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Lernen von Top-Athleten: 7 Netflix-Serien, die deinen Blick auf Erfolg verändern

Netflix-Serien-Tipps: „The Last Dance“ porträtiert die Erfolgsgeschichte von Michael Jordan. (Foto: Netflix)

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Was ist Erfolg und wie entsteht er? Das Leben von Top-Athleten gibt Antworten, die überraschen. Diese Netflix-Serien werfen einen Blick auf den Profisport – und erteilen Lektionen für die eigene Karriere.

Sportler zu sein, ist mehr, als nur gewisse körperliche Fähigkeiten zu besitzen. Sport passiert vor allem im Kopf. Und insbesondere der Profisport kann uns auch viel darüber lehren, wie es zum Erfolg in dieser Welt kommt. Nicht wenige Menschen sehen heutige Sportikonen und wollen so sein wie sie. Doch was eben jene oft nicht sehen, ist, was dazu gehört: Die jahrelange harte Vorbereitung auf den einen großen Moment, der die Karriere ins Rollen bringt, und die Beziehung zu den Menschen, die helfen, Athleten so zu positionieren, dass eben dieser Moment auch kommt. Aber auch die Konflikte, die niemals ausbleiben. Profisportlerin beziehungsweise -sportler zu sein, bedeutet mehr, als nur Pokale und Medaillen in die Luft zu halten und in Magazinen porträtiert zu werden. Profisport ist eine Lektion in Selbstmanagement und Führung, darin, in einem Wettbewerb seinen Platz zu finden und zu verteidigen – und vor allem auch eine Lektion in Demut.

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Lektionen aus dem Profisport: Von Ehrgeiz bis Angst

Netflix-Serien-Tipps: Michael Jordan forderte den Erfolg von seinem Team – unter allen Umständen. (Foto: Netflix)

Es gibt unzählige Sportdokumentationen, in denen das mehr als deutlich wird. Ein populäres Beispiel aus diesem Jahr ist The Last Dance, die zehnteilige Netflix-Serie über die Karriere von Michael Jordan, die sich jedoch auch mit Mitspielern wie Scottie Pippen und Dennis Rodman sowie dem kometenhaften Aufstieg der Chicago Bulls in der NBA der 90er generell beschäftigt. Wo Licht ist, ist auch Schatten, heißt es im Volksmund und das wird in der Doku ganz besonders deutlich. Hier wird der markanteste Charakterzug von „His Airness“ – wie der Basketballstar ehrfurchtsvoll genannt wird – klar: sein Ehrgeiz. Seine ganze Karriere verschrieb Michael Jordan dem Ziel, der beste Spieler aller Zeiten zu sein. Ein Status, der bis heute unangetastet bleibt. Doch dieser Ehrgeiz hat auch dazu geführt, dass Jordan selbst zu überbordendem Perfektionismus tendierte und dafür bis heute deutliche Kritik empfängt. Jordan – so zeigt die Doku – war ein Tyrann.

„Gewinnen hat seinen Preis, Führung hat seinen Preis.“ – Michael Jordan

Als Teamkollege von Michael Jordan war die Chance hoch, die Saison mit einer Meisterschaftsparade zu beenden, jedoch auch, ohne Vorwarnung zum persönlichen Boxsack des Mannes zu werden. „Gewinnen hat seinen Preis, Führung hat seinen Preis. Also habe ich Leute mitgezogen, als sie nicht gezogen werden wollten. Ich habe sie herausgefordert, wenn sie nicht herausgefordert werden wollten“, blickt das Ausnahmetalent sich selbst erklärend zurück. „So habe ich das Spiel gespielt. Das war meine Mentalität. Wenn du das nicht spielen kannst, spiele nicht mit“, schließt er aufgewühlt ab. Michael Jordan ist inzwischen 57 Jahre alt und spielt das Spiel längst nicht mehr. Er genießt seinen Ruhm und hat in seiner Villa genug Zeit, um über seine Erfolge und Misserfolge, seine Stärken und Schwächen, seine guten und schlechten Seiten nachzudenken. Darüber sprechen er und seine Mitstreiter in The Last Dance schonungslos – und davon können Zuschauende lernen.

Netflix-Serien-Tipps: Patrick Mouratoglou spricht in „The Playbook“ über Stärken und Schwächen. (Foto: Netflix)

Spieler wie Michael Jordan sind Karrieristen. Wir alle kennen sie im eigenen Arbeitsalltag, manche mögen selber Karrierist sein. Aber auch hinter diesen vermeintlichen Überfliegern stehen Mentoren, die sie aufbauen – im Falle von Jordan war das Bulls-Trainer Phil Jackson. Von Menschen wie Jackson handelt eine neue Sportdoku, die am Dienstag ihr Debüt auf Netflix feierte: The Playbook lässt die Coaches berühmter Sportlerinnen und Sportler zu Wort kommen – darunter Patrick Mouratoglou, der seit 2012 die Tennislegende Serena Williams trainiert. Williams hatte zu dieser Zeit ein Formtief. Als er anfing, sie zu trainieren, hatte sie gerade ihre erste Niederlage in der Eröffnungsrunde eines Grand-Slam-Turniers erlitten und ist in der ersten Runde der French Open ausgeschieden. Für eine Ausnahmesportlerin wie sie eine harte Erfahrung, die sie jedoch noch öfter im Leben machen musste – zuletzt nach der Geburt ihrer Tochter, die sie fast nicht überlebt hätte.

