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SEO-Audit: So erkennst du schwache Backlinks

SEO-Audit: Ist das ein schwacher oder starker Link? (Foto: alswart - Fotolia.com)

Was früher noch erfolgreich war, ist heute längst verboten. Spätestens wenn Google eingreift, müssen Webmaster reagieren und alte Linklasten abbauen. Der erste Schritt ist dabei eine Analyse der eigenen Backlinks. Und so geht's!

Google informiert Seitenbetreiber in den Webmaster Tools seit August 2013 über „manuelle Maßnahmen“, beispielsweise aufgrund „unnatürlicher Links“. Manuelle Maßnahmen haben direkten Einfluss auf die Rankings einer Website – und damit auch die Menge des organischen Traffics. Wer eine solche Meldung erhält, muss deshalb umgehend reagieren.

Frei nach dem Motto „die Guten ins Töpchen, die Schwachen ins Kröpfchen“, müssen betroffene Webmaster schwache Links aussortieren, ehe sie bei Google einen „Antrag auf erneute Überprüfung“ stellen. In diesem Artikel wollen wir dabei helfen, mit allen notwendigen Infos und praxisnahen Tipps.

Woran erkennt man unnatürliche Links?

(Foto: alswart - Fotolia.com)
Das Problem der Backlinks. Die Lösung: eine SEO-Audit. (Foto: alswart - Fotolia.com)

Die Qualitätsrichtlinien von Google sind eine Art Regelbuch. Sie klären, was erlaubt und was verboten ist. Fast alle Kriterien werden anhand von Beispielen erläutert, manchmal fehlen dennoch glasklare Grenzen.

Wer von einer manuellen Maßnahme betroffen ist, sollte sich zunächst über diese Richtlinien informieren und die „konkreten Empfehlungen“ von Google studieren. Erst im zweiten Schritt folgt dann die Analyse der eigenen Backlinks.

Wir müssen uns nichts vormachen: Wer sofort weiß, warum die eigene Website in die Fänge der Spamjäger geraten ist, weiß auch genau, was er jetzt machen oder lassen sollte. Dieser Artikel richtet sich deshalb an Webmaster, die unter der schlechten Arbeit ehemaliger Mitarbeiter oder Agenturen leiden.

Zählst du zu dieser Gruppe, dann starte wie folgt: Erstelle eine Liste aller ehemals für die Optimierung deiner Website zuständigen Parteien. Kontaktiere sie, idealerweise gleich auf mehreren Kanälen und bitte um schnellstmögliche Antwort. Sei offen, schildere das Problem und bitte um Hilfe.

Mache niemandem Vorwürfe. Bitte um eine Auflistung der ergriffenen Maßnahmen und aufgebauten Backlinks, nicht um ein Geständnis. Versuche den Gründen der Abstrafung auf diesem Wege auf den Grund zu gehen. Sammle erste Indizien und bitte vielleicht auch unbeteiligte Bekannte mit ausreichender Erfahrung um Mithilfe.

Ist trotzdem vollkommen unklar, welche Backlinks zur Abstrafung führten, musst du selbst tätig werden.

1. Sammeln aller verfügbaren Linkdaten

Über nahezu alle SEO-Tools können Webmaster eine mehr oder minder vollständige Auflistung ihrer Backlinks abrufen. Besonders empfehlenswert sind spezialisierte Anbieter, beispielsweise Ahrefs oder Majestic. Wie viele Links diese Anbieter finden, ist allerdings stark vom verwendeten Tool und dessen Index abhängig.

Eine kostenlose aber ebenso unvollständige Alternative bieten die Google Webmaster Tools. Unter „Links zu ihrer Website“ (Menüpunkt: „Suchanfragen“) können Webmaster eine Auswahl der von Google identifizierten Backlinks als Tabelle herunterladen. Für einen möglichst umfassenden Einblick ins eigene Linkprofil sollten Webmaster die Linkdaten von mehreren Quellen kombinieren.

Die exportierte Tabelle sollten Nutzer zunächst um Dopplungen bereinigen. Mithilfe zweier kostenloser Tools kümmern wir uns anschließend um die Aktualität und Qualität der Linkdaten.

