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Peloton Tread im Test: Mehr als nur ein Laufband

Seit Ende September ist das Peloton Tread in Deutschland erhältlich. Aber für wen lohnt sich das knapp 2.500 Euro teure Laufband und wie hebt es sich von der Konkurrenz ab?

Von Frank Feil
6 Min. Lesezeit
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Das Peloton Tread ist für ein Laufband äußerst kompakt. (Foto: Frank Feil)

Es ist inzwischen über ein Jahr her, dass das Peloton Bike bei mir einzog. Seither habe ich Hunderte Workouts absolviert – und manchmal sehe ich mir noch immer selbst erstaunt dabei zu, wie ich nahezu täglich vor Arbeitsbeginn ein Training absolviere. Peloton hat etwas geschafft, das weder Personal Trainer, noch Fitnessstudios oder ich selbst vermochten: mich dauerhaft für Sport zu begeistern und zu regelmäßigen Workouts zu motivieren.

Auch Peloton selbst durchlief in diesem Zeitraum einen Wandel: Während der Corona-Pandemie entstand ein regelrechter Hype um das US-Unternehmen, das dadurch viel zu schnell wuchs. Aufgrund der hohen Nachfrage kam es zu Lieferengpässen bei den Bikes, Service und Support waren überlastet. Als Peloton diese Probleme schließlich in den Griff bekommen hatte, begannen langsam aber sicher die Fitnessstudios wieder zu öffnen – und die Nachfrage nach Home-Fitness-Angeboten sank. All das lässt sich ganz wunderbar am Aktienkurs des Unternehmens nachverfolgen, der sich ab März 2020 nahezu vervierfachte, im Januar 2021 seinen Höhepunkt erreichte und sich seither halbiert hat.

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Alles aus bei Peloton? Nein, natürlich nicht. Das Unternehmen befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Der große Hype ist vorbei, das Wachstum hat sich auf ein gesundes Tempo verlangsamt. Nach und nach erschließt Peloton mit seinem Angebot neue Märkte und erweitert konsequent sein Workout-Portfolio. Als ich im August 2020 das erste Mal auf dem Bike saß, gab es zwei deutschsprachige Trainer:innen. Inzwischen sind es sieben.

Und dann wäre da natürlich noch das Peloton Tread, das seit Ende September in Deutschland erhältlich ist.

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Peloton Tread im Test

Das Peloton Tread ist schlicht gehalten und verfügt neben dem Touchscreen lediglich über zwei Drehknöpfe für Geschwindigkeit und Neigung sowie eine Stopp-Taste. (Foto: Frank Feil)

Peloton Tread: Preiswertes Premium-Laufband

„Ich finde den Ansatz von Peloton super, aber Radfahren ist nichts für mich. Ich jogge lieber!“ – diesen Satz habe ich in den vergangen Monaten immer wieder gehört. Und wer schon einmal im Cardio-Bereich eines Fitnessstudios war, der wird das bestätigen: Es gibt diejenigen, die man stets auf dem Laufband antrifft, und diejenigen, die lieber im Sattel sitzen. Folglich war es nur eine Frage der Zeit, bis Peloton seine beiden Bikes um ein Laufband ergänzt.

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In Deutschland wird das Peloton Tread seit ein paar Wochen für 2.495 Euro angeboten. Zum Vergleich: Halbwegs vernünftige Einstiegsmodelle der Konkurrenz ohne viel Schnickschnack liegen bei rund 800 Euro, qualitativ hochwertige Laufbänder namhafter Marken kosten zwischen 3.500 und 8.000 Euro. Preislich liegt das Peloton Tread somit lediglich im Mittelfeld.

Drei Dinge machen das Peloton Laufband besonders: das kompakte Design, der 23,8-Zoll-HD-Touchscreen mit integriertem Soundsystem und die nahezu stufenlose Verstellung von Geschwindigkeit (maximal 20 Kilometer pro Stunde) und Neigung (bis zu 12,5 Prozent) über zwei Drehknöpfe. Zudem lassen sich zwei Schnellwahltasten auf dem Bildschirm individuell programmieren, um direkt zu einer bestimmten Geschwindigkeit/Neigung zu springen.

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Bevor wir gleich zu meinen bisherigen Erfahrungen mit dem Laufband kommen, möchte ich aber noch eines vorwegnehmen: Während das Peloton Bike mit einer benötigten Stellfläche von 122 cm x 61 cm in nahezu jeden Raum passt und noch dazu flüsterleise ist, muss man sich bei dem 132 Kilogramm schweren Laufband darüber im Klaren sein, dass man eine deutlich größere Stellfläche benötigt.

Peloton Tread im Test

Der 23,8 Zoll große HD-Touchscreen ist das Herzstück des Laufbands. (Foto: Frank Feil)

Das Tread misst 173 cm x 84 cm x 157 cm, zudem empfiehlt Peloton einen Mindestabstand von zwei Metern hinter dem Laufband sowie 60 Zentimeter auf jeder Seite. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben müsste man eine Grundfläche von 433 cm x 204 cm einplanen, was in kleineren Wohnungen fast schon einem ganzen Zimmer entspricht.

