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Nachhaltiges Unternehmenswachstum: So gelingt’s!

(Foto: Photographee.eu / Shutterstock)

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Wachstum ist das oberste Ziel der meisten Jungunternehmen. Das Streben nach Erfolg liegt in der Natur der Sache. Doch wie erreichen sie dieses Ziel auch nachhaltig und sozial verträglich?

Jedes junge Unternehmen mag seinen eigenen Weg suchen und finden. Doch bei genauerem Hinsehen kristallisieren sich immer vier Phasen heraus, die jede Firma hin zum Wachstum durchläuft. Dieser Beitrag stellt die vier Phasen vor und verrät, wie Unternehmer*innen bestmöglich sowie nachhaltig und sozial verträglich durch diese vier Abschnitten navigieren können.

1. Start up – mit Mut, Elan und einer klaren Vision

Die wohl entscheidendste Phase einer jeder Unternehmensgeschichte ist die Gründung. In dieser Zeit stellen Unternehmer*innen die Weichen für die Zukunft ihres Startups. Das mag pathetisch und fast romantisch klingen, ist jedoch schwerste Arbeit. Gründer und Gründerinnen brauchen zu Beginn nicht nur eine zündende (innovative) Idee, sondern vor allem Vertrauen in diese und sich selbst, eine klare Vision, Mut, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen. Nicht jede*r bringt diesen Biss mit. In den ersten Monaten, teilweise auch Jahren, stecken Unternehmer*innen viel Zeit und Energie in die Forschung und die Entwicklung ihres Produkts, um eine erste Testversion zu entwickeln – das sogenannte Minimum-Viable-Product. Denn ohne Tests im Feld geht es nicht: Zu groß ist das Risiko, dass das Produkt nicht exakt den Bedürfnissen des Markts entspricht und sich das junge Unternehmen gleich zu Beginn finanziell ruiniert. In der Startup-Welt gilt das Motto „Fail fast“, um Fehler schnell zu entdecken, sie genauso schnell zu beheben und aus ihnen zu lernen. Am Ende der Testphase steht idealerweise ein marktreifes Produkt.

Die erste Phase im Leben eines Unternehmens ist dynamisch und schnell. Produkte werden in iterativen Prozessen kontinuierlich weiterentwickelt und zur Marktreife getrieben. Parallel müssen sich Gründer*innen in der Regel um Kapital kümmern, um die Finanzierung des Projekts aufrecht zu erhalten.

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2. Scale up – hoch hinaus mit effizienten Prozessen

Sobald sich ein junges Unternehmen im Markt etwas etabliert hat und erste Umsätze erzielt, geht es darum, das Produkt oder die Leistung schnell und effizient zu skalieren. Um in dieser Phase erstes signifikantes Wachstum zu erzielen, müssen Unternehmen vor allem an internen Strukturen und Prozessen arbeiten. Ist die erste Phase teilweise sehr schnell und dynamisch, so ist es jetzt an der Zeit, smarte Strukturen und effiziente Prozesse aufzubauen. Je besser intern jedes Zahnrad ineinander greift, desto mehr Kraft und Energie können in das Produkt und den Markt fließen. Dabei helfen Tools und Software, eventuell automatisiert man sogar erste Prozesse mithilfe von Algorithmen.

Gut funktionierende interne Prozesse und Strukturen darf kein Startup unterschätzen. In der Regel sind gerade in den ersten Jahren Investor*innen am Unternehmen beteiligt. Die drängen häufig auf schnelles Wachstum, um den Unternehmenswert möglichst schnell zu steigern und eine hohe Rendite für ihre Investitionen zu realisieren. In solchen Szenarien steht nicht nur die Produktentwicklung im Fokus, sondern auch die schnelle Internationalisierung in vielversprechende Märkte. Rentabilität ist in dieser Phase häufig zweitrangig, Marktanteile sichern ist hingegen oberste Priorität. In dieser Phase steigt die Mitarbeiter*innenzahl oft schnell von zehn auf über 50 an. Die Notwendigkeit von Strukturen und Prozessen liegt also auf der Hand. Gleichzeitig ist spätestens jetzt die Zeit gekommen, zu der Gründer*innen lernen müssen, loszulassen und zu delegieren. Das Gründungsteam kann nun nicht mehr minutiös jeden Schritt überwachen. Nicht wenige Unternehmen übernehmen sich mit einem zu aggressiven Wachstum und scheitern leider.