„Ich habe sie studiert, auf jedes Detail geachtet.“

Dass Mouratoglou sich Serena Williams annahm, war gut. Denn der Franzose und die US-Amerikanerin sind ein perfektes Team. Patrick Mouratoglou gilt als enorm emphatisch und einfühlsam. Er kann sich in Menschen hineinversetzen, sie studieren, ihre Stärken und Schwächen erkennen und mit einer ruhigen Hand daran arbeiten. Dabei galt sein eigenes Talent für ihn lange Zeit als Nachteil. Der Coach war als Junge schüchtern und hatte Probleme, auf andere Menschen zuzugehen. „Als Kind habe ich in der Schule mit niemandem geredet“, sagt er in The Playbook. „Aber ich habe anderen zugeschaut, wie sie miteinander interagierten, ihre Gesichtszüge beobachtet, um zu verstehen, was sie fühlten. Ich habe auf jedes Detail geachtet.“ Die Fähigkeit, andere zu lesen, wurde später seine größte Stärke. Und das ist auch eine von mehreren Lektionen, die er den Zuschauerinnen und Zuschauern mitgibt: Mach deine Schwäche zu einer Stärke. Und: Hab Vertrauen in dich!

Sportdokus, von denen du für das Leben lernst

Sportdokus gehören zu den beliebtesten Netflix-Serien. (Screenshot: t3n)

Der Profisport und die Geschichten der Menschen dahinter bieten eine gigantische Sammlung an Lektionen. Selbst Sportmuffel, die nur wenig Sinn für Basketball, Tennis, Fußball, American Football oder Motorsport haben, können aus den Erfahrungen der Sportlerinnen und Sportler viel lernen. Wir haben deshalb an dieser Stelle sieben Sportdokumentationen kuratiert, die Netflix-Nutzerinnen und -Nutzer durch den Herbst und Winter tragen, bis sie im Frühjahr wieder selbst aktiv werden dürfen. Von The Last Dance über The Playbook bis hin zu weiteren Neuerscheinungen und Klassikern: Jede der Dokumentationen handelt von Siegen und Niederlagen und gibt eine Ahnung, was in den Menschen vor sich geht, die es zu Höchstleistungen brachten – aber auch, wie sie dort hingekommen sind. Oft, so zeigt sich, hat die sprichwörtliche Medaille eben doch zwei Seiten – wie auch bei Michael Jordan oder Patrick Mouratoglou. Erfolg, das wird klar, ist keine Einbahnstraße.

1. The Last Dance

Angeschlagen und erschöpft beenden die Bulls ihren „Last Dance“ mit einer sechsten Meisterschaft. Die Stars blicken zurück auf eine Ära mit Höhen und Tiefen.

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2. The Playbook

Trainerinnen und Trainer mit Meisterschafts-Lebensläufen teilen ihre persönlichen Regeln für den Erfolg im Sport – und nicht zuletzt auch für das Leben.

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3. Last Chance U

Talentierte Sportler mit schwierigen Vergangenheiten haben ihre große Chance verpasst – oder etwa nicht? Wie sie sich eine zweite Chance erkämpften.

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4. Ikarus

In dieser Oscar-prämierten Dokumentation wird das Spotlight auf Doping geworfen. Gewinnen um jeden Preis? Nicht jeder Sieg schmeckt auch wie einer.

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5. Losers

Wie gehen wir in einer „Gewinnen ist alles“-Gesellschaft mit Misserfolgen um? Athleten erzählen, wie sie Niederlagen in einen menschlichen Triumph verwandelten.

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6. Formula 1: Drive to Survive

Der Erfolgsdruck auf Formel-1-Piloten ist gigantisch – sowohl auf als auch neben der Rennstrecke. Das bekommen auch ihre Familien zu spüren, die mit ihnen fühlen.

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7. Sunderland ’Til I Die

Für den AFC Sunderland war der Abstieg aus der Premier League eine Katastrophe. Doch die Saison 2017/18 sollte zeigen: Das Tal der Tränen war noch nicht erreicht.

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3 Kommentare
Tobias
Tobias

Es fehlt eindeutig die Doku „The Game Changers“

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trailbeard

Danke für die Zusammenstellung. Bin gerade bei Last Dance und begeistert – werde mir die anderen auch noch zur Gemüte führen.
Ich kann als Lesestoff empfehlen: die Biografie von Marcel Hirscher https://www.egoth.at/product-page/marcel-hirscher und falls „Eigenwerbung“ erlaubt ist, probiere ich als bester Ultratrailläufer Österreichs und IT-Unternehmer mit 10 Mitarbeiter in meinen Blog https://www.smarterbusiness.at/blog-trailrunning meine eigenen Erkenntnisse aus dem Sport ins Management „zu übertragen / zu verarbeiten“.
lg, trailbeard

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BullsChicago1978
BullsChicago1978

In the last dance wird ganz klar unterschlagen was für einen heftigen Psychoterror Jordan auf seine Peers ausgeübt hat.

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