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Mac Studio: Apples Neuester für Kreative und Entwickler im Test

Der neue Mac Studio schließt die Lücke zwischen dem iMac mit 24 Zoll und dem Mac Pro. Wir konnten die beeindruckende Performance im kompakten Gehäuse testen und verraten euch, für wen sich der Mac Studio eignet.

Von Sébastien Bonset
5 Min. Lesezeit
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Bild: Apple

Jahrelang mussten sich Apple-Power-Nutzer, die einen Desktop bevorzugen, zwischen einem Mac Pro ab rund 6.500 Euro und einem Mac Mini ab rund 800 Euro entscheiden. Wer bereit war, Rechner und Display in einem Gerät zu kaufen, konnte natürlich auch auf den iMac setzen. Der neue Mac Studio in der Grundausstattung für 2.300 beziehungsweise 4.600 Euro ist daher für viele Nutzer interessant – und das nicht nur aufgrund der wirklich beeindruckenden Leistung, sondern auch aufgrund der kompakten Bauart. Die Preise erscheinen auf den ersten Blick hoch, aber sie entsprechen denen von Workstations anderer Hersteller, die auf die Bearbeitung von 4K- und 8K-Videomaterial ausgelegt sind.

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Direkt vorweg wollen wir daher festhalten, dass der Neue sich in erster Linie an professionelle Nutzer, Kreative und Entwickler richtet. Wer in erster Linie mit Textverarbeitung, Browsing, Mail und gelegentlicher Bildbearbeitung beschäftigt ist, gehört nicht zur primären Zielgruppe. Allerdings ist der Rechner auch für Menschen interessant, die sich schon lange einen „besseren“ Mac Mini wünschen. Die Einsteiger-Version mit M1 Max bietet nicht nur mehr Leistung als ein Macbook Pro mit M1 Max, sondern kostet auch deutlich weniger und bietet dabei jede Menge Anschlüsse.

Mac Studio Display

Der Mac Studio passt gerade so eben unter das Studio Display. (Bild: Apple)

Mac Studio sieht aus wie aufeinandergestapelte Mac Minis

Der Mac Studio erinnert stark an den Mac Mini. Die Abmessungen beider Systeme sind bis auf die Höhe ebenfalls gleich. Würde man drei Mac Minis übereinander stapeln, wäre der Turm fast genau so hoch wie ein Mac Studio. Damit ist das Gerät so kompakt, dass es gut auf einen Schreibtisch und unter das neue Studio Display, das wir ebenfalls getestet haben, passt. Das ist auch gut so, denn auf diese Weise kommen Nutzer bequem an die vielen unterschiedlichen Ports.

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Wer mehr Details über die Kühlung des Rechners erfahren möchte, dem sei unser exklusives Gespräch mit drei hochrangigen an der Entwicklung beteiligten Apple-Mitarbeitern empfohlen. Im Kern tritt Luft an der Unterseite ein, zirkuliert im Gehäuse und wird an der Gehäuserückseite wieder ausgestoßen. Das Ganze funktioniert erfreulich leise. Wir mussten uns beim Testen schon sehr anstrengen, damit die Lüfter hochfuhren. Allerdings gibt unser Testgerät auch im Ruhezustand ein leises Surren von sich, das uns aber nicht störte.

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Apples Mac Studio glänzt mit großer Anschlussvielfalt. (Screenshot: t3n; Apple)

Anschlussvielfalt

An der Rückseite bietet der Mac Studio vier Thunderbolt-4-Anschlüsse, zwei USB-A-Anschlüsse, einen Zehn-Gigabyte-Ethernet-Port, einen Kopfhöreranschluss und einen HDMI-Port. Vorderseitig sind beim M1-Max-Modell noch zwei USB-C-Ports und ein SDXC-Kartenleser zu finden. Das Modell mit M1 Ultra bietet vorne statt USB-C Thunderbolt 4.

Leider handelt es sich beim HDMI-Anschluss um HDMI 2.0 statt 2.1. Das heißt, dass die maximale Auflösung auf 4K bei 60 Hertz beschränkt ist. Für Nutzer, die ihren Mac Studio ans Studio Display anschließen, ist das kein Problem, da dem neuen Bildschirm Promotion und damit 120 Hertz fehlt. Allerdings dürfte sich manch professioneller Nutzer darüber ärgern. Insgesamt lassen sich bis zu fünf Displays verbinden.

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Powerhouse selbst in der Einsteiger-Variante

Der Mac Studio, den wir testen konnten, verfügt über einen M1 Max mit zehn Kernen, 16 Neural-Engine-Kerne, eine GPU mit 32 Kernen, 64 Gigabyte Arbeitsspeicher und vier Terabyte SSD. Während unserer Tests verhielt sich der M1 Max im Mac Studio genau so wie der M1 Max in den aktuellen Macbook Pros. Zuvor waren wir uns nicht ganz sicher, ob derselbe Chip im Mac Studio nicht vielleicht noch mehr Leistung auf die Straße bringen würde als in mobilen Apple-Rechnern. Immerhin muss bei einem Desktop keine Rücksicht auf Batterielaufzeit genommen werden. Dem ist allerdings nicht so.

Bezüglich der Performance verweisen wir daher auch auf unseren Test des Macbook Pro mit 14 Zoll und M1 Max. Beeindruckend beim Mac Studio ist für uns neben der mehr als ausreichenden Leistung in erster Linie die Energieeffizienz. Der Rechner liefert jede Menge Leistung, ohne dabei besonders viel Wärme und damit Geräuschentwicklung durch die Lüfter zu produzieren.

