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Solarkraftwerk im All: China will Sonnenenergie im großen Stil zur Erde übertragen

Die Idee ist nicht neu, aber China geht den Bau eines großen Solarkraftwerks im All jetzt konkret an. Erste Tests sowie der Bau der Basisstation sollen bis Jahresende abgeschlossen sein.

2 Min. Lesezeit

Orbitale Solarkraftwerke könnten auch nachts Strom für die Erde liefern. (Foto: NicoElNino/Shutterstock)

Schon 1941 hatte der Science-Fiction-Autor Isaac Asimov in seiner Kurzgeschichte „Reason“ die Idee eines Solarkraftwerks beschrieben, das die so gesammelte Energie per Mikrowellenstrahlen auf Planeten überträgt. Ein reales Verfahren zur Übertragung von Energie aus einem orbitalen Sonnenkraftwerk zur Erde ließ sich der Ingenieur Peter E. Glaser 1973 patentieren. Seitdem wurde zu dem Thema viel geforscht, vor allem in den USA und Japan. Bisherige Konzepte waren aber meist zu teuer in der Umsetzung. Jetzt startet China einen neuen Versuch.

Tests mit Ballons in 300 Metern Höhe

Aktuell baut das Land eine Basisstation auf der Erde, die die aus dem All gesendeten Mikrowellen in Strom umwandeln soll. Die Fertigstellung ist für Ende dieses Jahres geplant. Ebenfalls bis Ende 2021 sollen erste Übertragungstest laufen, für die die chinesischen Wissenschaftler:innen Helium-Fesselballons in eine Höhe von 300 Metern schicken wollen. Später sollen Tests in zwei Kilometern Höhe stattfinden. Ab 2030 soll dann eine kleine Teststation im All die Machbarkeit der Umwandlung von Solarenergie in Mikrowellen sowie den Empfang der Strahlen auf der Erde und die Rückumwandlung testen.

Erst 2050 soll dann – laut bisherigem Plan – ein riesiges Solarkraftwerk im Orbit sein – und Solarstrom im Gigawatt-Bereich produzieren. Das Konzept für das geplante orbitale Solarkraftwerk stammt aus dem Jahr 2010. Mehrmals wurden die Vorbereitungen aus finanziellen oder politischen Gründen gestoppt, wie The Register berichtet. Im Juni habe das Projekt aber endgültig grünes Licht erhalten.

Solarenergie für Mondforschungsstation

Das Projekt wurde maßgeblich von der Universität Chongqing vorangetrieben. Die Basisstation Bishan Base entsteht eine knappe Autostunde von der Uni entfernt in Bishan, nahe der Metropole Chongqing. Die Technologie soll übrigens auch die Stromversorgung der geplanten chinesisch-russischen Internationalen Mondforschungsstation, an der auch die Esa mitwirkt, sicherstellen.

An einem ähnlichen Projekt arbeitet derzeit auch das California Institute of Technology (Caltech). Die Caltech-Forscher:innen haben im Rahmen des „Space-based Solar Power Project“ (SSPP) schon entsprechende Prototypen entwickelt, die 2023 im Weltall getestet werden sollen. Der große Vorteil der Technologie: Anders als auf der Erde stünde Sonnenlicht für die Umwandlung in Strom im Weltall rund um die Uhr zur Verfügung – nahezu unabhängig von Uhrzeit und Wetterbedingungen.

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