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Ratgeber

Richtig kündigen – trotz Enttäuschung, Frust oder Wut

Richtig kündigen – trotz Enttäuschung, Frust oder Wut. (Foto: Shutterstock- Luis Molinero)

Eine Kündigung, die auf Enttäuschung oder Wut basiert, liefert hohes Konfliktpotential. Doch auch wenn die Frustration hoch ist, sollte Professionalität oberste Priorität haben.

Es ist ein oft durchgespieltes Szenario, wenn der Kollege mal wieder unendlich wütend macht oder der Chef eine Lektion verdient hätte: Die dramatische Kündigung, in der so richtig die Fetzen fliegen à la „Mach deinen Scheiß doch alleine, ich kündige!“ Es ist verlockend sich so Luft zu machen, doch schlau ist so ein Abgang nicht. Es ist gut möglich, dass die Person, die einen auf die Palme gebracht hat, in einem anderen Job plötzlich wieder auftaucht. Und falls das nicht der Fall ist, so verspielt der Kündigende zumindest die Chance auf eine gute Referenz. Arbeitgeber, die schlechte Assoziationen mit einem ehemaligen Kollegen haben, sprechen wohl kaum Empfehlungen aus. Da kommen derartige unreflektierte Verhaltensweise gerade richtig! Die Kündigung sollte also schon im eigenen Interesse professionell und im Guten passieren.

Richtig kündigen in 3 Schritten

Wer also für sich entscheidet, dass das Maß dieses Mal wirklich voll ist, für den gilt zunächst: Durchatmen, bis drei Zählen und die Kündigung vernünftig über die Bühne bringen. Damit das geschieht, sollte sich das Verhalten entlang einiger Ratschläge ausrichten, die sich auf das direkte Gespräch mit dem Vorgesetzten, dem Ablauf und Zeitplan der Kündigung sowie dem zuletzt hinterlassenen Eindruck beziehen. Es gilt vor allem, auch bei einer Enttäuschung oder tiefsitzenden Wut, die persönlichen Gefühle aus dem Kündigungsprozess herauszuhalten und sich nicht die Blöße zu geben, das Gesicht vor dem alten Arbeitgeber zu verlieren. Diese Tipps sollten Kündigende also unbedingt befolgen:

  1. Das Gespräch

Eine Sache sollten Arbeitnehmer grundsätzlich beachten – egal in welcher Situation: Vor der schriftlichen Kündigung kommt immer das persönliche Gespräch, in dem mitgeteilt wird, dass man das Unternehmen verlässt. Wenn der Chef derzeit nicht im Büro ist und der Gehende trotzdem keine Zeit verstreichen lassen will, reicht auch ein Anruf. In jedem Fall, sollte eine Kündigung persönlich erfolgen. Dabei kommt es immer wieder auch vor, dass narzisstische Vorgesetzte das Jobende auf sich beziehen, unfair werden und Angestellte die direkte Konfrontation deshalb versuchen zu umgehen. Doch auch davon bleibt abzuraten. Sie sollten sich zusammenreißen und diesen letzten Schritt gehen. Er wird zumindest bleibenden Respekt sichern. Zudem lassen sich spätere Vorwürfe von vorneherein vermeiden.

Selbst wenn die Gründe negativ sind, sollte sich das Kündigungsgespräch im Wortlaut positiv anhören. Ratsam ist beispielsweise zu sagen, dass die Zeit bei dem Arbeitgeber eine lehrreiche war, dass man jedoch auf der Suche nach neuen Herausforderungen auf eine neue Stelle gestoßen sei. Wenn der Arbeitgeber mit einem Bleibeangebot reagiert, sollten Kündigende lieber ablehnen, denn das Vertrauen wird nach dem ausgesprochenen Ende sowieso nicht mehr das Gleiche sein. Es ist dann ratsam, beharrlich auf die eigenen Karriereziele zu verweisen, die einem der neue Job näher bringt. Auch wichtig: Zum Schluss darauf hinweisen, dass nach dem Gespräch einige inhaltliche Vorschläge für einen vernünftigen Wechsel folgen. Somit wird deutlich, dass dem Kündigenden viel an einer konstruktiven Übergabe liegt.

