News

Nokia in Not: Finnischer Netzausrüster soll zum Verkauf stehen

Nokias Hauptsitz in Helsinki. (Foto: RistoH/Shutterstock)

Der finnische Netzausrüster Nokia prüft Kreisen zufolge angesichts großer wettbewerblicher Herausforderungen und eines rasanten Kursverfalls der Aktie strategische Optionen. Der Verkauf von Sparten stünde ebenso zur Wahl wie Fusionen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Zur Abwägung der Alternativen habe sich Nokia Berater mit an Bord geholt, hieß es weiter. Das Unternehmen selbst kommentierte die Berichte nicht. Nach einem außerbörslichen Kurssprung der Aktie am Mittwochabend fand die Aktie am Donnerstag zunächst keine klare Richtung. Zuletzt lag sie knapp ein Prozent im Plus, war damit aber neben Engie der einzige Gewinner im EuroStoxx 50.

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Nokia ist scharfem Wettbewerb ausgesetzt

Im Geschäft mit dem neuen Breitband-Standard 5G steht Nokia derzeit in einem scharfen Wettbewerb mit den Konkurrenten Ericsson und Huawei. In dem Zusammenhang müssen die Unternehmen auch viel Geld in die Entwicklung der Technik stecken. Abgesehen davon wollen die Finnen auch in die Digitalisierung der internen Prozesse investieren, um die Produktkosten zu reduzieren und produktiver zu werden.

Im Oktober hatte Nokia seine Jahresziele für 2019 entsprechend gekappt und die Aktionäre mit einer vorläufigen Aussetzung der Dividende verschreckt. Die Aktie rauschte in der Folge bis Mitte November um mehr als ein Drittel ab. Einen Teil dieser Verluste hat sie seitdem wieder wettgemacht. Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von knapp 12 Prozent zu Buche.

Nachdem es schließlich sowohl beim bereinigten Gewinn je Aktie als auch bei der operativen Marge 2019 wie vorhergesagt zu einem Rückgang kam, erwartet das Management nun, dass sich das operative Geschäft im Laufe des Jahres 2020 wieder verbessern dürfte.

Nokia: Fusion mit Wettbewerbern wie Ericsson denkbar

Was die nun in Rede stehenden strategischen Optionen betrifft, wird neben Verkäufen oder Fusionen auch über eine Verlagerung von Investitionen und Anpassungen in der Bilanz nachgedacht. Die Überlegungen dauerten derzeit noch an und es gebe keine Sicherheit, dass die genannten Schritte auch tatsächlich umgesetzt werden, berichtete Bloomberg unter Verweis auf die eingeweihten Personen weiter.

In einer ersten Einschätzung zu der Nachricht schrieb JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande am Mittwoch, dass die einzig gangbare Möglichkeit ein Verkauf an bislang nicht mit Nokia in Verbindung stehende Unternehmen wie etwa an ein Technologie-Unternehmen in den USA wäre. Cisco oder Apple jedoch dürften nicht an dem margenschwachen und schwankungsanfälligen Geschäft interessiert sein, schrieb der Experte weiter. Möglich sei aber auch ein Verkauf kleinerer Geschäftsbereiche.

Laut Bloomberg besteht daneben die theoretische Möglichkeit eines (teilweisen) Zusammenschlusses mit Wettbewerbern wie Ericsson. Allerdings dürften die Unternehmen in solch einem Fall auf hohe kartellrechtliche Hürden stoßen. Auch aus der Politik wäre angesichts befürchteter Arbeitsplatzverluste und Preiserhöhungen mit Gegenwind zu rechnen. Dies hat nicht zuletzt der zähe Zusammenschluss zwischen T-Mobile US und Sprint in den USA gezeigt. dpa

Mehr zum Thema: 

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung