Analyse

Otto plant zukunftsorientiert und setzt auf schnelles Marktplatz-Wachstum

Otto hofft auf schnelles Marktplatz-Wachstum durch 3000 neue Händler bis 2020. (Foto: dpa)

Der Onlinehändler Otto.de hat 3,2 Milliarden Euro Umsatz und ein schnelles Wachstum im noch neuen Marktplatz-Geschäftsmodell prognostiziert.

Mit acht Prozent Wachstum rechnet der wichtigste Onlinehändler der Otto Group, die Einzelgesellschaft Otto. Da der Hauptkatalog mittlerweile eingestellt ist, dürfte Otto.de damit für die prognostizierten 3,2 Milliarden Umsatz nahezu alleine verantwortlich sein. Über rund sieben Millionen aktive Kunden verfügt Otto, fünf Prozent davon sollen Neukunden sein. Spannend wird es, wenn die Otto-Führung über das noch recht neue Marktplatzmodell spricht: Denn hier erwartet der Onlinehändler in Zukunft deutlich mehr Wachstum – berechtigterweise.

Zukunftsorientiertes Denken bei Otto: IoT-Dienste, Voice-Commerce und Fokus auf Technologie

Schon bei der Strukturierung der Stellenanzeigen wird klar, dass Otto sich für die Zukunft als Technologie-Unternehmen aufstellt. Etwa 400 bis 500 Stellen habe das Unternehmen zu besetzen, heißt es bei der Präsentation der ersten Unternehmenszahlen in Hamburg, der überwiegende Teil davon ist dem Technologie-Bereich zuzuordnen. Die im Bau befindliche neue Firmenzentrale, deren Beschreibung sich wie ein riesiger Coworking-Space liest, könnte sich für das Recruiting positiv auswirken. Otto ist auf dem Weg zum Technologie-Unternehmen.

Die Otto-Tochter Orderthis ist eine IoT-Plattform und kann von IoT-Providern zur Anbindung von Onlinehändlern genutzt werden. Conrad Connect beispielsweise setzt auf Orderthis – und jetzt auch der Otto-Nachfüllservice Ottoready, bei dem Otto mit der IoT-Haushaltsgeräte-Initiative Home-Connect verbunden wird. (Screenshot: Orderthis)

Das zeigt sich auch bei den Themen, die Otto in diesem Jahr in den Fokus der Präsentation seiner Unternehmenszahlen stellt: Mit dem Zukauf Orderthis realisiert Otto einen IoT-Dienst namens Ottoready, der Kunden in der Otto-App an die Bestellung von Verbrauchsgütern erinnert. Als erstes Pilotprojekt werden Geschirrspüler mit Home-Connect-Funktion unterstützt, für die dann Tabs über Otto bezogen werden können. Orderthis ist allerdings kein Verlegenheitszukauf nach dem Motto „Was wir nicht können, kaufen wir“, sondern ein gezieltes Venture-Projekt aus dem Company-Builder Liquid Labs der Otto Group.

Screenshot aus dem Otto-Conversational-Commerce-Skill „Otto Action“ für den Google Assistant. (Foto: Otto)

Voice-Commerce ist zwar noch nicht zum Massenmarkt mit Milliardenumsätzen geworden, aber eine sinnvolle Zukunftswette. Mit Otto Action hat der Onlinehändler für Google Assistant einen eigenen Otto-Skill geschaffen, mit dem Kunden unter anderem über Fernseher, Smartphones sowie Apple- und Android-Devices kommunizieren können.

Neben Wetten auf die Zukunft beherrscht aber bei Otto eine eher konkrete Hoffnung die Präsentation der Unternehmenszahlen: das zu erwartende Marktplatz-Wachstum.

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