Analyse

Prime Wardrobe startet, ist sinnlos geworden und wird trotzdem ein Erfolg

Das neue Programm von Amazon:
Prime Wardrobe,
könnte die Fashionbranche in Schwierigkeiten bringen. (Screenshot: Amazon)

Amazon startet in den USA seinen Klamottendienst „Prime Wardrobe“. In den USA funktioniert das Konzept, für Europa dürfte Wardrobe durch die jüngsten Änderungen für Kunden sinnlos geworden sein. Und trotzdem wird es ein Erfolg.

Amazon Wardrobe ist ein Sammelbestelldienst für Kleidung – Kunden konnten bis zu acht Teile bestellen, kostenlos zurücksenden und bekamen mit der abschließenden Abrechnung noch einen Rabatt eingeräumt – je mehr Kleidungsstücke der Kunde behielt, desto mehr Rabatt gab es. Jetzt ist der Rabatt weggefallen, es gibt nur noch kostenlose Retouren und Bezahlung auf Rechnung. In Deutschland reicht das nicht aus, um den Modemarkt zu erschüttern, denn das sind banale Marktstandards. Trotzdem darf sich der Modemarkt nicht freuen, denn wenn Wardrobe in Deutschland eingeführt wird, wird es zu Verschiebungen der Marktanteile kommen.

Prime Wardrobe wird in Deutschland nur den Marktstandards entsprechen

In den USA ist die Bestellung zur Anprobe eine riesige Innovation, in Deutschland kaufen wir auf Rechnung und bestellen sowieso zur Anprobe. Was nicht gefällt oder passt, wird zurückgesendet – die großen Fashionshops bieten kostenfreie Retouren an. Somit ist auch ein beigelegtes Retourenlabel theoretisch keine große Innovation. Die einzige Neuerung für europäische Kunden wäre der mengenabhängige Rabatt gewesen, den Amazon jetzt zur Markteinführung abgeschafft hat. Im Prinzip bleibt damit oberflächlich betrachtet für Europa ein völlig uninteressanter Dienst übrig. Experten könnten sich fragen, ob es überhaupt sinnvoll ist, ihn einzuführen.

Die überraschende Antwort auf diese Frage lautet: Ja, es ist sinnvoll und er wird eingeführt werden. In der Regel konzipiert Amazon nur Dienste, die global einsetzbar sind. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass die Besonderheiten des deutschen Marktes eingehend betrachtet wurden. Es gibt zwei überzeugende Gründe, die für einen Deutschland-Start von Prime Wardrobe sprechen.

  1. Prime Wardrobe wird die bestmögliche Umsetzung der Markstandards sein.
  2. Amazon-Kunden kommen aktuell nicht vollständig in den Genuss dieser Markstandards.

Amazon startet in den USA seinen neuen Dienst Prime Wardrobe jetzt für alle Kunden. In Deutschland wird Wardrobe auch erwartet. (Screenshot: Amazon/t3n.de)

Die letzte, noch spannende Frage zum Dienst Wardrobe bleibt: Wieso hat Amazon die Rabatte abgeschafft? Vielleicht sind sie einfach zu teuer geworden.

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