Und dann wäre da noch die Lautstärke. Wie jedes andere Laufband auch ist das Peloton Tread – insbesondere bei hohem Tempo – nicht gerade leise. Wer in einem hellhörigen Mehrfamilienhaus lebt, sollte dies vor der Anschaffung definitiv bedenken.

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Peloton Tread: Individuelle Workouts machen den Unterschied

Zeit einen Blick auf das Training mit dem Peloton Tread zu werfen. Hier darf man sich keinen Illusionen hingeben: Peloton hat weder das Rad noch das Laufband neu erfunden. Was die reine Hardware angeht, ist das Tread ein hochwertig verarbeitetes Laufband mit sehr gutem Grip, direktem Feedback und einer (trotz des kompakten Designs) großzügigen Lauffläche. Nicht mehr und nicht weniger.

Peloton Tread im Test

Das Laufband von Peloton überzeugt durch guten Grip und direktes Feedback. (Foto: Frank Feil)

Was das Tread von der Konkurrenz unterscheidet, sind die Live- und On-Demand-Kurse von Peloton. Gerade für jemanden wie mich, der nur wenig Erfahrung mit dem Laufen hat, bieten die unterschiedlichen Kurse einen echten Mehrwert. Durch den riesigen, gestochen scharfen Bildschirm hat man das Gefühl, dass die Trainer:innen mit einem auf dem Laufband stehen. Das sorgt nicht nur für Motivation, sondern garantiert auch schnelle Erfolge. Jedes Workout konzentriert sich auf einen anderen Aspekt – sei es nun Ausdauer, Geschwindigkeit, Lauftechnik, Haltung oder das richtige Mindset.

Aus meiner Sicht ist es elementar, dass dieser Punkt verstanden wird: Man kauft sich weder das Bike noch das Laufband, weil man ein Bike oder Laufband möchte; man kauft es wegen des vielfältigen Trainingsangebots. Wer einfach nur jeden Morgen 30 Minuten mit Musik in den Ohren fünf Kilometer joggen möchte, braucht Peloton nicht und kann sich die 39 Euro für die monatliche Mitgliedschaft sparen.

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Ganz anders sieht die Sache aus, wenn man während des Trainings angeleitet und motiviert werden möchte. Inzwischen gibt es bei Peloton so viele Trainer:innen, dass man selbst bei täglichen Workouts stets die Wahl zwischen unzähligen Live- und On-Demand-Kursen hat – passend zum individuellen Trainingslevel. Über Live-Kennzahlen (Pace, Strecke etc.), das Leaderboard sowie diverse Auszeichnungen (Stichwort Gamification) lassen sich persönliche Fortschritte zudem in Echtzeit verfolgen.

Da mir die Frage oft gestellt wird: Nein, während der Kurse werden weder Geschwindigkeit noch Neigung automatisch angepasst. Die Trainer:innen geben die Range vor, die Anpassungen nimmt man selbst vor. Dabei geht es ganz einfach um das Thema Sicherheit: Wenn man auf dem Tread abgelenkt ist und dieses eigenständig von einem lockeren Lauf in einen Sprint schalten würde, wäre das Verletzungsrisiko viel zu hoch.

Peloton Tread: „Geh doch draußen laufen!“

Jeder Mensch ist anders – und ich bin immer wieder erstaunt, wie häufig man hinsichtlich des Peloton Treads völlig unqualifizierte Kommentare à la „Geh doch draußen laufen, ist kostenlos!“ liest. Die gleichen Menschen fragen wahrscheinlich auch einen Landschaftsgärtner, warum er 30.000 Euro für einen Bagger ausgibt, obwohl er das Loch doch auch mit einem Spaten ausheben kann.

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Ganz ehrlich: Ich bewundere jeden, der morgens die Joggingschuhe anzieht und selbst bei Regen und Schnee seinen Lauf absolviert. Ich kann mich dazu nicht motivieren – und kenne viele, denen das genauso geht. Zumal der Trainingseffekt unter professioneller Anleitung auf dem Laufband ein völlig anderer ist als bei vielen Outdoor-Läufer:innen, die immer wieder die gleiche Strecke im selben Tempo laufen, ohne dabei Fortschritte zu erzielen. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Peloton Tread im Test

Über die Drehknöpfe lassen sich Geschwindigkeit und Neigung nahezu stufenlos verstellen. (Foto: Frank Feil)

Im Endeffekt muss jeder für sich selbst entscheiden, was zu ihm passt. Für die einen mag es das Fitnessstudio sein, für die anderen das Joggen im Wald – und für wieder andere eben Peloton.

Mit dem Peloton Tread bekommt man für 2.495 Euro ein hervorragendes Laufband, das zusammen mit ein paar Hanteln für 39 Euro im Monat das Fitnessstudio für die ganze Familie ersetzen kann. Gerade Letzteres wird gerne vergessen: Spinnig und Laufen sind nur ein Teil des Peloton-Universums. Daneben finden sich noch unzählige Kurse aus den Bereichen Kraft, Yoga, Stretching und Meditation – ebenfalls Live und On-Demand.

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Wer dieses Angebot in seiner vollen Breite regelmäßig nutzt, für den sind die 39 Euro im Monat fast schon geschenkt. Wer hingegen nur ab und zu mal ein Workout in seinen Alltag integrieren möchte, findet mit Sicherheit günstigere Alternativen.

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