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Startup Karla will die Paketzustellung effizienter machen

Das Startup Karla will dafür sorgen, dass möglichst viele Pakete auf Anhieb beim ersten Versuch zugestellt werden können – und versucht dafür, Händler, Paketdienstleister und Endkund:innen an einen Tisch zu bekommen. Kein leichtes Unterfangen.

4 Min. Lesezeit
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Philippe Padrock und Frederik Schröder, Gründer von Karla. (Foto: Karla)

Das Berliner Startup Karla ist ein auf die Post-Purchase-Phase spezialisiertes Technologieunternehmen, das es den Kund:innen ermöglichen soll, Lieferungen zu verfolgen und zeitlich und örtlich anzupassen. Das Unternehmen will damit an der Schnittstelle zwischen Onlinehändlern, Endkund:innen und Logistikdienstleistern vermitteln – und es den Endkund:innen ermöglichen, ihr Paket zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Liefer- oder Ablageort zu erhalten.

Karla will frustrierende Lieferprozesse beenden

Die Berliner Gründer gaben jetzt eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 3,4 Millionen Euro bekannt. 468 Capital und La Famiglia sowie bekannte Business-Angels wie Jochen Engert (Flix Mobility), Oliver Merkel (Flink) und Florian Gschwandtner (Runtastic) investierten nach Angaben der beiden Unternehmer Philippe Padrock und Frederik Schröder in das neu gegründete Startup. Bis zur Vermarktung der App soll mit dem eingesammelten Kapital das Team in den Bereichen Produkt, Design, Growth und Technologie stark erweitert sowie Schlüsselpositionen im Führungsteam besetzt werden.

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Karla hat sich zum Ziel gesetzt, frustrierende Lieferprozesse von Online-Bestellungen zu beenden und für alle Beteiligten komfortabel und stressfrei zu gestalten. Die Karla-App, deren Launch im Laufe des Jahres geplant ist, soll auf intelligente Art und Weise die drei genannten Player verbinden – und nur wenn das in größerem Umfang auch klappt, dürften sich genügend Kunden finden, die bereit sind, eine weitere App zu installieren.

Schnittstelle zwischen Händlern und Empfängern

Denn auch wenn Philippe Padrock, einer der beiden Gründer von Karla, erklärt, dass Verbraucher:innen hier ja eine zentrale Anlaufstelle für ihre Bedürfnisse haben, werden diese das Ganze eher als zusätzliche Instanz sehen, die sie mit Daten füttern müssen. Das Ziel ist es, die Kundenerfahrungen nach dem Check-out maßgeblich zu verbessern.

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Verbraucher:innen und Onlineshops können schnell und einfach nachvollziehen, wo sich ihre Onlinebestellungen befinden, und haben die Möglichkeit, Lieferdetails und Zeitfenster anzupassen. Darüber hinaus sollen die Kund:innen zukünftig Rücksendungen, Reklamationen und Erstattungen ebenfalls über die App abwickeln können.

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Für die Händler ist das Ganze allerdings auch nur dann interessant, wenn sich auf diesem Weg, wie Padrock es betont, „das Kundenerlebnis, das der Händler ja mit der Übergabe an den Versender teilweise aus der Hand gibt“, nachhaltig verbessern lässt. Denn kommt das Paket buchstäblich beim Kunden oder der Kundin nicht gut an, erhöht das die Retourenrate und führt dazu, dass möglicherweise nicht mehr beim selben Versender bestellt wird – obwohl dieser eigentlich nichts falsch gemacht hat.

Und auch die großen Logistikdienstleister geben ja prinzipiell zwar dank offener API-Schnittstellen Zugriff auf ihre Systeme – doch ob sich daraus ein Benefit für die anderen Beteiligten ergibt und ob umgekehrt DHL und Co. von dem profitieren, was die Karla-Nutzer vielleicht an Daten beisteuern, steht auf einem anderen Blatt.

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Logistiker bieten schon heute Zugriff auf die API

Padrock glaubt, dass ein Dienst wie Karla die Kund:innenbindung nachhaltig unterstützt: „Nach einer schlechten Liefererfahrung verliert ein Onlineshop im Durchschnitt zwei Drittel aller Kunden. Wenn wir aber den Kund:innen die Möglichkeit bieten, den Lieferstatus ihrer Bestellung jederzeit zentral einzusehen und Lieferdetails wie zum Beispiel das Lieferzeitfenster nach individuellen Bedürfnissen anzupassen, steigert dies die Zufriedenheit über den Lieferprozess. Beschwerden bei Onlinehändlern und Zahlungsdienstleistern über verlorene Pakete oder verfehlte Zustellungen werden so reduziert.“

Laut einer aktuellen Accenture-Studie fordern 90 Prozent der Kund:innen, den Lieferstatus ihrer Online-Bestellung verfolgen zu können, um die Zustellung mit ihrem oftmals eng getakteten Alltag vereinen zu können. Karla aggregiert die Daten und soll den Zugriff auf intuitives Tracking über alle Logistikunternehmen und Onlineshops hinweg vereinfachen. Doch das Unternehmen denkt noch weiter. Frederik Schröder, Mitgründer von Karla, erklärt, dass es dabei nicht nur um die Paketdienstleister gehe. „Gerade auf der letzten Meile hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es eine Reihe von Neuerungen wie zentrale Ablagepunkte, Paketboxen oder weitere Spielarten der Logistik gibt.

Hier sprechen wir mit den Anbietern und werden in den nächsten Jahren das Kundenerlebnis beim Empfangen von Sendungen verbessern.“ Denn insbesondere wenn die Zahl der Paketsendungen weiter ansteigt – eine BCG-Studie rechnet bis 2025 mit einem Volumen von 200 Milliarden Paketen pro Jahr – brauche es intelligentere und effizientere Lösungen bei der Zustellung von Paketen für die Verbraucher:innen.

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Zustellung beim ersten Versuch ist Grundlage für Rentabilität

Frederik Schröder, Mitgründer von Karla, beobachtet außerdem, dass die Logistikindustrie mit dieser Entwicklung des Onlinehandels noch nicht Schritt gehalten habe. Die Branche nutze Technologien noch nicht in ausreichendem Maße, um kundenzentrierte Lösungen anzubieten. Zustellungen seien nach wie vor ineffizient organisiert, insbesondere auf der letzten Meile. „Doch je öfter die Logistikdienstleister auf Anhieb und im ersten Versuch ein Paket auch zustellen können, umso eher geht die Rechnung auf, bleibt das Geschäft rentabel. Hierzu kann Karla beitragen.“

Doch ob für die beiden Gründer die Rechnung aufgeht, hängt stark davon ab, wie sie es schaffen, die Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Logistikunternehmen müssen – und das ist keine leichte Aufgabe bei Großunternehmen – davon überzeugt werden, dass die hier entstehenden Daten zu den eigenen Daten passen, die diese ja selbst generieren. Und die Händler müssen bereit sein, für eine solche Dienstleistung zu zahlen, was ebenfalls nicht selbstverständlich ist.

Und last, but not least müssen die Kund:innen irgendeinen Sinn darin sehen, ihr Nutzungsverhalten anbieterübergreifend preiszugeben. Denn prinzipiell kann ein datenbasiertes System sehr viel dazu beitragen, dass Pakete auf Anhieb bei Kund:innen landen, doch das erfordert die Mitwirkung und die Offenbarung persönlicher Daten – in Deutschland kein leichtes Geschäft.

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