3. Establish and network – Ruhe einkehren lassen

Hat das Unternehmen eine gewisse Größe erreicht, ist die nächste Phase geprägt von Ordnung und Konsolidierung. Das klingt eher langweilig, doch es ist wichtig, eine gewisse Stabilität zu etablieren. Eine Zeit lang jeden Tag Achterbahn fahren, ist spannend – irgendwann reicht es dann aber. Die benötigte Stabilität erreichen Unternehmen beispielsweise, indem sie die in der Wachstumsphase etablierten Prozesse und Strukturen weiter ausbauen und etablieren. Diese dienen als eine Art solides Fundament. Neben diesem Unterbau benötigen Unternehmen eine klare Vision. Diese klärt detailliert das Warum – also den Sinn und Zweck der täglichen Arbeit – und dient Mitarbeiter*innen als eine Art Fahrplan. Viele Studien haben gezeigt, dass Unternehmen mit einem klaren Ziel und einem echten Anliegen deutlich erfolgreicher sind als die, bei denen das Ziel schwammig ist oder gleich mehrere Ziele existieren.

In dieser Phase wachsen Unternehmen vor allem generisch, indem sie interne Netzwerke aufbauen. Mittlerweile haben sich in dem jungen Startup viele verschiedene Bereiche und Abteilungen etabliert, die idealerweise miteinander vernetzt sind, um sich crossfunktional austauschen zu können. Was wie ein weiteres Buzzword klingt, birgt enormes Potenzial. Der Austausch zwischen Teams steigert die Innovationskraft eines Unternehmens erheblich, lässt neue Ideen und agile Arbeitsgruppen entstehen. Genau das braucht es zu diesem Zeitpunkt, um sich nicht im Trott festzufahren. Manager*innen können dieses Verhalten fördern, indem sie selbst empathisch führen und gute Zusammenarbeit über Hierarchieebenen hinweg vorleben.

4. Decline – das Unternehmen auflösen

Startups haben häufig den Ruf, schneller wieder weg zu sein, als sie gekommen sind. Auch wenn diese Sicht überspitzt sein mag, ist sie nicht ganz falsch. Nach fünf Jahren existieren nur noch etwa 40 Prozent der Neugründungen. Und auch insgesamt haben wir aktuell ein negatives Gründungsaldo, denn die Gesamtzahl der Unternehmen in Deutschland sinkt.

Gründe für die Auflösung eines Unternehmens sind vielfältig, oft sind interne sowie externe Faktoren daran beteiligt. Gerade bei Startups ist ganz häufig Geldmangel der Grund dafür, dass ein Unternehmen aufgeben muss. Aber auch wenn wichtige Mitarbeiter*innen gehen, sich der Markt verändert oder Strukturen zu festgefahren sind, kann ein Unternehmen in eine Krise geraten und sich über kurz oder lang zur Auflösung gezwungen sehen. Um solche Szenarien zu vermeiden, sollten Unternehmen nie aufhören, ihr eigenes Tun kritisch zu hinterfragen. Das hilft, die Kreativität und Innovationskraft aufrecht zu erhalten und sich den sich den veränderten Marktverhältnissen anzupassen. Außerdem hält es die Motivation der Mitarbeiter*innen aufrecht.

Nachhaltiges Wachstum mit Weitsicht und Empathie

Wachstum ist ein ganz natürlicher Prozess. Jedes Unternehmen durchläuft verschiedene Wachstumsphasen – mal schneller, mal langsamer, mal ganz von allein, mal mit Unterstützung und mal mit größeren Schwierigkeiten. Wichtig ist, jede Phase bewusst wahrzunehmen und mit ihren spezifischen Chancen und Herausforderungen anzunehmen. Nur wenn ich als Unternehmer*in ein gutes Verständnis für die nächsten Schritte habe und realistische Ziele verfolge, kann sich das Unternehmen als dynamische Organisation weiterentwickeln und wachsen, ohne dass die Gefahr der Auflösung in bedrohliche Nähe rückt.

Dabei kommt dem Gründungs- beziehungsweise Führungsteam in allen Phasen eine besondere Rolle zu: nämlich mit Weitsicht nach vorne zu schauen, eine klare Richtung zu geben, eine gute Balance aus Freiraum und Strukturen zu schaffen, die Mitarbeiter*innen durch alle Höhen und Tiefen hindurch zu tragen und immer bereit und offen zu sein, Neues zu lernen.

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