. Das hätte der Chef auch schon gesagt, der ist ja auch ziemlich gut drauf im Moment und macht so lustige Witze. Auch der stellvertretende Chef erzählt super interessante Geschichten und ist einfach ein Vorbild für das gesamte Büro.”

Wenn ihr Sätze wie diese hört, wisst ihr: Ihr habt es mit dem Schleimer zu tun, der gerne und überall Lob verteilt, die Fehler seiner Vorgesetzten kleinredet und den Teamspirit anpreist. Und das obwohl er selbst kein Teil dessen ist, weil er lieber die Nähe des Chefs sucht anstatt sich mit Ehrlichkeit und guter Arbeit einen Platz im Team zu verschaffen. Der Schleimer bettelt um Anerkennung.

Deal with it: Zeigt Rückrat. Kritisiert offen, aber sachlich, um dem Kollegen zu zeigen, welchen Benefit es haben kann, wenn man im Team konspirativ über die Projekte spricht. Zeigt ihm, dass er nicht schleimen muss, um anerkannt zu werden.

Der Nerd

„Es gibt nur eine bewusstseinserweiternde Droge, die mir Spaß macht, und die nennt sich Wissenschaft.“ (Sheldon Cooper aka Jim Parsons, „The Big Bang Theory“)

Ein Nerd, die Abkürzung für „non emotionally responding dude“, ist ein Typ mit wenig Sinn für emotionale Beziehungen, dafür mit einer überdurchschnittlichen Intelligenz, der wochenlang ohne Frischluft vor dem Computer hocken kann, ohne das ihm das merkwürdig vorkommt. Der Niederländer Max De Bruijn hat mit „Wie werde ich Bill Gates?“ ein Buch über das Phänomen Nerd geschrieben. Er meint, jeder hätte einen Nerd in der Schulklasse gehabt: „Er saß allein an einem Tisch in der ersten Reihe, hatte eine dicke Brille und ungepflegtes Haar, war ein Ass in Mathe und eine Niete im Sport.“

Wenn ihr euch im Büro so umguckt, wer von euren Kollegen passt auf diese Beschreibung? Eine Hornbrille auf der Nase, ungewaschene Haare, surft gerade im Darknet… gefunden?

Deal with it: Fragt euren nerdigen Kollegen, woran er gerade arbeitet. Vielleicht müsst ihr zwei- oder dreimal fragen, um Antworten zu bekommen. Dranbleiben lohnt sich. Nerds haben zwar oft wenig Gefühl für soziale Interaktion, aber dafür Spannendes zu erzählen.

Die Mami

„Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.“ (Konfuzius)

Die Büro-Mami, jedes Team sollte sie haben. Sie backt Kuchen, kümmert sich um die schüchternen Kollegen, mahnt die ehrgeizigen zu Teamgeist, legt ein gutes Wort für jeden ein, gibt Mut und vermittelt Optimismus. Sie beschützt das Arbeitsklima und macht selbst gute Arbeit. Man kann sich auf sie verlassen. Ähnlich wie eine richtige Mutter ist sie manchmal streng und kann nerven, wenn man gerade nicht motiviert oder abgemahnt werden will.

Deal with it: Freut euch über die Büro-Mama. Sie (oder er) ist die Laterne in eurem Rücken und gibt euch ein gutes Gefühl. Also gebt dieser Kollegin oder diesem Kollegen ein gutes Gefühl zurück.

Der Freund

„Erfolg macht selten Freunde.“ (Luc de Clapiers)

So gut eine Büro-Mutti ist, so wichtig ist es Freunde im Kollegenkreis zu haben. Der Freund teilt mit euch Erfolge, geht Mittagessen, ist nicht aufdringlich, steht euch zur Seite bei beruflichen Fragen, ist aber auch bei privaten Schwierigkeiten für euch da, ohne euch daraus einen Strick zu drehen. Frollegen – Kollegen, die zu Freunden werden – bereichern das Arbeitsklima und erleichtern den Umgang mit Kollegentypen wie Diva, Schleimer und Co.

Deal with it: Pflegt die Freundschaften, aber verliert nicht die Professionalität aus den Augen. Redet privat nicht nur über den Job und im Job nicht nur über Privates. Dann zieht ihr große Vorteile aus dem Frollegentum.

Teil zwei der 20 klassischen Kollegentypen lest ihr in Kürze bei t3n.de.

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Ein Kommentar
Le me
Le me

Ein paar der Deal with it-Tipps würde ich vielleicht nicht umsetzen wollen, da sie wohl sehr wahrscheinlich zu dicker Luft führen könnten….
Dennoch – unterhaltsamer Artikel :D
So jetzt aber genug Kaffeepause und wieder zurück an die Arbeit ‚-‚

Antworten

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