Porträt

Dieses DHDL-Startup will den ADAC überflüssig machen

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Daraufhin nahm er sein Smartphone in die Hand und stieß über eine Google-Suche auf den Abschlepp-Unternehmer Frank Heck. „Auf der Fahrt in die Werkstatt kamen wir ins Gespräch und unterhielten uns über die Defizite bei der Pannenhilfe. Lange Wartezeiten, nervige Callcenter und intransparente Kosten“, sagt Satschdeva. So ergab sich 2016 die Idee, gemeinsam eine Pannenhilfe-App zu entwickeln.

Die beiden Gründer investierten bis heute rund 60.000 Euro in den Aufbau ihres Unternehmens. Ein Gehalt haben sie sich angeblich noch keines ausgezahlt. „Alles was wir eingenommen haben, haben wir auch wieder investiert“, so Satschdeva weiter. Dies ist auch dringend nötig – denn der Markt ist groß: Neben dem ADAC konkurriert die Myschleppapp noch mit weiteren Automobilclubs wie AVD, ACE oder Jimdrive. Außerdem will Myschleppapp jene Kunden gewinnen, die noch gar keine Mitgliedschaft haben: Davon gebe es in Deutschland etwa sieben Millionen.

Taugt das Geschäftsmodell der Myschleppapp?

Ob aus der Myschleppapp so schnell das erhoffte Millionen-Business erwachsen kann, ist allerdings fraglich. Das Geschäftsmodell erfordert viel Geduld: So wird die App in den Stores kostenlos angeboten, während teilnehmende Pannenhelfer eine monatliche Nutzungspauschale in Höhe von 8,50 Euro entrichten. Deutschlandweit gibt es nach Angaben der Gründer jedoch gerade mal 1.500 gewerbliche Pannenhelfer. Zudem wollen sie an jeder Abschleppung über eine Provision zwischen einen und fünf Euro mitverdienen. Zwar gebe es täglich 20.000 Pannen auf deutschen Straßen. Bislang würden pro Monat jedoch erst 500 davon auch über die App vermittelt.

Das Myschleppapp-Team bei seinem Auftritt in „Die Höhle der Löwen“. (Foto: Vox)

Das spiegelt sich auch in den bisherigen Umsätzen wider: Die Prognose für dieses Jahr gibt Myschleppapp auf Nachfrage mit 50.000 Euro an. 2018 soll dieser dann auf 100.000 Euro, und 2019 auf 250.000 Euro steigen. Trotzdem sind die Gründer von ihrer Idee überzeugt: „Wenn wir zehn Prozent aller Pannen über unsere App abwickeln, dann funktioniert und Modell sehr gut und skaliert auch“, sagt Satschdeva. Auch könnten sie ihre Technologie anderen Unternehmen wie beispielsweise Carsharing-Anbietern, Autovermietungen oder Versicherungen zur Verfügung stellen.

Doch vorher soll die Myschleppapp erst einmal wachsen – auch deswegen treten Santosh Satschdeva und Frank Heck am Dienstagabend bei „Die Höhle der Löwen“ auf. Mit einem möglichen Investment soll die App weiterentwickelt und in anderen europäische Ländern zum angeboten werden. Die beiden Unternehmer sind zuversichtlich: „Wir rechnen mit 30.000 Downloads am Abend der Ausstrahlung.“

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6 Kommentare
lola
lola

Und dann kommt ein wilder Autohändler mit der arabischen Verhandlungstaktik der mir erklärz das er mir noch 100 Euro für mein Auto zahlt oder mich im Regen stehen lässt.
Oder der Onlinepartner erklärt mit per APP das er zwar zuständig wäre, aber so weit in der Nacht nicht mehr fahren will

Mich ist der ADAC oder die anderen da lieber, der beschäftigt und bezahlt Profis

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Nico
Nico

eine Integration für Fahrzeuge mit eigener SIM wäre auch interessant. Ein zusätzlicher Button neben dem sos Button mit Übermittlung der GPS Koordinaten. Oder ins Media System integriert.

Gibt es das schon bei Herstellern die eine Mobilitätsgarantie bieten?

Man kann auch Pannen an gefahrenstellen haben (Autobahn) und da ist eine schnelle unkomplizierte Hilfe angebracht.

Bzgl. Schlechter pannenhelfer gibt’s ja sicher auch Bewertungen zu vergeben. die fliegen halt schnell wieder aus dem System.

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Franzl
Franzl

Das Argument, wir würden 2.800 € für einen Dienst zahlen, den wir „statistisch“ gesehn nur zwei mal nutzen, überzeugt mal rein gar nicht…

Wir haben diverse Versicherungen, z. B. Hausrat, Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, Unfallversicherung, etc, etc… Da ist es doch das gleiche Prinzip.

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Ich
Ich

Zum einen bietet der ADAC mehr als nur den reinen Abschleppdienst. Ob man das alles braucht ist fraglich, aber ein direkter Vergleich ist unseriös.

Zum anderen gibts inzwischen viele Haftpflichtversicherungen die das mit anbieten. Ich zahle pro Jahr 6 € (!!) zusätzlich für diesen Service.
Ausserdem teile ich auch die Bedenken von lola und Franzl.

Die technikaffinen können auch bei einer Panne googeln und selbst einen Abschlepper finden. Die es nicht können wollen vermutlich den Rundumservice eines Versichereres / KfZ-Clubs etc.

Und zumindest hier im Text wird auch nicht deutlich: Von den 20.000 Pannen pro Tag, wie oft wird da ein professioneller Abschlepper benötigt? Ich kann meinen Wagen ja auch von Freunden abschleppen lassen, und zählt zu den Pannen auch z.B. Reifen die ich selbst wechsle? Gab es hierzu Infos? Die 20.000 Pannen pro Tag können doch wohl kaum von den 1.500 Abschleppern bearbeitet werden, das wären ja 13 Einsätz pro Tag und Abschlepper. Inklusive Wochenende. Und dann holen die ja auch noch zusätzlich Falschparker etc. ab.

Ist es in der Sendung zu einem Deal gekommen?

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Stan
Stan

Quatsch !!!!

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Gast
Gast

Da werden die Investoren wieder mit Zahlen geblendet…
Ich habe bei meiner Kfz Versicherung einen Schutzbrief abgeschlossen für 8€ pro Jahr. Letztens ist mein Auto nicht angesprungen. Bei der Versicherung angerufen, Standort durchgegeben und dann hat sich der Pannendienst mit mir in Verbindung gesetzt und sich angekündigt wann er bei mir ist.
Da braucht man weder ADAC noch irgendwas anderes. Wäre mein Auto nicht angesprungen und es wäre ein größerer Schaden als nur die Batterie gewesen, hätte er mich in eine Werkstatt gebracht.

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