Apples Macbook Pro unterstützt den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Studio Displays. (Bild: Apple)

Wer den Aktivitätsmonitor bemüht, erkennt schnell, dass bei alltäglichen Aufgaben wie Browsing, Textverarbeitung oder Messaging in erster Linie die Efficiency-Cores verwendet werden, während die Performance-Kerne idle sind. Wer den Mac Studio also an seine Leistungsgrenzen bringen will, muss schon zu professionellen Anwendungen und großen Dateien greifen. 35 Sekunden 8K-Videomaterial konnten wir in Final Cut Pro in rund 24 Sekunden exportieren. Einen CT-Scan mit 54 Millionen Voxeln konnten wir in Horos Mobile ohne Probleme betrachten und rotieren und in einem Xcode-Skript acht Simulatoren gleichzeitig laufen lassen, ohne dass der Mac Studio ins Schwitzen kam.

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Bei besonders großen Dateien zahlt sich die Unified-Memory-Architektur von Apple aus, denn sie ermöglicht der GPU je nach Szenario Zugriff auf den kompletten Arbeitsspeicher des Systems. Das ist auch einer der Gründe dafür, warum wir den meisten Power-Usern zum Mac Studio mit M1 Max statt M1 Ultra raten würden. Selbst aufwändige Videobearbeitung in 8K steckt die Einsteiger-Variante dank 64 Gigabyte potenziellem Videospeicher locker weg.

Für wen eignet sich der Mac Studio?

Der Mac Studio bietet in vielen Fällen genug, um einen Mac Pro zu ersetzen – und das zu einem Bruchteil des Preises. Selbst das Modell mit dem M1 Max kann sich in einigen Szenarien mit einem Mac Pro messen – und das bei einer vorzüglichen Energieeffizienz und einem leisen Betrieb. Uns haben außerdem die gute Ausstattung mit vielen Anschlüssen und die Möglichkeit, bis zu fünf Displays anzuschließen, gefallen. Ein fader Beigeschmack bleibt allerdings. Obwohl Apple selbst beim Mac Studio von einem modularen System spricht, lässt sich der Rechner im Nachhinein nicht upgraden.

Mac Studio: Der SD-Kartenleser und zwei USB-C-Ports sind leicht zu erreichen. (Screenshot: t3n; Apple)

Wer damit leben kann, erhält mit dem Mac Studio eine Maschine, die für viele Jahre ihren Dienst leisten wird. Als Rechner für den Alltag bietet sie weit mehr Leistung als die meisten Nutzer je benötigen werden. Wer allerdings bei seiner Arbeit regelmäßig auf einen Export oder ein Rendering warten muss, wird mit dem Mac Studio in den Genuss deutlich beschleunigter Workflows kommen. Auch bei der Bildbearbeitung waren wir beim Testen von der Geschwindigkeit überzeugt. Das Einsteigermodell hat bei alltäglichen Aufgaben keinerlei Probleme, was bei den Ergebnissen unterschiedlicher Benchmark-Tests keine Überraschung ist. Die wirkliche Überraschung für die meisten Nutzer dürfte das leise Laufen des Computers selbst bei 100 Prozent Last sein. Das allein in Kombination mit der kompakten Form und den vielen Anschlüssen macht den Mac Studio mit M1 Max zu dem Preis selbst für Nutzer interessant, die bisher einen Mac Mini genutzt haben. Das trifft umso mehr zu, wenn diese Nutzer bereits über einen Bildschirm verfügen und nicht noch das neue Studio Display anschaffen müssen.

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Kantenhuber

„Als Rechner für den Alltag bietet sie weit mehr Leistung als die meisten Nutzer je benötigen werden.“

Das ist ja mir den meisten Rechnern, die noch der alten Strategie „es kann nie genug davon da sein…“ folgen.

Die Zukunft wird aber eher mit der Frage bestritten, wie man mit sehr viel mehr Effizienz einerseits und der genauen Kalkulation von Leistung und Effekt man arbeitet. Und Energie und Ressourcen man einsparen kann. In sofern ist der Mac Studio/Mini sicher ein sehr guter Ansatz.

Bei den Displays scheint Apple noch nicht über das Normalmaß hinaus gewachsen zu sein.
Ein aufrecht stehendes Display mag ja ganz nett sein und für Office in Ordnung. Aber bei Kreativen?

Ein kapazitives Display, möglichst flach und mit einer beweglichen Mimik unten drunter in Verbindung mit einer drahtlosen Kommunikation wäre für diejenigen Kreativen, die vor allem auch bildschöpfend arbeiten, schon eine hervorragende Alternative und würde Apple weit über das Normalmaß hinaus abheben. Nur ein hübsches Alugehäuse allein ist jetzt nicht so die überbordende Glanznummer.

Antworten
Andreas G.

Mit Modular meint Apple dass Rechner und Bildschirm getrennt sind und nicht eins wie beim iMac.
Für mich optimal, da ich einen alten MacPro ersetzen muss, Bildschirm, Maus und Tastatur aber schon habe.

Antworten
Andreas G.

Da hat aber mal jemand Ahnung. Das Studio sieht genau so wie ein Mac Mini, nur höher, aus.
Und wer hat den Mac Mini gemacht und stolz präsentiert? Steve Jobs…

Antworten

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