Anzeige
Anzeige
Ratgeber
Artikel merken

Kann man Urlaubstage kaufen oder verkaufen? So ist die Rechtslage

Du hast noch Urlaubstage über oder brauchst mehr als vereinbart? Was wäre, wenn du freie Tage verkaufst beziehungsweise kaufst? Eine Fachanwältin für Arbeitsrecht erklärt, wie das rechtlich unter Umständen gehen kann.

3 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige
Urlaubstage verkaufen oder kaufen: Das gilt! (Foto: Megaflopp/Shutterstock)

Flexibilität gehört zu den größten Benefits, die sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünschen. Hinsichtlich der Arbeitszeit ist es in vielen Unternehmen kaum mehr ein Problem, den Tag für ein privates To-do abzukürzen und woanders die Zeit dranzuhängen. Auch hinsichtlich des Arbeitsortes sind deutsche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber immer offener geworden. Während häufiger zu Hause zu arbeiten inzwischen ziemlich normal ist, sind sogar Workations, also das Arbeiten am Urlaubsort, vor allem für Fach- und Führungskräfte progressiver Unternehmen seit einiger Zeit möglich.

Anzeige
Anzeige

Flexibilität ist also das Arbeitsthema schlechthin. Da drängt sich auch die Frage auf, wie individuell und flexibel sich eventuell sogar die Zahl der Urlaubstage gestalten lässt. Kann ich meiner Arbeitgeberin beziehungsweise meinem Arbeitgeber meine Urlaubstage verkaufen oder mir Urlaubstage von ihr oder ihm dazukaufen? „Grundsätzlich geht das, wenn beide Parteien einverstanden sind“, sagt Barbara Geck gegenüber t3n. Die Partnerin der Kanzlei Bird & Bird und Fachanwältin für Arbeitsrecht schränkt jedoch ein, dass es einige einordnende rechtliche Schranken zu beachten gibt.

Urlaubstage verkaufen oder kaufen: Das gilt!

Beim Verkauf von Urlaubstagen, sei beispielsweise darauf zu achten, dass der gesetzliche Mindesturlaub nicht angetastet wird. „Der Arbeitgeber ist verpflichtet, mindestens vier Wochen Urlaub, bei einer Fünftagewoche also 20 Urlaubstage, zu gewähren. Dieser Urlaub kann nicht ohne Weiteres verkauft werden, da Urlaub der Erhaltung der Gesundheit und damit auch der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit dient.“ Der Schutz der Arbeitnehmerin beziehungsweise des Arbeitnehmers stehe hier in an erster Stelle. Jedoch alles, was darüber hinausgeht, kann im Grunde flexibel gestaltet werden.

Anzeige
Anzeige

Doch wie ließe sich so ein Urlaubstagedeal rechtlich einwandfrei durchführen? „Die Parteien sollten darüber eine klare Vereinbarung abschließen“, so Barbara Geck. „Wegen des Nachweisgesetzes sollte das schriftlich erfolgen, oder hinterher vom Arbeitgebenden schriftlich mit sogenannter ‚nasser Tinte‘ bestätigt werden.“ Zu klären sei dabei, ob der Verkauf beziehungsweise Kauf einmalig erfolgen soll und zu welchem Preis. Üblicherweise wird diesbezüglich auf die gesetzlichen Abgeltungsvorschriften verweisen, das sei aber nicht zwingend, so die Fachanwältin für Arbeitsrecht zu t3n.

So errechnet sich der Preis eines Urlaubstags

Die Abgeltungsvorschriften legen fest, dass sich der Preis eines Urlaubstages am Verdienst der letzten 13 Wochen beziehungsweise der vergangenen drei Monate orientiert. Die Summe wird dann durch 13 und anschließend durch die individuellen Wochenarbeitstage geteilt. So wie der Mindesturlaub jedoch eine Grenze für den Verkauf von Urlaubstagen darstellt, gibt auch der Mindestlohn vor, wo sich im Falle eines Falles die untere preisliche Grenze befindet: „Solange immer sichergestellt ist, dass in jeden Fall der gesetzliche Mindestlohn gezahlt wird, sind die Vertragsparteien darüber hinaus frei“, sagt Barbara Geck.

Anzeige
Anzeige
In eigener Sache: In unserem t3n Guide lernst du, Klarheit über die eigenen Prioritäten zu erlangen und fokussierte Entscheidungen zu treffen. Lerne mit unseren Praxisguides mehr für deinen Job! Hier geht’s zum Shop.

Statt mehr Geld: 10 beliebte Alternativen zur Gehaltserhöhung

10 beliebte Alternativen zur Gehaltserhöhung Quelle: Foto: dpa
Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige