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Analyse

Neue Studie zu Tech in Europa: Viel Geld, viel Wachstum, wenig Frauen

Laut der Studie wird das Technologie-Investment (blaue Balken) in 2018 23 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Anzahl der Geschäfte (gelbe Linie) sinkt dabei: Die Deals werden also größer. (Grafik: Atomico) 

Laut einer neuen Studie des Tech-Investors Atomico wird in Europa mehr investiert als je zuvor. Doch das Geld geht vor allem an männliche Gründer. Frauen und Minderheiten bleiben außen vor. t3n stellt die wichtigsten Punkte des Reports vor.

Der Technologie-Investor Atomico hat einen neuen Überblick zur Tech-Szene in Europa veröffentlicht. Die Daten der Studie hat Atomico, ein Unternehmen des Skype- und Kazaa-Gründers Niklas Zennström, mit Partnern wie dem Netzwerk Linkedin, der Programmierer-Plattform Stack Overflow und dem Analysten Dealroom.co zusammengetragen. t3n hat den Report für euch durchgeschaut.

1. Es ist mehr Geld unterwegs als je zuvor

23 Milliarden US-Dollar, so rechnet Atomico vor, sollen bis zum Ende des Jahres 2018 in Technologie in Europa geflossen sein. Die Investment-Milliarden, erklärt Tom Wehmeier, einer der Autoren der Studie im Gespräch mit t3n, seien mittlerweile jedes Jahr ein neuer Rekord. 2016, so die Studie, waren es 14,6 Milliarden Dollar, 2017 sollen es 19,6 Milliarden gewesen sein. Interessant ist, dass die Anzahl an Deals laut der Studie abgenommen hat. Pro Investment wird jetzt also mehr Geld bewegt. Besonders deutlich wird dabei auch, wie sehr sich die Branche verändert hat: Die 23 Milliarden von diesem Jahr sind das 4,3-fache des Tech-Investments von 2013.

Die spannendsten Grafiken aus der Studie
Im Jahr 2013 gab es in Europa nur zehn Investment-Runden, die die 50-Millionen-Dollar-Marke knackten. 2018 waren es laut der Atomico-Studie und der Daten von Dealroom.co schon 70. (Grafik: Atomico/ Daten: Dealroom)

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Neben dem Investment kam aber auch jede Menge Geld an den Börsen dazu: Mit Farftech, Adyen, Elastic und und Spotify wurden gleich drei europäische Unternehmen bei Börsengängen mit über fünf Milliarden Dollar bewertet.

2. Technologie ist (immer noch) eine Männerveranstaltung

Auch wenn sich die Technologie-Szene gerne fortschrittlich und innovativ präsentiert, bleibt sie auch 2018 noch eine reine Männerveranstaltung. Vor allem, wenn es darum geht, wer wie viel Geld bekommt: 93 Prozent des Geldes, das Startups mit Risikokapitalgebern im Hintergrund einsammeln konnten, ging an rein männliche Gründerteams. Laut einer Umfrage, die Atomico in den Report einfließen ließ, gab auch knapp die Hälfte (46 Prozent) der befragten Frauen an, schon einmal Diskriminierung in der Tech-Szene erlebt zu haben.

Eine der wichtigsten Vorraussetzungen, um als Gründerteam ein Investment zu bekommen, scheint zu sein: Seid ein rein männliches Team. Zumindest zeigt das die Statistik. Nur ein winziger Bruchteil des Investments ging 2018 an ein weibliches Teams (5 Prozent) oder ein gemischtes Team (2 Prozent). (Grafik: Atomico/ Daten: Dealroom.co)

Frauen sind aber nicht nur unter den Gründern eine Seltenheit. Selbst auf Meetups, den beliebten, offenen Treffen der Szene, sind laut der Studie nur 20 Prozent der Teilnehmer Frauen.

Das vielleicht traurigste Bild geben dabei aber die Chefetagen von erfolgreichen Tech-Startups in Europa ab: Die Macher der Studie analysierten die Führungsteams von 175 europäischen Startups, die in diesem Jahr eine Serie-A- oder Serie-B-Investment-Runde abschlossen. Unter 175 Technik-Chefs (CTO) konnten sie dabei nur eine Frau ausmachen.

Unter den risikokapital-unterstützten Startups, die im Jahr 2018 ein Serie-A- oder Serie-B-Investment in Europa abgeschlossen haben, gab es 175 CTO. Genau ein CTO war davon weiblich. (Grafik: Atomico/Daten: Craft)

Diese Zahlen zur nicht vorhandenen Vielfalt in der Tech-Branche sind auch nicht auf dem Weg der Besserung: Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Zahlen laut der Studie entweder stabil geblieben oder haben sich sogar verschlechtert. Zwar ist sich die Szene recht einig, dass es gut wäre, mehr Frauen an Bord zu haben. Aber auch in der Berichterstattung zu Technologie spielt der Begriff „Vielfalt“ („diversity“) laut der Studie fast keine Rolle.

Schlimmer als Frauen erwischt es in der europäischen Tech-Branche eigentlich nur Menschen, die nicht als „weiß“ identifizieren: 55 Prozent der Menschen, die sich als „schwarz, afrikanisch, karibisch“ beschrieben, gaben in der Studie an, schon einmal Diskriminierung erlebt zu haben.

Nicht nur Frauen scheinen in der Tech-Branche strukturell benachteiligt zu sein. Vor allem Menschen, die sich nicht als „weiß“ sehen, gaben bei einer Umfrage an, schon Diskriminierung erfahren zu haben. (Grafik: Atomico)

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