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Analyse

Spectacles: 4 Gründe, warum die Snapchat-Brille im Gegensatz zur Google Glass ein Erfolg wird

Als Snapchat vor zwei Wochen mit dem Verkauf seiner Kamera-Brille Spectacles begann, sah sich die Tech-Branche sofort an die Google Glass erinnert – die scheiterte. Aber die Spectacles sind anders.

Von HORIZONT Online
3 Min.
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(Screenshot: Youtube)

Das coole Gadget könnte zum echten Erfolg werden und die Kamera-Brille als gesellschaftlich akzeptierten Alltagsgegenstand etablieren. Der Grund: Snapchat macht im Gegensatz zu Google einiges besser. Das sind die vier wichtigsten Punkte.

Design

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Anders als die Datenbrille von Google sehen Spectacles tatsächlich aus wie gewöhnliche Brillen, in diesem Fall eben Sonnenbrillen. Sie kommen relativ modisch daher, perfekt für die ohnehin junge Zielgruppe des Unternehmens, und sind in drei verschiedenen Farben erhältlich. Die 2012 von Google auf den Markt gebrachten Glasses sahen im Vergleich dazu sehr futuristisch aus: Silbernes Gestell, rahmenlose Gläser und ein opulentes Display im Sichtfeld des rechten Auges haben aus dem Gadget nicht gerade ein optisches Highlight gemacht. Träger der Google Glasses sahen nicht selten aus wie Cyborgs und wurden mit ihrem Gadget auf der Nase gesellschaftlich nicht akzeptiert, immerhin konnte man nun unauffällig Videoaufnahmen vom Gegenüber machen. Schnell machte deshalb das Wort „Glassholes“ die Runde – die Reputation des Produktes war schnell dahin.

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Bild: Snap

Snapchat hat aus diesem Fehler gelernt. Die Spectacles sind in ihrem Design nicht nur sehr viel einfacher und anschaulicher, sondern senden zudem ein blinkendes Licht ab, sobald der Träger ein Video oder Foto aufnimmt. Umstehende Personen wissen also Bescheid, wenn sie gefilmt werden.

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Preis

Die Google Glass kostete bei ihrer Markteinführung in einer ersten „Explorer Edition“ etwa 1.500 US-Dollar, also so viel wie ein hochwertiger Computer. Nicht verwunderlich also, dass die smarte Brille in erster Linie von wohlhabenderen Geeks und Tech-Journalisten gekauft und verwendet wurde. Sie mussten zudem Mitglied eines exklusiven Clubs namens „Glass Explorer“ werden und ihre Glass-Erfahrungen mit dem Suchmaschinenreisen teilen. Der Zugang zur Snapchat Spectacle ist dagegen sehr viel demokratischer, wenn auch nicht unbedingt einfacher (siehe Punkt 3) – aber vor allem ist er um einiges günstiger. Die Spectacles kosten 129 US-Dollar und sind damit etwa genauso teuer wie eine Sonnenbrille von Ray Ban. Kein Wunder also, dass für die Snapchat-Kamerabrille die Menschen Stunden Schlange stehen, so wie in Kalifornien (siehe Tweet).

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Marketing

Als ob der niedrige Preis noch nicht genug wäre, hat sich Snap, der Mutterkonzern von Snapchat, eine geniale Marketing-Aktion für sein Gadget einfallen lassen. Die Kamera-Sonnenbrille wird nur über sogenannte Snapbots verkauft – quietschgelbe Verkaufsautomaten, die quer durch das Land wandern und nur für ein paar Stunden an ihrem Platz stehen. Die interessierten Käufer werden über den nächsten Aufenthaltsort der Snapbots im Unklaren gelassen und müssen auf einer eigens dafür eingerichteten Website selbständig nachschauen, wo sie denn nun stehen. Das Ergebnis dieser künstlichen Verknappung: riesige Warteschlangen vor den Automaten und ein großes mediales Echo. Sollten die Spectacles künftig auch online oder im Einzelhandel erhältlich sein, wäre die kommerzielle Nachfrage bereits geschaffen.

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Es ist aber davon auszugehen, dass Snap mit den Spectacles gar kein kommerzielles Interesse verfolgt – zumindest nicht kurzfristig. Denn wenn das so wäre, würde das Unternehmen die Brillen nicht in geringer Stückzahl über Automaten verkaufen. Viel eher dient die kuriose Verkaufsaktion dazu, den Hype um die Marke zu pushen, immerhin peilt Snap im Frühjahr 2017 den Börsengang an und kann die Aufmerksamkeit sehr gut gebrauchen.

Funktionsweise

Mit dem Launch von Google Glass im Jahr 2012 machte das Unternehmen mehrere Fehler. Zum einen ging Google mit einer Betaversion der Gadgets in den Markt und musste sich entsprechende Kritik an dem unfertigen Produkt gefallen lassen. Außerdem überzeugte die Brille nicht gerade mit guten Akkulaufzeiten und einfachem Setup. Aber noch viel wichtiger: Der Endkonsument sah in diesem Produkt keinen realen Mehrwehrt. Kein Wunder, denn die Google Glass wurde entwickelt, ohne ein bestimmtes Problem lösen zu wollen. Sie war als Verlängerung eines Android-Devices gedacht, das die Informationen dupliziert, und zwar in das unmittelbare Sichtfeld des Nutzers. In Wirklichkeit aber wechselten die Glass-Träger viel lieber zu ihrem Smartphone, wenn eine wichtige Mail ankam.

Die Spectacles funktionieren anders. Im Gegensatz zu Google hat sich Snap bei der Konzeption seiner Kamera-Brille auf eine einzige Funktion beschränkt: Bild- und Video-Aufnahme. Es gibt keine Augmented-Reality-Funktionen. Der aufgenommene Inhalt lässt sich anschließend über Snapchat direkt an Freunde verschicken. Heißt: Anders als Google positioniert Snap sein Gadget nicht als Hightech-Endgerät, sondern als Spielzeug, wie es selbst CEO Evan Spiegel sagt. Nutzer sollen mit der Snapchat-Brille keine E-Mail beantworten oder Anrufe entgegennehmen, sondern ihre Freunde beim Football oder sich selbst auf dem Motorrad filmen. Das alles macht aus Snapchats Kamera-Brille ein Lifestyle-Produkt, das die Zielgruppe anspricht, einen echten Mehrwert bietet und gerne genutzt wird.

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Kommentare (6)

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Noscho

Unfassbar hässlich. Wie eine Klobrille auf der Nase.

Brech

Produkt für Vollpfosten

Sven

Wenn mich einer mit dem Ding auf der Nase anschaut, wird von mir freundlich darauf hingewiesen, ob er freiwillig, nachweislich dafür sorgt, dass die Fotos/Filme mit mir gelöscht werden oder ob er sich gerne mit meinem Anwalt unterhalten möchte!

Unfassbar! Wiedermal ein Unternehmen, welches notwendige Privatsphäre mit Füßen treten möchte!

Gast

Ihr vergleicht Äpfeln mit Birnen.
Es ist wenig verwunderlich, dass eine Google Glass, die nie für den Massenmarkt gedacht war, nicht beim Massenmarkt ankommt.

Kevin

Am Ende des Beitrags wird doch genau das gesagt…

Danke für den Beitrag. Ich habe wieder nichts mitbekommen! =)

andy.mustermann

Könnt ihr nicht mal wieder etwas sachlicher werden? Der Artikel ist im Konjunktiv formuliert der Titel aber nicht. Dieser ist somit nicht nur falsch, sondern kommt auch noch arrogant rüber.

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