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Ratgeber

„Bau dir dein eigenes Amazon“: Der neue Shopware-Baukasten für Ökosysteme

(Foto: Shutterstock)

Shopware hat zum Shopware-Community-Day den gereiften bepado-Nachfolger vorgestellt: Shopware Connect. Zusammen mit der neuen Enterprise-Version lassen sich so einfache Sortimentserweiterungen oder hochkomplexe Marktplätze und Ökosysteme abbilden.

Der Softwarehersteller Shopware hat auf dem Shopware-Community-Day am 4. September nicht nur jede Menge Neuerungen an seinem Shopsystem „Shopware“ vorgestellt, sondern mit dem ehemals als „bepado“ bekannten „Shopware Connect“ und neuen Lösungen für „Shopware Enterprise“ auch eine Art Baukasten für Ökosysteme präsentiert.

Entstanden ist dabei ein Lösungsansatz, der für verschiedene Nutzer sehr interessant sein dürfte: zum einen für Onlinehändler, um ihr Sortiment schnell, einfach und nachhaltig zu erweitern, zum anderen für große Onlinehändler, die ihren Onlineshop zum Marktplatz ausbauen wollen oder für den Einsatz als Ökosystem – beispielsweise für Hersteller, Marken und Genossenschaften, die ihren angeschlossenen Fachhändlern eine E-Commerce-Plattform bieten wollen.

Shopware Connect: Sortimente erweitern oder Marktplätze und Ökosysteme errichten

Lieferanten und Händler miteinander vernetzen und Händler mit Händlern vernetzen, das ist der Grundgedanke des sozialen Händlernetzwerks bepado gewesen. Mit dem Netzwerk können schnell Handelsbeziehungen aufgebaut und das Händler-Sortiment im eigenen Onlineshop mit einem Klick um Produkte von Lieferanten oder anderen Händlern erweitert werden. Den Versand übernimmt dann der Lieferant oder der Händlerkollege. Zuletzt hat Shopware nannte ich die Erweiterung in Endkunden-Richtung beim damaligen Start, ein Traum, den Shopware jetzt beerdigt. Ab sofort wandert bepado zurück in den Shopware-Kosmos und wird unter dem Namen „Shopware Connect“ weiterbetrieben.

Shopware Connect verfügt über eine einfache grafische Oberfläche mit einer zentralen Übersicht und einer übergreifenden Timeline, die alle Ereignisse für diesen Händleraccount anzeigt, ein „Händlercockpit“ mit einer Übersicht der Key-Performance-Indikatoren, dem Punkt „Produkte“ mit der Produktverwaltung und dem Punkt „Kommunikation“, der für den Kontakt zu anderen Händlern und Lieferanten zuständig ist.

Shopware Connect ist über einen „normalen“ Shopware-Account zugänglich, eine separate Registrierung ist nicht mehr nötig – nur Händler, die andere Shopsysteme nutzen, müssen sich zuerst für den schon erwähnten Shopware-Account registrieren. Die Nutzung von Shopware Connect ist für Shopware-Nutzer über ein Modul, für Oxid eShop ebenfalls über ein Modul und für alle anderen über eine REST-API oder das Multichannel-Tool magnalister möglich.

Shopware Connect ist voraussichtlich ab November als Plugin auf dem Shopware-Marktplatz kostenfrei verfügbar.

Shopware Enterprise

Die Enterprise-Version von Shopware bekommt im Rahmen des Starts von Shopware-Connect auch zusätzliche Funktionalitäten, den von den nachfolgenden drei Anwendungsfällen sind zwei nur den Nutzern der Enterprise-Version vorbehalten: Marktplätze und Ökosysteme lassen sich nur von Nutzern der Enterprise-Version errichten.

Die drei Anwendungsfälle für Shopware Connect

1. Sortimentserweiterung für Onlineshops

Ein Onlinehändler, der Angelruten verkauft, könnte so beispielsweise die Produkte aus einem Onlineshop für Fisch-Köder ergänzen. Über Shopware Connect fragt der Angelruten-Händler bei dem Köder-Shop an, der Köder-Händler antwortet mit einem Angebot.

Um Angebote zu erstellen, versenden und zu empfangen stehen kaufmännische Workflows zur Verfügung: Auf- und Abschläge sowie Vorwärts- und Rückwärtskalkulationen. Der Anglershop bekommt also ein Angebot mit einem kalkulatorischen Vorschlag für einen Verkaufspreis und kann die Versandkosten des neuen Handelspartners sehen – denn den Versand übernimmt der Köder-Shop. Über einen sogenannten Product-Stream importiert der Anglershop jetzt die Köder, alle eingehenden Bestellungen werden automatisch an den Ködershop weitergereicht und alle Versand- und Bearbeitungsstati kommen als Antwort an den Ködershop zurück.

So kann dann letzlich der Warenkorb aussehen. Das Kernprodukt des Online-Händlers wurde ergänzt um ein passendes Buch. (Screen: shopware AG)
So kann dann letzlich der Warenkorb aussehen. Das Kernprodukt des Online-Händlers wurde ergänzt um ein passendes Buch. (Screen: shopware AG)

2. Onlineshop in einen Marktplatz umwandeln

Ein großer Onlineshop, der sein Sortiment extrem erweitern und dazu Handelspartner integrieren will, kann so über einen zentralen Shop, Checkout, Produktsuche und Bestellsammlung ein Angebot aufbauen, wie es etwa von Amazon bekannt ist. Shopware Connect übernimmt dann die dezentrale Verteilung der Bestelleingänge. Die Versandkosten, Lieferzeiten und Rückgabeabwicklung können dabei für jeden Marktplatzteilnehmer individuell eingestellt werden.

(Screenshot: Shopware)
Eine zentrale Enterprise-Instanz stellt den einheitlichen Shop und Checkout für alle angeschlossenen Händler. (Screenshot: Shopware)

3. Ein Ökosystem errichten

In manchen Fällen ist ein Marktplatz nur eine Vorstufe zu einem Ökosystem. Das Fallbeispiel einer Einkaufsgenossenschaft verdeutlich, was damit gemeint ist: Rund 1.800 in einem Verbund zusammengeschlossene Händler brauchen eine E-Commerce-Plattform. Damit noch nicht genug, denn manche wollen einen eigenständigen Onlineshop mit eigenem Sortiment – und wieder andere wollen lieber nur Umsätze aus einem zentralen Marktplatz mitnehmen.

Dafür kann mit einer zentralen Shopware-Installation als Hauptinstanz, Shopware Connect und der neuen Mandanten-, Rollen- und Rechteverwaltung in Shopware Enterprise eine Lösung geschaffen werden. Die Mandantenverwaltung ermöglicht es, Shopware-Shops schnell zu duplizieren, wobei dieses Feature auch für Testumgebungen genutzt werden kann. Die zusätzlichen Instanzen könnten die angeschlossenen Fachhändler auch als Mietshop-Lösung von Shopware erwerben. Die zentrale Mandantenverwaltung beinhaltet ebenfalls eine Zentralisierung von Updates, Pflege und kaufmännischen Auswertungen und Analysen.

Shopware-Connect ermöglicht dann eine zentrale Aussteuerung von Sortimenten, eine zentrale Bestellerfassung und die Bereitstellung von ci-konformen Inhalten. Händler mit einer eigenständigen Shopware-Instanz können dabei selbst Artikel aus ihrem eigenen Sortiment hinzufügen, alle anderen Händler treten einfach nur als „Marktplatzteilnehmer“ auf. Das integrierte Social Network hilft genauso wie bei der einfachen Händlerintegration bei der Kommunikation mit den Händlern.

Ein Ökosystem dieser Art kann, wie am Beispiel der Einkaufsgenossenschaft gerade deutlich gemacht, für Genossenschaften, Einkaufsverbunde und Franchisesysteme sinnvoll sein, aber ebenso für Marken, die ein Fachhandelsnetzwerk haben und für diese Fachhändler ein Distributionsnetzwerk mit vielen Onlineshopsystemen realisieren wollen – für jeden Händler einen eigenen Shop.

(Screenshot: Shopware)
Das Enterprise-Dashboard enthält die Mandantenverwaltung. Neben der simplen Duplizierung von Shops wird dort auch geregelt, welche Zugriffsrechte ein bestimmter Nutzer innerhalb des Ökosystems haben soll. (Screenshot: Shopware)

Das kostet Shopware Connect

Ein Verbindung zwischen Lieferant und Händler – und umgekehrt – bezeichnet Shopware als Product-Stream. Die Kommunikation läuft dabei technisch in beide Richtungen, für die Abrechnung ist es jedoch wichtig zu verstehen, dass die Produkte dabei nur in eine Richtung fließen dürfen. Sonst handelt es sich um einen weiteren Product-Stream.

Ein Beispiel: Der Anglershop aus dem vorhergehenden Beispiel nimmt die Köder vom Fisch-Köder-Shop in sein Sortiment auf und verkauft sie – das zählt für beide Handelspartner als ein Product Stream. Nimmt jetzt aber noch der Fisch-Köder-Shop Angelruten vom Anglershop in sein Sortiment auf, ist das ein zweiter Product-Stream.

Die ersten drei Product-Streams sind frei, jeweils drei weitere Streams kosten monatlich 19,99 Euro.

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3 Reaktionen
Uwe Keim

Habe es gerade nochmals ausprobiert. Das CMS ("Shopseiten") und die Blog-Funktionalität sind ja immer noch eine riesige Zumutung.

Wer konzipiert denn so eine Usability und wer kann es bedienen?

Antworten
Niklas

Weil das auch die Kernkompetenzen eines Shop-Systems sind. Nicht.

Antworten
Uwe Keim

Schade.

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