  1. Scrapebox Dofollow Test: Das kostenlose AddOn für Scrapebox hilft dir bei der Identifikation von Dofollow- und Nofollow-Links. Da du letztere nicht beachten musst, kannst du sie einfach aussortieren.
  2. Scrapebox Backlink Checker: Mit diesem zweiten kostenlosen AddOn für Scrapebox kannst du den Statuscode der verlinkenden Webseite abrufen. Ist sie nicht mehr erreichbar, kannst du sie getrost aussortieren.

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, jetzt beginnt die Analyse der verbliebenen Backlinks. Für diesen letzten Schritt solltest du je nach Umfang der erstellten Liste ausreichend Arbeitszeit einplanen.

Bevor wir starten, sollten wir uns den wichtigsten Merkmalen eines schwachen Links widmen. Aufgrund der schieren Menge ist eine detaillierte Analyse jedes einzelnen Backlinks kaum möglich.

Idealerweise prüfen Webmaster deshalb schrittweise die folgenden Kriterien, sortieren qualitativ hochwertige Links aus und fokussieren sich anschließend auf die verbliebenen, minderwertigen Links.

Es ist unmöglich, eine wasserdichte Grenze zwischen minder- und hochwertigen Links zu ziehen. Wer dieser Anleitung folgt, braucht deshalb etwas Bauchgefühl und Erfahrung. Wer sich unsicher ist, kommt nicht drumherum etwas Geld in die Hand zu nehmen und einen Experten zu beauftragen.

An diesen Kriterien erkennst du die Qualität eines Links:

  • Pagerank: Der Pagerank ist schon lange kein Rankingfaktor mehr, hilft aber, in kurzer Zeit die stärksten Backlinks zu identifizieren. Untersuche sowohl den Pagerank der gesamten Website, als auch der einzelnen Webseite.
  • Spam-TLDs: Manchmal ist schon die Top-Level-Domain (TLD) das erste Indiz eines minderwertigen Links. Für lange Zeit waren beispielsweise russische Links (.ru) ein günstiges und beliebtes Mittel. Sie sollten nicht automatisch auf deiner Blacklist landen, aber genauer untersucht werden.
  • Title der Webseite: Der Titel einer Webseite macht schnell die thematische Nähe deutlich. Ist ein Zusammenhang vollkommen abwegig, solltest du reagieren. Auch Google weiß, dass ein natürlicher Link eine gewisse thematische Nähe voraussetzt.
  • Ankertext: Wenn du deine Linkdaten über ein SEO-Tool beziehst, kennt du auch dessen Ankertext. Wenngleich das nicht automatisch ein KO-Kriterium ist, sollten bei vielen harten Ankertexten die Warnlampen angehen. Wenn 60 Prozent der Links auf eine Kategorieseite dessen Titel als Ankertext tragen, ist das kein gutes Zeichen.
  • Authorität der Website: Nahezu jedes SEO-Tool definiert die Authorität einer Website über andere Kennzahlen, doch das ist vernachlässigbar. Die Kennzahlen helfen bei einer ersten Analyse die ungewöhnlich starken und schwachen Ausreißer wahrzunehmen.
  • IP-Adresse: Hast du durch deine vorherigen Recherchen erste Indizien für ein Linknetzwerk gefunden? Dann prüfe zumindest, ob ein auffällig großer Teil der verlinkenden Websites die gleiche IP-Adresse hat.

Manche der oben genannten Kriterien kannst du nur über ein kostenpflichiges SEO-Tools beziehen. Die grundlegenden Informationen, beispielsweise Pagerank und Seitentitel, lassen sich über „SEOTools für Excel“ abrufen. Wer das kostenlose Excel-Addin noch nicht kennt, sollte es unbedingt ausprobieren.

Die besprochenen Kriterien dienen als erster Anhaltspunkt, mehr nicht. Nur in absolut eindeutigen Fällen solltest du einen Link aufgrund schlechter Werte aussortieren. Der Regelfall ist eine zweite manuelle Prüfung.

