Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Ratgeber

Quo vadis, Fehlerkultur? Warum man sehr viel falsch machen muss, um erfolgreich zu sein

Hierzulande gibt es immer noch viel zu wenig Raum für Fehler. Das hat fatale Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt und wird schon in der Schule antrainiert – und das obwohl eine Fehlerkultur für Innovation zwingend notwendig ist, wie unser Gastautor meint.

Keine konstruktive Fehlerkultur in Deutschland

Das Ausgangsproblem in Deutschland ist, dass man in ein Gesellschaftssystem hineingeboren wird, in dem es keine offene Fehlerkultur gibt. Es beginnt schon in der Schule und zieht sich fataler-, aber logischerweise durch bis in die Arbeitswelt. Der Unterricht ist nicht darauf ausgelegt, Fehler zuzulassen. Schon in der Schule wird Fehlerintoleranz antrainiert. Hauptsächlich deshalb, weil zu wenig Zeit vorhanden ist, um sich ausführlich mit Fehlern zu beschäftigen und eine falsche Antwort in eine richtige Antwort umzuwandeln.

Das ist insofern schade, als man damit schon im Kindesalter der Erfahrung beraubt wird, aus Fehlern zu lernen, sowie an der Lösung eines Problems zu arbeiten. Wenn aber keine Fehler zugelassen werden, wie sollen dann überhaupt später kreative Lösungen entstehen? Sind Fehler bei genauer Betrachtung doch der Grundstein von Innovation, Disruption und progressivem Fortschritt. Erst recht im digitalen Zeitalter, in dem oftmals in rasantem Tempo komplett neue Wege beschritten werden müssen und Zerstörung die Bedingung von Erfolg ist.

Fehler als Motor von Innovation

Glücklicherweise findet deshalb ein – wenn auch sehr langsames – Umdenken statt. Sowohl in der Schule als auch im Unternehmen werden Fehler mittlerweile thematisiert und nicht mehr totgeschwiegen. Das Thematisieren von und die sich daran anschließende Auseinandersetzung mit Fehlern führt zu einem tiefergehenden, nachhaltigeren Verständnis von Sachverhalten und ist somit Nährboden für Entwicklung und Kreativität. Es gibt eine Vielzahl an Beispielen – sogar im deutschen Raum. Der aus Deutschland stammende Professor Johannes Haushofer von der Princeton University veröffentlichte beispielsweise vor zwei Jahren seinen CV of Failures, um den Menschen zu zeigen, dass Fehler ein natürlicher Teil der Gleichung von Erfolg sind.

Scheitern darf kein Mythos werden

Während alle Experten eine Fehlerkultur fordern, darf sie gleichzeitig jedoch nicht überhöht und als eine hinreichende Bedingung für Erfolg angesehen werden. Sie ist bloß eine notwendige. Denn weder ist jeder, der scheitert, erfolgreich, noch sollte jeder überall scheitern dürfen. Zu einer guten Fehlerkultur gehört deshalb genauso, dass man klar macht, auf welchen Feldern Fehler passieren dürfen und wo sie durch geeignete Maßnahmen unbedingt vermieden werden müssen (etwa in sensiblen Bereichen wie Medizin oder Sicherheitstechnik). Dort, wo es den nötigen Raum für Fehler aber gibt, müssen Unternehmen mit bestem Wissen und Gewissen Lösungen erarbeiten, implementieren, die Wirkung genauestens überwachen und kritisch reflektieren.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.