Analyse

Hat Amazon seinen Zenit erreicht?

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Ob Amazon ganz außen vorbleiben wird, dürfte zu bezweifeln sein. Gerade hat Amazon mit Stylesnap eine Art „Shazam für Mode“ herausgebracht. Amazon mag im Infrastrukturbereich besser aufgestellt sein als im fancy GUI-Design, es reicht aber, um das auf deep- und machine-learning-basierende Stylesnap zu entwickeln. Amazon wird wohl nicht daran scheitern, zusätzliche, gefällige mobile Use-Cases zu entwickeln. Notfalls per Zukauf, wenn das Know-how und der Mindset dafür nicht ausreichend vorhanden sein sollten.

Stylesnap: Mit einer Art Shazam für Mode könnte Amazon die Art und Weise, wie man online Kleidung kauft, verändern. (Bild: Stanisic Vladimir / Shutterstock)

Aber auch diese These zu Amazons mobilen Fähigkeiten zeigt, wie der Mythos Amazon in den Köpfen bröckelt.

Mehr Direktverkauf, trotz dass Amazon den Kundenzugang besitzt?

Daran, dass Amazon noch für lange Zeit den Zugang zu einem Großteil der Kunden in der Hand hält, wird sich erst mal nichts ändern.  Während Westwing auf der Bühne deshalb sehr eindringlich davon sprach, dass Marken und Hersteller unbedingt beginnen müssen, direkt an den Endkunden zu verkaufen, sprach Graf eher generell davon, dass beim Verkauf über Plattformen wie Amazon Hersteller einen Weg finden müssen, einen eigenen Zugang zum Kunden zu bekommen. Beispielsweise durch digitale Dienste, die der Kunde beim Hersteller für ein bei Amazon erworbenes Produkt aktivieren kann.

Hintergrund: Amazon transformiert seine Plattform

Dass Amazons Handelssparte Umsatz „verliert“, hat einen handfesten Grund. Amazon hat in den letzten Wochen Lieferantenverträge (Vendoren) beendet, diese damit quasi zu Händlern gemacht, die ihre Ware nicht mehr an Amazon verkaufen, sondern unter eigener Verantwortung auf dem Marktplatz. Das ist eines der vielen Anzeichen dafür, dass Amazon seine eigene Handelssparte zurückfährt und den Handel mehr zu den Händlern auf den Marktplatz verlagert. Dadurch sinkt zwar die eigene Handelssparte, aber nicht das Handelsvolumen. Banal ausgedrückt sagt sich Amazon im Moment: „Wozu selber Waren mit sieben Prozent Marge verkaufen, wenn wir von Händlern 15 Prozent Provision einsammeln können?“ Der Marktplatz wächst aber weiterhin ungebremst und wird jetzt vermutlich noch schneller wachsen.

Der Zenit, den Amazon hier erreicht hat, kann also auch nur ein „Hillary Step“ sein, das letzte ernsthafte Hindernis auf dem Weg zum Gipfel des Mount Everest des Handels.

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Ein Kommentar
sodenn
sodenn

Den Großteil der Umsätze machen sowieso die Marktplatzhändler. Und diese hat Amazon schäbig behandelt. Dazu das Sprachengewirr bei den Artikeln. Gemacht wird nichts dagegen und wenn man was mitteilt, soll man die ganze Arbeit machen, sprich Zeit verlieren mit Nachweisen und Erklärungen, da der Service nicht immer helle ist, es wird eventuell geändert und 3 Tage später wieder überschrieben. Wenn ein Kunde einige Male nichts sinnvoll findet, war es das eben. Dann bleiben nur noch die Freaks, die nur in der Amazon Welt agieren.

Da es mittlerweile genug Seiten gibt, um Kontakte mit potentiellen Kunden zu bekommen, erübrigt sich Amazon mehr und mehr, was auch gut so ist. Dazu kann man bestehende Kunden pfegen, was meist deutlich günstiger ist als Amazon mit Grundgebühr + Provision + Umsatzsteuer.

Wir haben die Artikelanzahl halbiert und nehmen jeden Artikel, bei dem es Probleme mit Beschreibung, Bild, … gibt, raus.

Geschadet hat das nicht. Eher das Gegenteil. Es sollten nur mehr Händler endlich mal zuerst den eigenen Shop und das Angebot dort pflegen und dann eventuell Amazon und Co. dazu nehmen. Bis Amazon das merkt in der eigenen Selbstherrlichkeit dürften Jahre vergehen.

Untergehen wird Amazon sicher nicht, aber vielleicht erkennt man, dass man nicht allmächtig ist.

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