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Interview

Neofarms: Dieses Startup bringt Nasa-Technologie in die Küche

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Wir wollten das Ganze in den Haushalt bringen und unseren Kunden ermöglichen, das Produkt so flexibel wie möglich an verschiedenen Positionen anzubringen. Wir haben uns dann aber letztendlich doch dafür entschieden, es dorthin zu bringen, wo man es auch verwertet: in die Küche. Dafür haben wir uns für das DIN-Einbauformat eines Großkühlschranks entschieden. So können wir garantieren, dass auch die Kunden mit einer entsprechenden Küche unser Produkt in ihre Küche integrieren können, so wie einen Weinkühler oder es alternativ freistehend nutzen können.

t3n: Das heißt, ihr macht keine Direktverkäufe, sondern verkauft euer Produkt über Küchenanbieter? 

Genau, wir vertreiben die Produkte über markenunabhängige Küchenhändler, wie zum Beispiel Küchen Staude in Hannover oder ansonsten auch viele große Küchenhersteller wie Poggenpohl oder Leicht und Schüller.

t3n: Sind eure Endkunden dann tatsächlich die, die ein bisschen mehr Geld in der Tasche haben? Oder wie sieht eure Zielgruppe aus?

Was auf Kundenseite grundsätzlich erforderlich ist, ist das Ernährungsbewusstsein, das vorhanden sein muss. Das haben heutzutage sehr viele. Dann braucht man auch entsprechend Platz für unser Gerät. Ob das jetzt in der Küche sein wird oder in der Vorratskammer, sei dahingestellt. Durch den anfangs hohen Anschaffungspreis grenzt sich der Kreis schon mal ein. Wir wollen aber auch darauf setzen, wirklich ein hocheffizientes Produkt an den Start zu bringen.

t3n: Ihr stellt also ein qualitativ hochwertiges Produkt her, bei dem ihr keine Abstriche macht, um es dann günstiger anzubieten.

Deswegen streben wir jetzt Premiumküchenanbieter an. Perspektivisch wollen wir versuchen, über höhere Stückzahlen günstigere und vielleicht auch kleinere Produkte anzubieten und mit diesen eine breitere Zielgruppe bedienen zu können.

t3n: Lass uns nochmal konkret über euer Gewächshaus sprechen. Was lässt sich da denn alles anbauen? Was lässt sich denn vielleicht nicht anbauen? Kannst du einen kurzen Einblick geben?

Prinzipiell eigentlich alles, was von der Höhe her reinpasst. Die Technologie bietet genau die gleichen Möglichkeiten wie Erde auch. Bei höheren Pflanzen muss man natürlich schauen, wie man sie stabilisiert, weil sie sich normalerweise in der Erde festhalten. Wenn es dann in die Höhe geht, wie bei einer eine Tomate, müsste man die zusätzlich abstützen. Hinzu kommt, dass man zum Beispiel mit einer Tomate auch viele andere Ebenen wegnehmen würde, die man sonst produktiver bepflanzen könnte.

t3n: Ihr empfehlt dann also eher kleinere Gemüsearten?

Ja wir fokussieren uns auf Salate, Kräuter und Sprossen. Davon kann man deutlich mehr Masse erzeugen. Vor allem unsere Sprossen sind sehr nährstoffreich und geschmacksintensiv. Die kriegt man auch so nicht im Supermarkt. Es ist ein enormer Vorteil, sie bei uns anzubauen und sie wachsen auch besonders schnell. In ein bis zwei Wochen sind sie erntereif und so kann man sich auch ein exotisches Sortiment selber anlegen, mit Pflanzen, die es sonst überhaupt nicht zu kaufen gibt.

t3n: Könnte ich theoretisch auch Blumen züchten?

Das ginge auch, genau. Es gibt ja zum Beispiel auch eine Vielzahl an essbaren Blüten.

t3n: Und wenn ich als Konsument euer Produkt nutze, welchen Aufwand muss ich betreiben, bis ich dann eine essreife Basilikumpflanze habe?

Wir wollen das Ganze natürlich so aufwandsarm wie möglich gestalten und so bequem wie möglich. Die ganze Steuerung soll über die App laufen. Das heißt, man kann von überall aus auf das Gerät zugreifen und schauen, wie es den Pflanzen geht.

t3n: Das heißt, ihr habt Kameras eingebaut?

Das ist genau die Frage, ob wir das bereits in die erste Serie bringen. Wir wären frühestens in zwei Jahren marktreif, sodass die Kameras möglicherweise dann so günstig sind, dass man das machen kann.

t3n: Es wird also eine App geben, mit der ich alles intuitiv beobachten kann. Fällt noch weiterer Aufwand an?

Letztendlich muss nur Saatgut eingesetzt werden. Nährstoffe, die über uns bezogen werden, setzt man dann in Form einer Kartusche selbst ein. Diese werden regelmäßig geliefert. Alle drei Monate im Schnitt.

t3n: Die auszutauschen ist kinderleicht?

Genau. Die werden einfach wie eine Druckerpatrone eingesetzt. Dann müssen nur noch Saatgut oder Jungpflanzen eingesetzt werden. Wachsen tun sie dann von allein.

Johannes Bohse: Ist wie eine Kaffeemaschine, nur einfacher.

t3n: Wo du grad die Kaffeemaschine mit ins Spiel bringst: Funktioniert euer Gewächshaus dann auch nur mit euren „Kapseln“?

 Nein, wir planen, das nicht als Lockin-System anzulegen, so wie viele Konkurrenten von uns. Es soll kein Nespresso-Kapselsystem sein, bei dem man nicht mal die Möglichkeit hat, was Eigenes anzubauen. Wir setzen vielmehr darauf, dass der Kunde auch mit eigenem Saatgut Pflanzen anbauen kann. Da kann man dann auch Pflanzen aus Omas Garten bei sich zu Hause zum Leben erwecken.

t3n: Jetzt haben wir ausführlich darüber gesprochen, was euer Gewächshaus alles kann und was nicht. Mich interessiert nun brennend, zu welchem Preis ihr euer Produkt verkaufen wollt?

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Eine Reaktion
Martin

Es ist durchaus ein interessanter Ansatz jedoch habe ich bei so einer Entwicklung eher Bauschmerzen als Vorfreude auf die Zukunft. Was mich daran stört ist der Weg zur vermeintlichen Perfektion. Es ist erstmal und aktuell ein Luxusprodukt, das sich wahrscheinlich nur eine kleine elitäre Zielgruppe leisten kann. Dagegen finde ich die Aussage "das ein Ernährungsbewusstsein vorhanden sein muss" für absoluten Blödsinn. Hier möchte ich auch meine Kritik äußern, da gerade diese vermeintlich perfekte Nahrung (Pflanzen, Gemüse etc. ) meiner Meinung nach eher schlecht für den Menschen ist.

Das hat einerseits etwas mit den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen zu tun, die bei einer stressfreien Umgebung für die Pflanze, wahrscheinlich ausbleiben. Diese sind jedoch förderlich für diverse Stoffwechselprozesse beim Menschen. Außerdem bin ich der Meinung das so extrem "saubere" Nahrung eher schädlich für den Menschen ist, da sie sein Immunsystem verkümmern lässt. Das Immunsystem muss permanent gefordert werden (trainiert) damit es gut funktioniert (Sportmetapher), wenn dieses Training ausbleibt durch komplett "saubere" Ernährung zum Beispiel, kann sich unser Immunsystem gar nicht richtig entwickeln. Wir werden dann überempfindlich und sehr anfällig für Krankheiten.

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