Glosse

Corona: Richtiges Lüften – und wie sich Reibereien im Team vermeiden lassen

Stoßlüften, Querlüften, Fenster auf Kipp? Wie du richtig lüftest. (Foto: Shutterstock)

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Stoßlüften, Querlüften, Fenster auf Kipp? Welche vorbeugende Maßnahme sinnvoll gegen das Coronavirus ist und wie sich Frostbeulen abholen lassen, öfter Frischluft ins Büro zu lassen.

Die meisten Menschen haben vor der Pandemie noch nie von ihnen gehört: Aerosole. Diese winzig kleinen Schwebeteilchen fliegen durch die Luft und spielen laut der Coronaforschung eine weitaus größere Rolle bei der Ansteckung mit Covid-19 als zunächst angenommen. Wie Pollen, die vom Wind aufgewirbelt werden, breiten sich auch Aerosole im Raum aus, verdichten sich und können so das Virus über die Luft an den Menschen weitergeben. Auch deshalb ist eine Methode dieser Tage bei der vorbeugenden Bekämpfung en vogue geworden, die, anders als Aerosole, auch schon vor der Pandemie bekannt war: das Lüften.

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Stoßlüften, Querlüften, Fenster auf Kipp – was hilft?

Die Wissenschaft ist sich einig: Frischluft durch Lüften tut dem Körper gut. (Foto: Shutterstock)

Eigentlich eine zutiefst deutsche Tugend und doch, so stellt sich heraus, gibt es Uneinigkeit darüber, wie richtig gelüftet wird. Die Allgemeinheit kennt drei Arten des Lüftens: das Stoßlüften, das Querlüften und das Fenster auf Kipp. Während die ersten beiden Methoden effektiv sind, bringt letzteres so gut wie gar nichts. Das Fenster auf Kipp, so viel lässt sich gleich zu Beginn sagen, kann von der Liste gestrichen werden, denn ein Luftaustausch würde ewig dauern. Bleibt das Stoß- und das Querlüften. Haben Büroarbeitende die Möglichkeit, sollten sie auf das Querlüften zurückgreifen. Denn: Ein kompletter Luftaustausch lässt sich so am schnellsten garantieren.

„Einer sitzt auch bei Minusgraden noch im T-Shirt, andere frieren selbst im Sommer.“

Beim Querlüften öffnen Interessierte zwei gegenüberliegende Fenster, in das eine strömt die Luft ein und durch das andere aus. Obvious. Durch den Luftzug können Aerosole am besten aus dem Raum getragen werden. Aber auch Stoßlüften ist hilfreich, vor allem in kleineren Räumen. Beides hilft vor allem dann, wenn gut und gerne einmal pro Stunde etwa 10 bis 15 Minuten gelüftet wird – so die Empfehlung der Virologinnen und Virologen. Und genau da kommt es oft zum Problem, denn wie immer hadert es meist am Anwender. Ob gelüftet wird oder nicht, entscheidet das Team fast nie ohne kleinere Reibereien. Einer sitzt auch bei Minusgraden noch im T-Shirt, andere frieren selbst im Sommer.

Wer entscheidet also? Natürlich der Chef, oder? Die richtige Antwort lautet: Nein, per Dekret sollte das lieber nicht passieren. Denn auch was die Raumtemperatur angeht, hat ein Arbeitgeber eine Schutzpflicht und sollte sicherstellen, dass niemand unnötig frieren muss. Aber wie geht’s denn sonst? Zunächst einmal sollten alle im Team von den Segnungen des Lüftens überzeugt werden: Neben der vorbeugenden Coronamaßnahme hat gute Luft ja auch noch den Vorteil, dass einerseits die Konzentrationsfähigkeit jeder Person profitiert und andererseits auch die Organe besser mit Sauerstoff versorgt werden, was die Energieumwandlung fördert.

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Gute Gradmesser für die Luftqualität sind übrigens CO2-Messgeräte. Ob die Luft gerade gut oder schlecht ist, ist nämlich auch so eine Sache, über die sich trefflich streiten lässt. Ein ziemlich unparteiischer Schiedsrichter findet sich in den hilfreichen Gadgets. Ist der CO2-Wert im Raum hoch, gilt das auch für die Aerosol-Belastung. Denn beide Werte steigen, je mehr ausgeatmete Luft im Raum steht. Dabei ist es faszinierend, zu sehen, wie schnell die Geräte ausschlagen, wenn alleine nur fünf Leute in einem Raum sitzen. Wer glaubt, es sei übertrieben, einmal pro Stunde zu lüften, wird sehr schnell eines Besseren belehrt. Ja, da stockt einem schon mal der Atem!

Einfach mal auf Durchzug schalten

Also: Nicht Lüften ist das neue Rauchen! Vielleicht lässt sich mit diesem Claim ja die ein oder andere Person überzeugen, das Fenster öfter weit zu öffnen. Davon profitiert, wer den zweiten Schritt erwägt: gemeinsam eine Vereinbarung aufstellen – egal, ob sie auf der pauschalen Empfehlung von Virologen basiert oder auf individuelle Warnsignale eines technisches Helferleins. Stellt das Team eine gemeinsam getroffene Regel auf und sorgt dafür, dass sie eingehalten wird, gibt es keinen Stress. So können sich Frostbeulen darauf einstellen, dass es kurz kalt wird, und binnen dieser Zeit einfach einen warmen Tee in der Company-Küche trinken gehen.

Am besten lassen sich Streitigkeiten im Team über das Lüften jedoch mit der wohl effektivsten Methode lösen: dem erneuten Umzug ins Homeoffice. Dort können Mitarbeitende nämlich selbst entscheiden, welchen Maßstab sie an ihre Luftqualität ansetzen, und zwar ohne andere Kolleginnen und Kollegen zu nerven oder eben auch zu gefährden. Das Homeoffice, darüber lässt sich nämlich nicht streiten, ist für Büroarbeitende mit eine der besten Methoden, um der Verbreitung von Covid-19 etwas entgegenzusetzen. Wer dann doch gelegentlich mal für wichtige Besprechungen ins Office kommt, ist dann sicher auch etwas kompromissbereiter.

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Ein Kommentar
Kaiser v. China
Kaiser v. China

Solche Artikel, wie diese tragen dazu bei, dass die Leute bekloppt werden.

Innen müsst ihr ohne Heizung lüften aber draußen dürft ihr nur mit Maske rum laufen.

Euch haben sie echt den Stacheldraht durch’s Hirn gezogen.

Antworten

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