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Ratgeber

Kein Buzzword-Bingo: Was sind Progressive Web Apps?

Progressive Web Apps helfen offene Standards gegen Walled Gardens zu schützen. (Grafik: Pixabay.com)

Webentwickler kennen das Gefühl, stets Teilnehmer an einem gigantischen Buzzword-Bingo zu sein. „Progressive Web Apps” sind aber ausnahmsweise ein Konzept mit echter Substanz.

Die fortschreitende Mobilnutzung des Web bedroht die offenen Standards

Es lässt sich nicht leugnen. Man erkennt es an sich selbst und anderen. Viele Studien belegen es zusätzlich. Die Nutzung des Web verlagert sich mehr und mehr auf mobile Geräte. Dabei dominieren native Apps, die ihre Inhalte vorwiegend aus dem Web ziehen und innerhalb der App zur Anzeige bringen. Dabei haben die Apps die volle Kontrolle über das Aussehen der Inhalte. Der eigentliche Bereitsteller der Informationen hat seinen Einfluss weitgehend verloren.

Langfristig entwickelt sich daraus die Gefahr, dass Apps mit entsprechender Reichweite ganz auf das Web als Inhaltsgeber verzichten. Facebook wird hier gern als potenzielles Beispiel genannt. Sollte sich die Nutzung irgendwann so stark in Richtung mobiler Plattformen verändert haben, dass die Unterhaltung eines webbasierten Zugangs unnötig erscheint, könnte man durchaus auf die Idee kommen, darauf zu verzichten. Eine ohnehin schon stark geschlossene Gesellschaft schlösse sich noch mehr und schottete sich vor offenen Standards ab.

t3n-Chefredakteur Stephan Dörner beschrieb vor wenigen Wochen in seinem Artikel „Warum ich Snapchat als Rückschritt betrachte” genau dieses Szenario. Sein Vergleich mit AOL oder Compuserve passt. Mit Snapchat gibt es bereits heute eine Anwendung, die ausschließlich als App gedacht ist und keinerlei Schnittstellen nach außen besitzt.

Natürlich ist eine solche Situation aus Sicht der Betreiber ganz formidabel. Schließlich bleibt so die Verweildauer auf dem eigenen Angebot gleichbleibend hoch. Bouncerates spielen genauso wenig eine Rolle wie Suchmaschinenoptimierung und andere Problemfelder, mit denen sich Betreiber auseinandersetzen müssen, wenn sie im offenen Wettbewerb mit Anbietern stehen, die jeweils nur einen Klick entfernt sind.

Für Designschaffende, Endnutzer und all jene Seitenbetreiber, die nicht die Reichweite von Facebook oder Snapchat haben, ist die Entwicklung hingegen ebenso gefährlich, wie sie es für den anderen Web-Riesen namens Google ist. Nur mit der aktiven Förderung offener Standards lässt sich der Trend stoppen.

Wider die native App: Web-Apps stehen für das offene Web

Auf der untersten Ebene eines möglichen Konsenses dürfen wir als Web alles verstehen, was eine linkbare URL besitzt und über diese aufgerufen werden kann. Mit dem Erstarken der mobilen Plattformen ging der Designtrend hin zu Mobilität in der Gestaltung. Die Besonderheiten eines Smartphones wurden auf unterschiedliche Weise im Prozess berücksichtigt.

Heute gilt das sogenannte responsive Design als der Weg der Wahl. Dieser Ansatz stellt sicher, dass eine Website auf den diversen mobilen Geräten jeweils so präsentiert wird, wie es den Beschränkungen des Gerätes entspricht, ohne dass die Website zu sehr an Funktionalität verliert. Mir ist klar, dass diese Definition schon zu Widerspruch führen wird. Wenn man indes ehrlich ist, ist der responsive Designansatz in der Mehrzahl der Fälle ein Kompromiss. Vor etwa einem Monat befasste ich mich in diesem Artikel mit weiteren Aspekten responsiven Designs.

Im Vergleich zu nativen Apps konnten mobile Web-Apps lange Zeit funktional nicht mithalten. Zwar ließ sich die Optik einigermaßen gut angepasst auf den mobilen Bildschirm bringen, sobald jedoch Zugriff auf Gerätefeatures, wie die Kamera oder diverse Sensoren, gefragt war, kam unabdingbar die native App ins Spiel. Natürlich begannen die Probleme nicht erst an diesen Schnittstellen. Schon das Verhalten unter schlechten Internetbedingungen oder gar vollkommenen Funkversagens führte zur Unbedienbarkeit der Web-App.

„Progressive Web Apps” wollen genau da ansetzen.

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2 Reaktionen
RS

Hallo,

ich sehe die Sache anders. Ich stehe dieser Technologie kritisch gegenüber.

Wenn ich zugriff auf das System über das Web bekomme, sehe ich das als äußerst Heikel. SSL hin oder her. Ein SSL Zertifikat ist kein Problem. Wenn der Browser nun generalisiert die Erlaubnis hat auf die Kamera, die Sensoren und optimalerweise noch auf GPS zuzugreifen, steht mir als Webseitenanbieter die Welt offen. Und bin ich nun ein böser Webseitenanbieter, der eine Undergroundseite für Einbrecher betreibt, viel Spass, denn wer braucht Facebook, so bekäme man Realtime - Daten. Noch 5 Minuten bevor die Person wieder da ist, habe ich den Einbruch begangen, ich sehe ja, wo sie sich befindet. Und das alles nur weil die Person mal versehentlich auf meiner Webseite mit süßen Katzenbildern war, die SSL verschlüsselt ist und ganz harmlos aussieht und ich ihr anbiete, Sie zu benachrichtigen, wenn neue Bilder vorhanden sind.

Außerdem bräuchte man dann keine Webtechnologien im eigentlichen Sinne mehr. Dann liefe auf HTML, CSS, JS und ResponsiveDesign verzichten und direkt Code versenden, der dann vor Ort compiliert wird und im Window immer gleich angezeigt wird. Dann muss ich mein Formular wirklich nur einmal entwickeln, auf allen Geräten testen und optimieren und kann mir dann wesentlich sicherer sein, dass es zu keinen bösen Überraschungen kommt.

Wenn es eine App sein soll, dann richtig. HTML, CSS und JS sind keine Technologien dafür, meiner Meinung nach.

Antworten
Michael Schmid

Unsere Agentur hat hier auch eine progressive Web App als E-Commerce System mit Angular 2 umgesetzt.

http://www.kennzeichenschmiede.de

Die größten Vorteile von Web Apps:
Schnell zu entwickeln
Schnell zu bedienen
Schnell zu ändern

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