Kolumne

Nicht nur in Zeiten von Corona – warum digitale Nomaden ihren Aufenthaltsort beim Auswärtigen Amt melden sollten

(Grafik: t3n)

Sich beim Auswärtigen Amt regelmäßig zu melden und den aktuellen Aufenthaltsort anzugeben, dient der Sicherheit im Notfall. Nennt sich: Krisenvorsorgeliste. Der Name sagt schon alles …

2007 oder so, ich weiß es nicht mehr genau, gab es in Thailand ordentlich politische Unruhen. Will da nicht genauer darauf eingehen. Aber vielleicht erinnert ihr euch noch daran, wie Tausende von Touristen und Reisende am internationalen Flughafen für Wochen festsaßen? Darunter war auch ein Freund von mir. Ich glaube, vier Wochen saß er dort fest. Und das in einem eigentlich sicheren Land wie Thailand. In der Zeit, in der in Deutschland die aktuelle große Koalition im Bund gebildet wurde (fünf Monate?), wurde in manchen Ländern drei Mal geputscht.

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Übertrieben? Macht’s einfach

Will sagen, man weiß es einfach nicht. Was passiert, passiert. Da sitzt man gemütlich in einem Café und arbeitet, und plötzlich fahren Panzer an einem vorbei und Soldaten marschieren auf. Ja, das passiert nur selten. Aber es passiert eben. Ebenso Naturkatastrophen. Die verheerenden Tsunamis in SEA, Erdbeben in der Karibik und so weiter. Es kann jederzeit irgendwo etwas passieren. Da hilft es dann, wenn man in dieser Krisenvorsorgeliste eingetragen ist. Denn das hilft dem Auswärtigen Amt, schnell zu Hilfe zu eilen.

Gerade aktuell in der Coronakrise wird dazu aufgerufen. Pauschalurlauber, die in irgendeinem Land gestrandet sind, sind damit nicht unbedingt gemeint – über die kriegen die Behörden Infos über die Veranstalter. Anders bei Individualtouristen, die mit Rucksack unterwegs sind. Die sind unsichtbar und nicht greifbar, die können nicht einfach so informiert werden. Und das gilt ebenso für digitale Nomaden. Wenn Krisenstäbe nicht wissen, wo ihr seid, können sie nicht helfen. Sich dann erst im Ernstfall selber bei Konsulaten oder Botschaften zu melden – gute Nacht … Die Hotlines sind überlastet und die Gebäude geschlossen, außer für absolute Notfälle. So ist das zumindest gerade in Thailand, Kambodscha, Vietnam, den Philippinen und Malaysia.

Auf der Seite Elefand kann man bequem und schnell und einfach hinterlegen, wo man sich gerade aufhält. Sollte, ich wünsche es euch nicht, irgendwas passieren, kann die jeweilige Botschaft dann schnell Kontakt mit euch aufnehmen beziehungsweise euch suchen und finden – und auch Angehörige in Deutschland informieren. Gerade was Angehörige oder Freunde in der Heimat angeht: Macht das. Die machen sich nämlich Sorgen, wenn sie irgendwas in den Nachrichten hören. Ob es übertriebene Berichterstattungen sind oder echte Katastrophenmeldungen – ruckzuck kriegt ihr viele Nachrichten mit „Geht’s euch gut???“. Anmelden, registrieren, einloggen, App runterladen und einfach immer wieder euren Standort aktualisieren.

Gibt Schlimmeres

Tetanus-Impfungen tun mehr weh. Ja, man kann sagen, dass das übertrieben deutsche Denke ist. Mir hat es aber geholfen – weil ich beruhigt war und weil ich Freunden sagen konnte, dass, wenn etwas in einem Land passiert, auf mich aufgepasst und jeder informiert wird. Das war interessanterweise wichtiger für meine Freunde als für mich. Doch wie gesagt, ist ganz einfach. Und hat keinerlei nachteilige Konsequenzen. Kann aber Leben retten.

Cheers, Rob

Du hast Lust, mehr über das Leben als digitaler Nomade zu erfahren? Kein Problem, bei Rob’n’Roll around the World liest du mehr!

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2 Kommentare
Ippe Jansen
Ippe Jansen

Nabend Rob, der Fehler an Ihrem Artikel ist nur dass sich das Auswärtiege Amt einen Scheiß um irgend einen Verschollenen im Ausland kümmert ausser man hilft nach. Vergiss das einfach wenn Du unterwegs bist. Jeder sollte lieber persönliche Sicherheiten, Kontakt zu Leuten die richtig reagieren , wenn man nicht mehr ereichbar ist viel hilfreicher als das AA. Nie werde ich glauben dass DIESER Staat sich um auch nur einen Bürger sorgt! Ich habe selbst das Gegenteil erlebt, vor Zeiten der Seite aber trotzdem.
Der Hinweis auf diese Seite kann nur zu falschem Sicherheitsgefühl führen. Ich glaube eher dass das eine moderne Trackerseite handelt. Daten sammeln für was auch immer!
Gruß aus Hamburg
Ippe

Antworten
Kai Friedberg
Kai Friedberg

Ja, Genau!

Auf eine weitere, zur freiwilligen Verblödung dienende Überwachung. Darauf habe ich schon gewartet!
Vor allen auch noch „App runter laden und einfach immer wieder euren Standort aktualisieren.“

„Eine Sekundengenaue Standortüberwachung.“

Das ist auch der Wunsch, der zur Zeit in Thailand Herrschenden Regierung!
„Nur für Ausländer, aber nicht für Thailänder.

Wer so etwas Braucht, ja Bitte, Ich jedenfalls NICHT!

Antworten

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