Kolumne

Was ist das richtige Gepäckstück für digitale Nomaden, Koffer oder Rucksack?

(Foto: Shutterstock)

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Wie man am besten unterwegs ist, ist abhängig davon, wie viel man reist – ob man eher Digital Expat oder Digital Nomad ist. Auch hier gilt: Das Praktische ist das Gute, nicht das Teure. Ein paar Tipps dazu.

Wer zu 100 Prozent als Digital Nomad unterwegs ist, also selten mehr als ein paar Wochen, maximal zwei oder drei Monate an einem Ort ist, dem empfehle ich einen guten Rucksack. Doch was macht einen Rucksack zu einem guten Rucksack? Auch auf die Gefahr hin, mich hier unbeliebt zu machen: Ein guter Rucksack muss und darf nicht teuer sein, sondern einfach gut. Image versus Praktikabilität …

Von Profis lernen

Wer ein Mal im Jahr ein paar Wochen durch ein Land oder einen Kontinent reist, der mag gerne einen qualitativ hochwertigen Marken-Rucksack nutzen. Wer hingegen dauerhaft unterwegs ist, nutzt besser einen Militärrucksack. Entweder einen Originalrucksack oder einen Nachbau. Der Grund ist ganz einfach: Diese Dinger werden gemacht, damit Menschen damit in den Krieg ziehen … Nein, ich bin absolut kein Militarist, ich bin Pazifist aus Überzeugung. Das heißt aber nicht, dass ich mir von diesen Profis nicht etwas abschauen kann.

Wenn ihr unterwegs seid, werdet ihr das oft beobachten können: Euer Gepäck wird nicht gerade mit Samthandschuhen behandelt. Ob Bus, Boot, Flug, Immigration oder welche Situation auch immer – ich konnte und kann mich meist entspannt zurücklehnen. Denn ich bin mit Army-Rucksäcken unterwegs. Während andere Mitreisende besorgt um ihr Gepäck waren, weil es mal eben 50 Meter über den Boden zum nächsten Bus geschleift wurde, war und ist mir das egal. Ich reise seit vielen Jahren entweder mit meinem großen Rucksack, einem Nachbau der schwedischen Armee, oder einem kleinen, einem Nachbau der dänischen Armee. Es sind Rucksäcke. Genau wie die von teuren Marken. Nur eben etwas robuster gebaut und verarbeitet. Den großen nutze ich jetzt schon seit neun Jahren. Der kleine Rucksack hält meist so zwei Jahre, dann besorge ich mir den nächsten.

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Wie gesagt, Army-Rucksäcke sind extrem robust. Die halten mehr aus als jedes Luxusmodell. Sind wasserfest und alles andere. Mein großer hat 120 Liter Fassungsvermögen – und hat 69 Euro gekostet. Mein kleiner hat 50 Liter und kostet 39 Euro. Den nutze ich am meisten, wenn ich mal einen zwei- oder dreiwöchigen Trip mache, deshalb nutzt er sich etwas mehr ab, aber das juckt mich nicht. Okay, ein Argument für ein High-End-Modell könnte sein, dass da ein Laptop-Fach integriert ist (in manchen Modellen sogar ein USB-Kabel …). Aber wer will seinen Laptop, sein Arbeitsgerät, in einem Rucksack wissen, der unter 30 anderen liegt und hin und her geschleift und geworfen wird. Das technische Equipment, das Wichtigste für einen digitalen Nomaden, gehört sowieso separat in einen Daypack. Zumal: Wenn man fliegt, dürfen Rechner nicht ins aufgegebene Gepäck … Das muss ins Handgepäck.

Geht mal in einen Outdoor-Ausrüster-Shop und schaut euch die Rucksäcke und alle anderen Accessoires an (Kulturbeutel, Regencape und so weiter) an. Dann direkt danach in einen Army-Shop (gibt es eigentlich in fast jeder mittleren bis größeren Stadt). Die Entscheidung danach wird euch sicherlich sehr leicht fallen … Lieber nicht online kaufen. Bedenkt, dass ihr damit auf dem Rücken die nächste Zeit unterwegs sein werdet. Da sollte und muss das vor Ort ausprobiert werden – Tragekomfort, Größe und Co.. Das Ding muss wie angegossen passen. Es ist durchaus normal, dass ihr damit mal 24 Stunden am Stück unterwegs seid.

