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Kontaktnachverfolgung: Sachsen setzt auf Corona-Warn-App statt Luca

Die sächsische Landesregierung in Dresden hat am Dienstag eine Änderung ihrer Corona-Verordnung beschlossen. Die erlaubt den Einsatz der Corona-Warn-App zur Kontaktnachverfolgung.

2 Min. Lesezeit
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Sachsen nimmt CWA in Corona-Verordnung auf. (Bild: Onur Akkurt / Shutterstock)

Überall da, wo Geschäfte, Restaurants oder Veranstalter mit der Führung von Besucher- und Teilnehmerlisten verpflichtet sind, kann in Sachsen ab dem 10. Mai 2021 die entsprechende Funktionalität der Corona-Warn-App genutzt werden. Damit ist Sachsen bundesweiter Vorreiter. In keinem anderen Bundesland sind bereits anonyme Check-ins zur Kontaktnachverfolgung zugelassen.

Datenschützer empfehlen Corona-Warn-App zur Kontaktnachverfolgung

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Verpflichtete, die die Corona-Warn-App nicht einsetzen, oder Nutzende, die die Corona-Warn-App nicht verwenden, müssen – wie bisher – mit analogen Methoden, also der klassischen Zettelwirtschaft, erfassen beziehungsweise erfasst werden. Daniel Gerber, der netzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im sächsischen Landtag, sieht sein Land damit beispielgebend und empfiehlt es den anderen Bundesländern zur Nachahmung.

Noch steht Sachsen mit dem Schritt alleine, aber nicht ohne Unterstützung da. Am 29. April 2021 hatte die Konferenz der Datenschutzbehörden von Bund und Ländern, die sogenannte Datenschutzkonferenz (DSK), für den Einsatz der Corona-Warn-App eine klare Empfehlung (PDF) ausgesprochen. Die Bundesländer sollten die Kontaktnachverfolgung per Corona-Warn-App „jedenfalls als ergänzende Möglichkeit zur Benachrichtigung potenziell infizierter Personen und zur Clustererkennung in ihren Konzepten zur Pandemiebekämpfung“ berücksichtigen. Das gelte „auch wenn hierbei – anders als bei anderen Apps – keine personenbezogenen Daten erhoben und später an ein Gesundheitsamt übermittelt werden können“, so die DSK.

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Dass eine Mehrzahl der Bundesländer dem Weg folgen wird, darf bezweifelt werden. Immerhin haben sie vielfach bereits Lizenzen für die umstrittene Luca-App erworben, die sich auf die Kontaktnachverfolgung spezialisiert hat. Zudem dürfte der gefühlte Kontrollverlust im Vergleich zu Luca nicht sonderlich attraktiv wirken.

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Gefälschte Logins auch mit Corona-Warn-App möglich

In den letzten Wochen sah sich die Luca-App mit vielerlei Kritik konfrontiert. So hatten sich Nutzende darüber lustig gemacht, dass sie sich von beliebigen Orten aus mit beliebigen QR-Codes an beliebigen Locations anmelden konnten. Das indes ist prinzipbedingt und auch bei der Corona-Warn-App nicht anders. Letztere hatte die Check-in-Funktion mit dem Update auf Version 2.0 Ende April erhalten.

Natürlich können auf diese Weise in beiden Apps falsche Warnungen erzeugt werden, etwa, wenn vermeintlich Teilnehmende sich in Geschäften, Restaurants oder Veranstaltungen einchecken, in denen sie tatsächlich gar nicht waren.

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Spezifisch problematisch an der Corona-Warn-App ist der Umstand, dass die Warnfunktion auch im Kontext der Kontaktnachverfolgung nur von den Nutzenden ausgelöst werden kann. Wenn PCR-Positive über ihre App keine Warnung auslösen, wird auch niemand gewarnt. Wird sie indes ausgelöst, wird sie schneller zugestellt, als es über den Umweg über das Gesundheitsamt erfolgen würde.

Die Empfänger einer Warnung sehen dabei in ihrem Kontakttagebuch, welcher Check-in zeitgleich von einer nun PCR-positiven Person besucht worden war. Bei der Luca-App hingegen ist stets das Gesundheitsamt im Boot und letztlich Herrin über jeden Verfahrensschritt.

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6 Kommentare
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Gunar Gürgens

Naja ich werde mir die Luca App definitiv nicht installieren. Da füllte ich lieber nen Zettel aus, scheint ja Datenschutztechnisch genauso schlecht zu sein.

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Peter

Corana Warn App über 25 Millionen Downloads, Luca 3 Millionen. Danke Sachsen, das ihr auf den Marktführer setzt.

Antworten
Dieter Petereit

Das kann ja nur als Witz verstanden werden. Die Corona-Warn-App hat mit Version 2.0 eine zusätzliche Funktion erhalten, während diese Funktion der einzige Zweck ist, für den Luca überhaupt existiert. Etwas mehr Ehrlichkeit in der Debatte, bitte.

Antworten
no ID entity

Wenn wir schon von Ehrlichkeit sprechen, was wurde denn den Konsumenten zur Bedarfsweckung verköstigt? Handelt es sich etwa um eine hübsche Kaskade aus Lügen, mittels Derer Angst geweckt und wirtschaftlich missbraucht wurde und wird?

Repräsentative Schutzgelderpressung im Bunde mit imaginärem Feind – der marktwirtschaftlich kapazitiv begrenzten Intelligenz.

Dieter Petereit

Beim Thema sollten wir schon bleiben. Ist ja hier kein Philosophie-Seminar.

Peter

Herr Petereit, inwiefern fassen sie meinen durchaus ernst gemeinten Kommentar als Witz auf? Die CWA ist fast viel verbreiteter als Luca, ist bereits bazahlt, ist sicher. Ok, ihr fehlt ein ex-hip-hoppender Influencer als Investor, ansonsten spricht alles für CWA. Luca ist ein einziges Desaster. Wenn sie meinen Kommentar als Witz betrachten, sind sie also ein ‚Fan‘ der Luca-App?

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