Folgende Indizien können dir helfen, über „Kröpchen“ oder „Töpfchen“ zu entscheiden:

  • Prüfe, ob die verlinkende Webseite über Google auffindbar ist („site:webseite.de“). Ist das nicht der Fall, prüfe schnell auch dessen robots.txt. Helfen kann dabei das Browser-Plugin Seerobots. Sollte die Seite eigentlich indexiert sein, ist das ein schlechtes Zeichen.
  • Schau dir die verlinkende Website an und beantworte folgende Fragen: Handelt es sich um eine hochwertige Webseite mit eigenen Inhalten? Wurde der Link an einer inhaltlich sinnvollen Stelle mit thematisch relevantem Kontext platziert? Falls nicht, gibt es einen triftigen Grund für die ungewöhnliche Platzierung? Kannst du alle Fragen mit einem klaren „Nein“ beantworten, gehört dieser Link ins „Kröpfchen“.
  • Gehe sicher, dass es sich nicht um einen bezahlten Link handelt. Dreht sich auf der Website alles um Schuhe, in diesem einen Beitrag ist jedoch von Hosen – oder Krediten – die Rede, ist das ein schlechtes Zeichen.

Einen groben Überblick über die verschiedenen Linkarten und ihre Wertigkeit für Google gibt Ahrefs im hauseigenen Blog, weitere Informationen zu aktuellen Aussagen von Googles Matt Cutts in Bezug auf Backlinks hat Markus Hövener erst kürzlich auf t3n.de zusammengefasst.

Je erfahrener du bist, desto einfacher wird dir dieser Schritt fallen. Kannst du dich bei einigen Links nicht zwischen „Töpfchen“ und „Kröpfchen“ entscheiden, erspare dir die Ungewissheit und kontaktiere einen SEO-Experten. Sicher ist sicher, erst recht bei einem derart heiklen Thema.

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5 Reaktionen
Schmidtzelot

Bedenklich ist die Abstrafung allemal, wenn man wie Alfred die Analogie des Ganzen betrachtet. Lasse ich über Jahre zu, dass sich gewisse Handlungsweisen einschleichen (ob sie nun unbedenklich sind sei mal dahingestellt ^^), und belohne sie sogar (etliche Seiten mit dumpfem Backlink-Portfolio in den oberen Serps) ist es schon aberwitzig nicht den Algorithmus sondern primär die 'betriebliche Übung' hart anzugehen.
Nunja, Algorithmus in den Kinderschuhen oder nicht, letztlich gehts ums Geld.

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Link Audit Experte

Link Audit ist definitiv wichtig, um schwache oder ggf. Bad Content Backlinks loszuwerden. Ich benutze selber auch die Tools von Scrapebox, den DoFollow Test und den Backlink Checker. Viele SEO Agenturen übersehen leider den Link Audit und gehen Bad Content bzw. schwachen Backlinks gar nicht erst nach - obwohl man diese doch wirklich los werden kann.

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Ulrich Eckardt

Schade, dass kein Download für den Mac angeboten wird.

Grüße

Ulrich Eckardt

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Alfred

Schon sehr bedenklich wie man sich von Google vorführen lässt. Da „spricht“ Google ein Machtwort und schon versuchen tausende von verzweifelten SEO's das umzusetzen. Es gibt Anleitungen, siehe hier, wie man es am besten macht. Und unzählige Stunden werden in die von Google gewünschte „Bereinigung“ investiert. Wenn so viele schlechte Links existieren, sollte nicht Google sein Strategie überdenken? Nein, es wird auf uns alle abgewälzt. Wir alle arbeiten für Google. Wer nicht hört, wird eben bestraft und bekommt keinen Platz unter den ersten SERPs. Google ist nicht nur eine Suchmaschine, sondern auch ein Machtfaktor nach dem sich alle richten sollen (müssen). Sehr bedenklich!

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Matthias Hoffmann

Nutze Seerobots auch, ist ein Super plugin :)
Mit Firefox 29 ist leider die Addonleiste verschwunden, die für dieses Plugin notwendig ist.

Lösung dafür gibt es hier: http://www.hoffmanoid.de/2014/04/29/addonleiste-im-firefox-29-wiederherstellen/

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