Fundstück

„Designer sind nur eine Übergangserscheinung im 20. und 21. Jahrhundert“

Smartphone-Designer Philippe Starck. (Foto: TED/Youtube)

Stardesigner Philippe Starck hat zuletzt ein Smartphone für den chinesischen Hersteller Xiaomi entworfen. Trotzdem glaubt er nicht, dass seine Berufsgruppe noch eine große Zukunft hat.

Für den französischen Stardesigner Philippe Starck ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis seine Berufsgruppe ausstirbt. „Unser Beruf war nur eine Übergangserscheinung im 20. und 21. Jahrhundert“, sagte Starck der Süddeutschen Zeitung am Rande des Mobile World Congress in Barcelona. „Wir haben Dinge besser gemacht, indem wir sie verschönerten. Aber wenn man Produkte nicht mehr sieht, werden wir nicht mehr gebraucht.“

Warum Designer überflüssig werden

Seine Begründung für die gewagte These: die zunehmende Entmaterialisierung beim Design von Smartphones und anderen Elektronikprodukten. Neue Funktionen und neue Hardware benötigten immer weniger Platz. „Der erste Computer war so groß wie ein Haus, heute sind sie so groß wie Kreditkarten. Der nächste Schritt ist etwas, das ich als Bionismus bezeichne. Das Produkt wird im Inneren des Menschen sein“, erklärte Starck weiter. Designer würden damit – so wörtlich – überflüssig.

Philippe Starck, 1949 in Paris geboren, gilt als einer der bekanntesten Produktdesigner der Gegenwart. Zu seinen vielbeachteten Arbeiten gehören zum Beispiel das Motorrad Motó 6.5 des Herstellers Aprilia, eine Schuhkollektion mit Puma und eine Computermaus für Microsoft. In den vergangenen Jahren betätigte sich Starck auch als Gestalter von Smartphones. Das Modell Mi Mix 2 des chinesischen Herstellers Xiaomi geht auf seinen Entwurf zurück. Zudem war Stark maßgeblich am Entwurf der Luxusyacht für den 2011 verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs beteiligt.

„Was Handys angeht, ist Apple erledigt“

Zum Design von Apple äußert sich Starck heute jedoch kritisch. „Apples Design ist stark von Dieter Rams Ideen aus den fünfziger Jahren inspiriert. Daran ist nichts besonders“, so Starck. Apples Erfolg basiere allein auf dem Gespür für Marketing von Steve Jobs, der ein Universum aus Musik, Apps und ähnlichen Dingen geschaffen habe. Auf die Frage, was die fehlenden Impulse des verstorbenen Apple-Gründers für de Unternehmen bedeuten, sagt Starck: „Was Handys angeht, ist Apple erledigt – und das wissen sie auch. Deswegen versuchen sie sich jetzt auch an anderen Dingen.“

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8 Kommentare
Matthias
Matthias

Es gibt ja zum Glück noch viele andere Dinge als elektronische Geräte, die Design nötig haben. Und selbst für die braucht es weiterhin gutes Design bei den graphischen Benutzeroberflächen.

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NanoPolymer
NanoPolymer

Da ist der Tellerrand aber scheinbar ziemlich groß. Bezogen rein auf elektronische Geräte wie Smartphone etc. mag das stimmen, aber das ist so ein ganz ganz kleiner Teil was designt werden kann.

Ich glaube nichts das UI Designs Genauso wegfallen wie die Geräte. Was ist zb mit Gebäuden innen und außen, Zeitschriften, Verpackungen naja ich denke das muss ich nicht weiter ausführen.

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Noch ja, aber wie lange denn noch?

Was wir gut finden oder nicht, also Formen kann man doch auch jetzt schon ausrechnen. Also gibt man eine KI den Auftrag schlechte und gute formen zu einer Form zu vereinen.

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Rion
Rion

Der Mann hat nicht verstanden was Design ist.

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Lara
Lara

Er ist einer der bedeutendsten Designer unserer Zeit und weiß sehr genau was Design ist.

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Hans
Hans

Haha. Philippe Starck ist ein überbewerteter Pseudo-Designer für BILD-Zeitungsleser, der unsere Zunft durch seine misratenen Entwürfe in den Dreck zieht.
Der Typ spielt Designer, für Leute, die keine Ahnung von design haben.

Rion
Rion

Mir ist ziemlich egal was er ist, er Wüst es nicht verstanden.
Er bezieht Design nur auf die Form und ist engstirnig in seinem eigenen kleinen Bereich unterwegs und denkt dass nur dort Designer gebraucht werden. Dem ist absolut nicht so. Design ist alles andere als ne Form und ne Farbe. In dem Beruf gibt es leider nur viel zu viele eingebildete Idioten wie ihn, die meinen ihr Beruf bestehe nur aus schönen Förmchen und Eimern mit Farbe.
Design ist mehr Funktion als Form und den Bereich übersieht er komplett.

Schau dir mal die z. B. MacBooks an, die sind schlicht und fast schon öde, alles ist nur auf die gewünschte Funktion hin optimiert, das Trackpad ist riesig, keine schnöden Schnörkel oder andere „Design-Elemente“ wie du sie bei nahezu allen anderen Notebooks findest. Sowas mag mal helfen um einen Umschwung zu erzielen, aber gutes Design läuft immer auf eine hohe Funktinalitat raus, das ist auch das was Dieter Rahms Ideen ausmachen und nur weil sie aus den 50ern sind, sind sie noch lange nicht überholt.

Sascha
Sascha

Haha…was für ein überbewerteter Typ… Seine Zeit ist leider vorbei… faselt von Apples Design Zeitalter Dieter Rams und entwirft ein Smartphone, was genau aussieht wie ein iPhone von Apple…

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