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„Massive russische Cyberangriffe“: Ukraine sieht kritische Infrastruktur seiner Verbündeten bedroht

Das ukrainische Verteidigungsministerium warnt seine Verbündeten vor angeblich bevorstehenden Cyberangriffen. Russland werde vorrangig in die Energiesysteme der Ukraine und seiner Unterstützer einzudringen suchen, heißt es.

3 Min.
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Russland soll laut Ukraine Angriffe auf die kritische Infrastruktur planen - auch im Westen. (Bild: Shutterstock)

Die gesamte kritische Infrastruktur sei gefährdet, heißt es aus Kiew. „Massive Cyberangriffe“ befänden sich bereits in Vorbereitung, schreibt das Verteidigungsministerium des angegriffenen Landes in einer am Montag veröffentlichten Erklärung.

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„Der Kreml plant massive Cyberangriffe auf kritische Infrastruktureinrichtungen ukrainischer Unternehmen und kritische Infrastruktureinrichtungen von Verbündeten der Ukraine. In erster Linie wird der Schlag gegen Unternehmen des Energiesektors gerichtet sein. Die Erfahrungen aus den Cyberangriffen auf die Energiesysteme der Ukraine in den Jahren 2015 und 2016 werden bei der Durchführung der Operationen genutzt werden.”

Wenn die Warnungen der Ukraine stimmen, wäre demnach mit dem Einsatz der Schadprogramme Black Energy und Industroyer zu rechnen, die bereits bei früheren Angriffen eingesetzt wurden. In den Jahren 2015 und 2016 hatten Hackergruppen, die dem russischen Inlandsgeheimdienst GRU zugerechnet werden, mit unterschiedlichem Erfolg versucht, die ukrainische Stromversorgung und Industrieproduktion zu unterbrechen.

Malware Industroyer2 schon im Frühjahr in Ukraine lokalisiert

Dass es offenbar eine neue Version des Industroyer gibt, hatte der ukrainische Cybersicherheitschef Victor Zhora bei seinem überraschenden Besuch auf der Black-Hat-Konferenz im US-amerikanischen Las Vegas berichtet. Vom 6. bis zum 11. August 2022 hatte sich dort die Cybersicherheitsbranche getroffen, um neue Entwicklungen zu besprechen und sich gegenseitig in Schulungen auf den Stand der Technik zu bringen.

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Zhora nutzte das Forum mit Experten aus 111 Ländern, um das Thema der Kriegsführung im Cyberzeitalter mit aktuellen Beispieles aus der russischen Kriegsführung zu beschreiben. Danach habe sein Team seit Ende Februar so viele Hackerangriffe abzuwehren wie nie zuvor.

Im Zuge der intensiven Untersuchungen habe sein Team dann „Industroyer2“ entdeckt – einen offensichtlichen Nachfolger der beim Cyberangriff von 2016 eingesetzten Malware. „Industroyer2“ soll wohl auch im Zentrum des nun erwarteten Angriffs stehen.

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Neue Cyberangriffe könnten deutlich größere Dimensionen haben

Der sei allerdings deutlich größer angelegt. Neben neuen Cyberangriffen auf ukrainische Energieanlagen „beabsichtigt der Kreml auch, die Intensität von DDoS-Angriffen auf die kritische Infrastruktur der engsten Verbündeten der Ukraine, vor allem Polen und die baltischen Staaten, zu erhöhen“, warnt das Verteidigungsministerium.

Neu an der Warnung wäre indes nur die behauptete Dimension. Schon bislang stellen Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) gegen die Ukraine und ihre verbündeten Staaten eine gängige Taktik dar.

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So hatte etwa ein Hackerangriff auf rund 6.000 Windenergieanlagen in Zentraleuropa zu wochenlangen Ausfällen geführt. Den Hackern war es dabei gelungen, die Modem-Hardware, die für die Fernwartung der Anlagen erforderlich ist, so zu beschädigen, dass sie ausgetauscht werden musste.

Die neue Warnung ist nicht unplausibel. Russlands Präsident Wladimir Putin sieht sich durch militärische Erfolge der ukrainischen Truppen zunehmend in die Enge gedrängt und hatte jüngst mehr als 300.000 Reservisten zum Kriegsdienst einberufen.

In mehreren Scheinreferenden versucht der Kreml, noch in dieser Woche Gebiete im Osten der Ukraine pseudodemokratisch zu russischem Staatsgebiet erklären zu lassen. Für den Fall, dass die Ukraine die dann angeblich russischen Territorien angreifen werden, hatte Putin mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht.

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Cyberangriffe für Russland weniger risikobehaftet als ein Atomschlag

Cyberangriffe wären allerdings die deutlich sicherere Option für die russische Kriegsführung. Darauf setzt auch das Cybersicherheits-Team der Google-Tochter Mandiant. Gegenüber The Register erklärte dessen Vizechef John Hultquist:

„Russland steht unter enormem Druck, und Cyberangriffe könnten ihm die Möglichkeit geben, darauf zu reagieren, ohne ernsthafte militärische Konsequenzen zu riskieren. Es gibt immer noch erheblichen Spielraum für eine Eskalation seitens Russlands, insbesondere in Bezug auf die Verbündeten der Ukraine.“”

Bislang seien die russischen Cyberangriffe außerhalb der Ukraine „sehr zurückhaltend“ gewesen, fügte Hultquist hinzu. Auf den Punkt gebracht, haben die Google-Experten jedoch keine konkreten Hinweise auf unmittelbar bevorstehende Angriffe im von Kiew prognostizierten Ausmaß.

Das bedeute indes nicht, dass es nicht dazu kommen könnte, macht Hultquist klar. Immerhin hätten „diese Akteure eine lange Tradition, unter dem Radar zu bleiben“.

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