Kolumne

Mobile Payments: Intakter Wachstumstrend – auch für Anleger

(Foto: Euro Kartensysteme)

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Vor allem die Aktien kleinerer Payment-Unternehmen haben zuletzt einen Rückschlag erlitten. Obwohl der Trend intakt ist, dürfte der eine oder andere Anleger daher nervös geworden sein. Doch Grund zur Panik besteht nicht.

Über Jahre galten die Deutschen als Kartenmuffel. Nur Bares ist Wahres, so die häufige Meinung. Doch spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist mobiles Bezahlen eine ernstzunehmende Option. Der Mobile Payment Monitor 2020 von Visa in Zusammenarbeit mit Forsa macht unmissverständlich klar: Mobile Payment liegt voll im Trend, zahlen doch inzwischen 56 Prozent der Befragten mit der Karte. Das Bargeld büßt dagegen an Beliebtheit ein. Nur noch 32 Prozent der Deutschen ziehen Münzen und Scheine vor. Während derartige Erhebungen in der Vergangenheit hin und wieder an der gefühlten Realität vorbeigingen, besteht die Untersuchung von Visa den Realitätscheck – selbst in vielen Bäckereifilialen finden sich heute Lesegeräte für Karten.

Wie geht es nach dem Crash weiter?

Dass der Boom des Mobile Payments nicht nur in den Köpfen der Marketingabteilungen der jeweiligen Unternehmen stattfindet, belegt auch die Praxis. Mobil zu bezahlen ist vor allem einfach und überzeugt daher immer mehr Kunden. Inzwischen sind auch die Sparkassen mit dabei – Beleg genug, dass Mobile Payment zu einem Massenphänomen geworden ist. Derartige Trends bieten auch für uns Investoren immer wieder gute Chancen. Die Liste der potenziellen Investitionsziele ist dabei lang: Unternehmen wie Mastercard oder Visa gelten zwar als alteingesessen und alles andere als hip, doch überzeugen sie in vielen Bereichen. Neben dem etablierten Geschäft und der hohen Profitabilität schürfen die großen Kreditkartengesellschaften auch einen wichtigen Rohstoff des 21. Jahrhunderts: Daten. Auch aus diesem Grund bezahlen Investoren für eine Visa-Aktie aktuell das rund Dreißigfache des zu erwartenden Gewinns je Anteilsschein.

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Neben den arrivierten Playern gibt es noch eine ganze Reihe kleinerer Gesellschaften, wie etwa Paypal oder Square. Während die meisten t3n-Leser längst einen Paypal-Account haben dürften, ist Square womöglich weniger bekannt. Das Unternehmen bietet Hard- und Software-Lösungen rund um mobiles Bezahlen an und hat vor allem kleinere Geschäfte als Kunden. Seit der coronabedingten kräftigen Börsen-Korrektur hat die Aktie von Square in der Spitze um mehr als 300 Prozent an Wert zugelegt. Bei Paypal waren es in der Spitze noch immer mehr als 150 Prozent. Doch dann kam die erste September-Woche: Sämtliche Technologie-Titel haben zuletzt auf breiter Front teils kräftig Federn lassen müssen; einige Titel büßten innerhalb kürzester Zeit um mehr als zehn Prozent an Wert ein.

Chancen und Risiken streuen

Weitsichtige Investoren lassen sich von derartigen Kursbewegungen aber nicht abschrecken. Im Gegenteil: Eine Korrektur, wie wir sie zuletzt gesehen haben, kann für alle, die auf den Mobile-Payment-Trend als Ganzes setzen wollen, als eine Chance zum Einstieg gesehen werden. Nun in die erstbeste Mobile-Payment-Aktie zu investieren, ist aber sicherlich keine gute Idee. Die jüngste Korrektur rund um die Technologie-Titel kommt schließlich nicht von ungefähr: Viele verschiedene Unternehmen buhlen um die Gunst von Kunden oder Investoren. Gerade kleinere Gesellschaften haben in der Regel auch eine große Konkurrenz. Aus diesem Grund sollten interessierte Anleger bei Payment-Aktien ganz genau hinschauen, in welche Werte sie ihre Ersparnisse investieren wollen.

Vor allem Anleger, die weder die Zeit noch das Wissen haben, um die aussichtsreichsten Kandidaten zu identifizieren, sollten aber einzelne Aktieninvestments eher meiden. Stattdessen sollten die Chancen und Risiken eher auf viele Schultern verteilt werden. Möglich ist das beispielsweise mit passiv gemanagten Fonds, so genannte ETF. Ein Beispiel dafür könnte etwa der Invesco KWB Nasdaq Fintech UCITS ETF sein, der 47 kleinere Fintech-Titel sowie bekannte Gesellschaften wie Visa oder Mastercard bündelt. Derart breit aufgestellt, reduzieren Investoren Einzeltitelrisiken, die insbesondere bei kleineren Aktien stark ins Gewicht fallen können.

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