Nie ohne meinen Packbeutel

So wichtig wie ein guter Rucksack ist auch ein kleiner Packbeutel. Wasserdicht – nicht wasserfest! Denn da gehören Smartphone, Pass, Geldbeutel mit EC- und Kreditkarten sowie wichtige Dokumente rein. Um es deutlich zu machen: Einmal wurde ich während der Monsun-Zeit auf einer Insel abgeholt. Die See war sehr rau, es schüttete in Strömen, das Taxi-Boot wollte deshalb nicht ganz an Land. Also musste ich durchs Wasser zum Boot laufen – mit dem Rucksack über dem Kopf. Und der Kopf war das Einzige, das noch aus dem Wasser schaute, bis ich ins Boot klettern konnte. Ich war komplett durchnässt, mein Rucksack blieb halbwegs trocken, doch der Packbeutel um meinen Hals schwamm sicher nebenher – alles sicher und trocken. Ja, das war eine Ausnahmesituation, doch ich war heilfroh, dass ich vorbereitet war.

Abhängig davon, wohin ihr eure Reise startet, ist auch die Frage nach Klamotten – und Schuhen … Versteht sich eigentlich von selbst, dass man im Winter in Skandinavien ganz andere Sachen braucht als für Bali. Ich bin hauptsächlich in wärmeren Gefilden unterwegs. Deshalb muss ich mir über Winterjacken oder Thermoausrüstung keine Gedanken machen. Mir reichen ein paar T-Shirts, zwei kurze Hosen, eine Jeans und eine dünne Regenjacke. Dazu ein paar leichte Stiefel, ein Paar Sneaker und Flip-Flops. Stiefel und Sneaker nutze ich sehr selten (hatte, glaube ich, vor sechs Monaten das letzte Mal Socken an …), höchstens wenn ich auf eine Trekking-Tour eingeladen werde oder so.

Was die Erfahrung lehrt

Ihr kennt das sicherlich: Wenn ihr aus dem Urlaub zurückkommt, stellt ihr fest, dass ihr viel zu viel Klamotten und Zeugs dabei hattet, dass mehr als die Hälfte nicht benutzt wurde. Oder? Bei mir war das so, dass ich von Jahr zu Jahr immer weniger mit in den Urlaub oder auf Reisen mitnahm. Letztlich hatte ich eh immer die gleichen Sachen an. Und waren die schmutzig, gingen sie morgens in die nächste Laundry und am Abend war alles gewaschen, getrocknet und gebügelt. Genau so ist es, wenn ihr als Digital Nomad um die Welt zieht. Haltet euch das vor Augen, wenn ihr auf einem Stapel alles zusammenlegt, was ihr mitnehmen wollt. Es ist ja auch nicht so, dass es nur in Deutschland Klamotten und Schuhe zu kaufen gibt …

… bleibt nur noch eine Frage

Koffer oder Rucksack? Das ist wieder die Frage, ob Nomad oder reisender Expat. Ich bin eine Mischung aus beidem; okay, mehr reisender Expat vielleicht. In ein paar Tagen geht es für mich weiter nach Vietnam. Da nehme ich meinen kleinen Rucksack mit. Wenn ich dort dann etwas gefunden habe, wo ich die nächste Zeit bleiben will, lasse ich mir meinen großen Rucksack einfach nachschicken. Das könnte genauso gut auch ein Koffer sein (hatte ich mal eine Zeit lang). Als Nomad nur mit Koffer unterwegs? Keine gute Idee … In Berlin auf der Straße, am Frankfurter Flughafen – da ist ein Rollkoffer praktisch. Aber definitiv nicht, wenn man damit einen Kilometer auf einer unbefestigten Sandstraße mit Schlaglöchern groß wie Esstische laufen muss. Macht euch also bewusst, was ihr machen wollt – Nomad oder reisender Expat. Dann wisst ihr auch, ob ihr einen Rucksack oder zwei, einen Koffer und einen kleinen Rucksack oder welche Kombination auch immer braucht.

Cheers, Rob

Du hast Lust, mehr über das Leben als digitaler Nomade zu erfahren? Kein Problem, bei Rob’n’Roll around the World liest du mehr!

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Ein Kommentar
Oliver Bock
Oliver Bock

Nomad! Dankeschön für den Artikel. Keep them coming .-)

Cheers Oliver

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