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Nach Kriegserklärung: Anonymous übernimmt Attila Hildmanns Internetpräsenz

Attila Hildmann auf einer Corona-Demo in Berlin im Juni 2020. (Foto: Jaz_Online / Shutterstock.com)
Lesezeit: 2 Min.
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Attila Hildmann ist einer der prominentesten Corona-Leugner Deutschlands. Jetzt hat das Hackerkollektiv Anonymous so gut wie alle Kanäle Hildmanns gehackt. Zuvor hatte der Koch dem Hackerkollektiv den Krieg erklärt.

Attila Hildmann war zu Beginn der Coronakrise als einer der prominentesten Verschwörungstheoretiker bekannt geworden. Seit der ersten Corona-Maßnahmen verbreitet der ehemalige Vegan-Influencer in sozialen Medien und in Telegram-Gruppen bizarre Mythen.

Juni 2020: Anonymous und Hildmann geraten aneinander

Erstmals ins Visier des losen Hackerkollektivs Anonymous geriet der Koch im Juni 2020. Die Hacker:innen hatten die Website zu Hildmanns Energydrink gehackt und Screenshots vom Serververzeichnis veröffentlicht. Wenige Tage später – am Mittwoch, den 17. Juni 2020 – gab Anonymous bekannt, Hildmanns Telegram-Gruppe „Demokratenchat“ infiltriert zu haben. Zuvor hatte der Koch Administrator:innen für den Gruppenchat gesucht. Nach eigenen Angaben nutzten die Hacker:innen die Gelegenheit, einen Aktivisten einzuschleusen, der dann etwa 2.000 Mitglieder aus der Gruppe warf. Hildmann sprach dem Kollektiv daraufhin eine Kriegserklärung aus.

Videobotschaft an Hildmann

Am heutigen Montag hat Anonymous offenbar zum Rückschlag ausgeholt. Der Twitterkanal Anonymous Germany teilte mit, eine ganze Reihe Domains des Kochs, darunter auch seinen Webshop sowie zahlreiche Telegram-Gruppen, gekapert zu haben. Zu sehen gibt es hier jetzt lediglich ein Video, wo ein:e maskierte:r Kapuzenträger:in der Welt, Europa, Deutschland und Attila Hildmann mit verzerrter Stimme erklärt, warum es eine schlechte Idee war, sich mit Anonymous anzulegen.

Aus dem Video und einem Blogpost geht hervor, dass Hildmann sich offenbar von den Hacker:innen hereinlegen ließ. Ein Mitglied des Kollektivs hatte sich offenbar mit dem Koch angefreundet und dessen Vertrauen gewonnen, sich dann aber gegen ihn und an Anonymous gewandt. Hildmann sei leichtgläubig in eine Falle gelaufen und habe ihm im Glauben, „einen Freund fürs Leben gefunden zu haben“, „alles anvertraut“, so die Stimme im Video – darunter seine Telegram-Kanäle und -Gruppen, Websites, E-Mails, Notizen, Kontakte, persönliche Daten von Follower:innen und Kund:innen. In den kommenden Tagen plant das Kollektiv laut der Videobotschaft, Behörden und Presse Hildmanns wahres Gesicht offenzulegen.

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Was ist Anonymous?

Die Frage, was Anonymous eigentlich ist, ist nicht so einfach zu beantworten, eine feste Gruppierung ist Anonymous nämlich nicht. Vielmehr ist Anonymous eine Bewegung und ein loses Kollektiv ohne Mitgliedschaften, Führung, Hierarchie oder Organsationsstruktur. Theoretisch könnte sich demnach jede:r Anonymous nennen. Grundsätzlich ist die Ausrichtung von Anonymous trotz der losen Struktur aber eindeutig pro Freiheitsrechte und gegen Rechtsextremismus. Aktiv und bekannt ist die Gruppierung seit 2008. Seitdem gerieten neben Einzelpersonen Behörden, Konzerne und auch Urheberrechtsgesellschaften oder Sekten wie Scientology ins Visier der Hacker:innen. Das Markenzeichen des Kollektivs sind die aus dem Graphic Novel „V for Vendetta“ entlehnten weißen Masken, die ursprünglich das Gesicht des britischen Freiheitskämpfers Guy Fawkes darstellen sollten.

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9 Kommentare
Dave
Dave

Gebt solchen Leuten doch bitte keine Bühne.

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Matthias Martin
Matthias Martin

Aber Hildmann soll seine Bühne weiter behalten können?

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Franziska
Franziska

Sorry, aber mit dem Genderquatsch kann man keinen Beitrag mehr flüssig lesen… Das ist wie Schotter auf der Autobahn.

Antworten
Chris
Chris

Doch, klar kann man das. Ist wirklich gar nicht so kompliziert.

Antworten
Sprachfuchs
Sprachfuchs

Warum bei „einer der prominentesten Corona-Leugner Deutschlands“ lediglich „Leugner“ zum Einsatz kommt, bei Hacker:innen und Kund:innen jedoch diese Form, erschließt sich wohl auch nur der Autorin…

Antworten
Chris
Chris

Das stimmt, richtig stringent ist es nicht. Vielleicht dachte sich die Autorin, dass es in dem ersten Fall reicht, wenn der Hildmann unter den Leugner einer der bekanntesten ist und nicht auch noch unter den Leugnerinnen.

Bei den Hacker:innen, Kund:innen macht es durchaus mehr Sinn, da das Geschlecht nicht bekannt ist bzw. die Gruppe sehr wahrscheinlich mehrgeschechtlich ist.

Aber vermutlich ist es einfach ein Fehler gewesen und wird vielleicht aufgrund deiner Anmerkung korrigiert. Es ist auf jeden Fall in meinen Augen schwerer durchweg gendergerecht zu schreiben, als zu lesen.

Daniel
Daniel

Das ist leider üblich! Bisher habe ich auch nur Artikel gelesen, die ausschließlich positive/neutral besetzte Begriffe gendern. Faschist:innen, Leugner:innen, Mörder:innen, Attentäter:innen und Co. sind nicht existent.

„Es ist auf jeden Fall in meinen Augen schwerer durchweg gendergerecht zu schreiben, als zu lesen.“

Es bleibt ein seltsames Konstrukt, dass versucht sich um Genus/Sexus zu manövrieren.

Jim Knopf
Jim Knopf

na besser denen als Hildmann:-)
Sowas ist wenigstens lustig

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Durchwinker
Durchwinker

Aka man provoziert Hildmann, bekommt eine Antwort, provoziert aus dem Nichts mit Hacken weiter, um ihn dann richtig auflaufen zu lassen? Das kann man nun wirklich nicht mehr als Rache bezeichnen. Das kam von denen.

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