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BMW testet Quantencomputer für Lieferketten-Optimierung

BMW testet die neue Technologie zum ersten Mal im praktischen Einsatz. Das geschieht zunächst mit eher niedrigen Anforderungen, aber mit großer Perspektive.

2 Min. Lesezeit

Honeywell arbeitet seit Jahren an Quantencomputern. Auch Google und IBM sind in diesem Bereich vorne dabei. (Bild: Honeywell)


Der Automobilkonzern steigt in die Technik ein und testet einen Quantencomputer des Anbieters Honeywell. Zunächst will er dafür den „H0“, später den „H1“ einsetzen, um in Echtzeit seine Lieferketten zu optimieren. Die Quantenrechner sollen herausfinden, welche Komponenten BMW von welchem Zulieferer zu welchem Zeitpunkt kauft, um niedrige Kosten bei laufendem Betrieb zu erzielen. Dabei gilt es, zum Beispiel abzuschätzen, wer auf der einen Seite günstig anbietet und wer zum anderen in der entsprechenden Zeit liefern kann. BMW spricht von einer ganzen Reihe von Optionen und Unteroptionen, die der Computer abwägen soll. Das Ziel liegt zunächst in der Geschwindigkeitsoptimierung der Fertigung.

Anwendungsgebiete für Quantencomputer zahlreich

Der IT-Chef des Konzerns, Julius Marcea, denkt schon weiter: Quantencomputer könnten die Batteriechemie für Elektroautos verbessern und die besten Orte für Ladestationen errechnen. Auch die Anforderungen an Design und Fertigung, Kosten, Sicherheit bis hin zu Aerodynamik sieht er als zukünftige Aufgabengebiete. Doch die Realität sieht zunächst anders aus: „Unsere Experten gehen davon aus, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis echte Quantencomputer kommerziell genutzt werden können“, gibt er Cnet gegenüber zu.

Zunächst testet BMW die Geschwindigkeit und die Qualität der Ausbeute. Dazu vergleichen Fachleute die Ergebnisse mit denen von klassischen Computern. Der Business-Chef von Honeywell, Tony Uttley, sagt, dass die Quantencomputer erst in 18 bis 24 Monaten so weit seien, Optimierungsprobleme zu lösen, die kein klassischer Rechner bewältigen kann. Honeywells schnellster Quantencomputer, H1, arbeitet zurzeit mit 10 Qubits. So heißen die Recheneinheiten, die die hohe Leistung bewerkstelligen sollen. Uttey gibt zu, dass erst bei einer höheren Anzahl die Schwelle von dem überschritten wird, das sich auf konventionellem Wege nicht mehr berechnen lässt. Honeywell arbeitet daran; theoretisch hat das Design Platz für 40 Qubits.

Honeywell hatte letztes Frühjahr schon von einem Durchbruch mit einem 64-Quibit-Modell gesprochen. Experten zeigten sich skeptisch. Ein weiterer Schritt besteht darin, zur Fehlerkorrektur mehrere physikalische Qubits zu einem „logischen Qubit“ zu verschränken.

Algorithmus speziell für den Quantencomputer

Da die Programmierung der neuen Maschinen eine sehr aufwendige Aufgabe darstellt, hat BMW die Spezialisten von Entropica Labs mit ins Boot geholt, das berichtet Zdnet. Das Team setzt einen besonderen Algorithmus ein, der auf Logistik und Lieferketten abgestimmt ist. Erste Tests bestätigen, dass die Hardware in Relation zu konventionellen Geräten konkurrenzfähig ist und der Algorithmus korrekt arbeitet. Die Wissenschaftler gehen dadurch davon aus, dass sie mit mehr Qubits und größeren Versionen des Algorithmus bald führende klassische Algorithmen auf konventionellen Maschinen übertreffen können.

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