  1. Der Ablauf und Zeitplan der Kündigung

Ist das Gespräch gemeistert, gilt es das Schreiben auszuhändigen. Ebenso wie im Gespräch sollten Kündigende sich auch darin neutral bis positiv über die zurückliegende Beschäftigungszeit äußern und sich bestenfalls auf die guten Dinge konzentrieren. Entweder wird die Kündigung noch im Gespräch übergeben oder im Anschluss spätestens zum Folgetag. Klar ist, dass die Kündigungsfrist eingehalten wird. Wer jedoch die Möglichkeit hat und der Meinung ist, dass es dem Ablauf der Übergabe gut tut, kann dem Chef auch einen Monat mehr anbieten. Damit wird Verantwortungsbewusstsein gezeigt. Gerade in Management-Positionen gilt es viele Verpflichtungen zu berücksichtigen. Kündigende sollten am besten schon vorher eine Liste mit Aufgaben und Terminen anlegen und schauen, wie sie in der Übergabezeit abgewickelt werden können.

Die Kündigungsfrist kann unter Umständen auch einiges Potential für Konflikte in sich tragen. Vor allem dann, wenn die Gründe für die Kündigung auf Enttäuschung, Frustration oder Wut zurückgehen. Die drei Todsünden, die sich Arbeitnehmer dann häufig leisten: 1. Nur noch mit halber Kraft arbeiten. 2. Keine Sorgfalt mehr walten lassen 3. Über den alten Arbeitgeber herziehen. Für den Kündigenden heißt es vor allem jetzt: Bloß nicht in den „Nach mir die Sintflut“-Reflex geraten! Vorgesetzte reagieren dann häufig so, dass sie den Kündigenden auf Schritt und Tritt überwachen. Sie zweifeln offensichtlich zu recht an der Motivation der Person. Ein einigermaßen sorgenfreies Zusammenarbeiten ist dann auf beiden Seiten nicht mehr möglich. Zudem dürfte sich so ein Konflikt auch auf das Team auswirken.

  1. Der letzte hinterlassene Eindruck

Man muss sich sicherlich nicht verbiegen, aber bis zum Abschied sollten Kündigende sich so verhalten, dass der Arbeitgeber sich wünscht, dass die Kündigung nie passiert wäre. Ein konstruktives Miteinander muss weiterhin der Maßstab sein – helft dem Chef oder Kollegen bei Fragen zur Übergabe, führt Aufgabenprotokolle und dokumentiert Arbeitsschritte so, dass sie auch nach dem Austreten aus dem Job nachvollziehbar sind. Zudem sollte nicht vom neuen Arbeitgeber geschwärmt werden. Damit wird nämlich unweigerlich die Teammotivation runtergezogen, da der alte Arbeitgeber offensichtlich nicht mithalten kann. Das Lästern über alte Arbeitskollegen ist sowieso tabu! Das Auftreten sollte im besten Fall signalisisieren, dass die zurückliegende Beschäftigungszeit unterm Strich als gute Zeit wahrgenommen wird.

Wenn sich die Gelegenheit anbietet, können auch Gespräche mit jedem einzelnen Kollegen beispielsweise beim Mittag sinnvoll sein, in dem die gemeinsamen guten Momente hervorgehoben werden. Ein besonders gutes Vehikel, um sich einen Abschied mit Würde zu sichern, ist natürlich die Abschiedsmail an die Kollegen. Auch darin sollte Dankbarkeit zur Sprache kommen und keine Seitenhiebe fallen! Es ist offensichtlich, dass Menschen nicht vollständig rational sind und Emotionen auch immer eine Rolle spielen in ihrer Entscheidungsfindung. Und dennoch sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer in so einer Situation so professionell wie möglich sein, da die potenziellen Gewinne sehr bedeutend sind. Beide Parteien bekommen die Chance, sich völlig neu auszurichten und einen Neuanfang zu starten.

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