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Content-Seeding-Kampagne erstellen: Schritt für Schritt zu mehr Backlinks

(Foto: Shutterstock-LDprod)

Content-Seeding ist eine Möglichkeit, an gute Backlinks zu kommen. Doch die Konzeption und Erstellung einer solchen Kampagne dürfen nicht unterschätzt werden. So klappt es.

Neben klassischen Werbeanzeigen in diversen Medien lässt sich die Bekanntheit des eigenen Webshops auch mit Content-Seeding steigern. Um was es sich hierbei genau handelt und wie eine erfolgreiche Content-Seeding-Kampagne konzipiert und wie ein Seeding-Produkt erstellt wird, lest ihr hier.

Content-Outreach: Klassischer Backlinkaufbau vs. Content-Seeding

Content-Outreach kann grob in zwei Bereiche unterteilt werden: Zum einen gibt es das klassische Linkmarketing, das unter anderem Sponsored Posts, Advertorials und dergleichen umfasst. Hier wird mit einem fixen Mediabudget eine bestimmte Anzahl an Artikeln platziert, die einen Link zu einer kommerziellen Website enthalten. Zwar werden dem Leser nützliche Informationen zu Produkten an die Hand gegeben, aber das primäre Ziel ist es, auf ein Unternehmen und dessen Shop aufmerksam zu machen. Das wird über einen längeren Zeitraum betrieben, es werden Redaktionen und Webmaster kontaktiert und die Möglichkeiten des Native Advertising ausgelotet.

Dem gegenüber steht das sogenannte Content-Seeding: E-Books, Statistiken und Infografiken fallen in diesen Bereich. Während es beim klassischen Backlinkaufbau vor allem um die reinen Backlinks geht, handelt es sich beim Seeding um die Verbreitung eines Produkts, das dem Nutzer einen echten Mehrwert bietet. Das kann zum Beispiel ein Ratgeber zu einem spannenden Thema oder ein Online-Tool sein, mit dem der Nutzer etwas Interessantes herausfinden kann. Der zeitliche Aufwand liegt hier vor allem im Erstellungsprozess. Ziel ist es, dass am Ende ein Produkt geschaffen wird, das sich nahezu von selbst verbreitet. Der Name rührt daher, dass man einen Samen sät, aus dem etwas wächst, was Früchte trägt und sich weiterverbreitet.

Planungsphase und Ideenfindung

Ist der Entschluss für ein Seeding gefasst, muss zunächst ein Thema gefunden werden. Um das zu erreichen, findet ein wertungsfreies Brainstorming statt. Hierbei werden Ideen gesammelt – auch wenn sie noch so abwegig erscheinen. In einem zweiten Schritt werden sie ausgearbeitet und verfeinert. Mögliche Fragestellungen in dieser Phase können sein:

  • Was gibt das Thema her?
  • Wie kann man das Thema umsetzen?
  • Gibt es bekannte Organisationen, Influencer oder andere mögliche Experten?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Welche Stichpunkte kann man damit in Verbindung bringen?
  • Ist das Thema aktuell?
  • Gibt es schon etwas Vergleichbares?

Umsetzung der Themen

Ist ein Thema ermittelt, geht es an die Umsetzung. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

E-Book: Ein E-Book wird meistens auf einer separaten Landingpage eingebunden. Zu beachten ist, dass diese mit einem gut erkennbaren Download-Button versehen wird und der User direkt erkennt, dass das E-Book kostenlos ist. In einem E-Book können viele Informationen verarbeitet werden. Von Statistiken über Ratgeber und Tabellen bis hin zu Fotos und Grafiken ist hier alles möglich, was sich innerhalb einer digitalen Datei abbilden lässt. Die Texte können ausführlich gestaltet und auf die jeweilige Zielgruppe angepasst werden, was das Endprodukt noch weiter individualisiert. Der Zeit- und Budgetaufwand darf allerdings nicht unterschätzt werden.

Infografik: Eine Infografik bietet einen schnellen Überblick. Meistens geht es um ein aktuelles Thema in Bezug auf die Jahreszeit oder saisonale Events. Grafiken zu Themen aus der Politik (etwa Regulierungen zum CO2-Ausstoß der Unternehmen) können ebenfalls eine hohe Reichweite generieren und viel Interesse auf sich ziehen. Da hier eine meist überschaubare Menge an Daten verwertet und daraus eine zielgruppengerechte Grafik erstellt wird, ist der Aufwand im Vergleich zum E-Book geringer. Problematisch wird es dann, wenn die Grafik zu sehr auf ein saisonales Event eingegrenzt wird. Dann ist der Seeding-Zeitraum sehr gering und man muss genau den richtigen Zeitpunkt erwischen.

Statistik: Der Begriff Statistik erweckt im ersten Moment möglicherweise den Eindruck, dass es sich um etwas Langweiliges handelt: Zahlen und Daten, die aneinandergereiht in einer Excel-Tabelle ausgewertet und zu drei Diagrammen verarbeitet werden. So einfach und trocken ist das allerdings nicht. Eine Statistik, die auf einer repräsentativen Umfrage basiert, muss nicht langweilig sein. Es kommt immer auf die Umsetzung an. Eine zielgruppengerechte Präsentation der Daten ist hier ebenso essenziell wie bei allen anderen Seeding-Formaten.

Online-Tool: Ein Online-Tool bietet sich an, wenn der Nutzer selbst aktiv werden soll. Ein solches interaktives Tool kann verschiedenste Themen behandeln. Anhand von einfachen Fragen oder diversen Auswahlmöglichkeiten erhält man ein aussagekräftiges Ergebnis. Das könnte zum Beispiel ein Kalorienzählertool sein, bei dem am Ende ausgegeben wird, wie viel Sport man machen muss, um eine Portion Pommes wieder abzutrainieren. Wie es zu den Ergebnissen kommt, muss wissenschaftlich fundiert sein. Ein zusätzliches E-Book, das alles genauer erklärt, ist ratsam, aber kein Muss.

Kooperationspartner und Experten finden

Der Einfluss von Expertenwissen ist sehr wichtig, doch wie findet man die passenden Experten für das eigene Produkt? Und was genau ist überhaupt ein Experte? Alle Folgenden eignen sich gut:

  • Organisationen, Stiftungen und Vereine
  • Einzelpersonen, die Expertise auf dem entsprechenden Gebiet aufweisen
  • Firmen und sonstige Hersteller
  • Personen, die einen passenden Beruf ausüben

Es können auch mehrere Experten mitarbeiten. Denkbar wäre beispielsweise auch ein bekannter Illustrator, der Zeichnungen für ein E-Book anfertigt. Dazu gesellt sich dann eine gemeinnützige Organisation, die sich mit der Thematik des E-Books befasst und ein Blogger mit großer Fangemeinde, der oft etwas Passendes postet. Durch fachlich fundiertes Wissen und bekannte Personen wird das Seeding-Produkt aufgewertet und erstrahlt in einem ganz anderen Licht. Der Nutzer muss auf jeden Fall von den Experten erfahren, deshalb müssen sie auf der Landingpage erscheinen. So sieht jeder sofort, dass Fachleute daran mitgearbeitet haben und dass es sich um ein glaubwürdiges Produkt handelt.

Die Experten können auf verschiedene Art und Weise eingebunden werden. Das kann ein Interview sein oder eine Geschichte aus deren Leben. Möglich ist auch die Beisteuerung von Fachwissen, indem man sich ausreichend austauscht und das Wissen dann umsetzt. Denkbar wäre ebenso, dass der Experte als Co-Autor oder Autor auftritt.

Argumente für potenzielle Partner (Grafik: Eology)

Von der scheinbaren Bekanntheit und Größe des Wunschpartners sollte man sich nicht abschrecken lassen, vor allem, wenn das Thema aktuell, spannend und individuell ist. Im schlimmsten Fall kommt es zu keiner Kooperation und man sucht weiter.

Fazit

Mit dem richtigen Thema und der Zusammenarbeit mit Experten sind die ersten Grundsteine gelegt. Die Zielgruppe und der Nutzermehrwert dürfen niemals aus den Augen verloren werden. Der Zeit- und Budgetaufwand darf ebenso nicht unterschätzt werden. Die Konzeption einer Seeding-Kampagne nimmt viel Zeit in Anspruch, aber weil das Produkt am Ende eine hohe Qualität aufweisen muss, sollte hier nicht am falschen Ende gespart werden. Um einen guten Inhalt zu erstellen, muss man bereit sein, viel Arbeit zu investieren. Das lohnt sich am Ende jedoch allemal, wenn große Websites vom eigenen Content berichten und dieser sich dadurch verbreitet.

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