Analyse

Supermarkt im Netz: Was die Kunden suchen und was sie stattdessen bekommen

Der Supermarkt im Netz: Die Studie untersucht elf große deutsche Lebensmittelketten. (Foto: Maxx-Studio/Shutterstock)

Danach suchen die Deutschen beim Thema Supermarkt und darüber sprechen sie in Facebook, Twitter und Co. Doch die Lebensmittelketten selbst setzen teilweise auf andere Themen.

Die großen Supermärkte und Discounter nutzen das Internet und die Social-Media-Netzwerke inzwischen vermehrt zur Kundenbindung und als Informationsmedium für den Kunden. Doch nicht immer ist das, was die Ketten bieten, auch das, wonach der Kunde sucht oder worüber er sich austauschen will. Der Suchmaschinenmarketer SEMrush hat hierzu zusammen mit dem Social-Listening-Anbieter Brandwatch eine umfassende Auswertung realisiert. Dabei wurde das Online-Suchverhalten und die Online-Gespräche von Deutschen zum Thema Supermärkte untersucht. In der Analyse näher betrachtet wurden die elf Supermarktketten Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Marktkauf, Netto, Norma, Penny, Real, Rewe und Tegut.

Supermarkt im Internet: Danach googeln die Deutschen, wenn es um den Lebensmittelhandel geht. (Grafik: SEMrush)

Gesucht wird am häufigsten nach Sonderangeboten

Zunächst haben SEMrush und Brandwatch untersucht, wonach die Kunden am häufigsten suchen, wenn es um den jeweiligen Supermarkt geht. Dafür wurden die jeweils hundert am höchsten gerankten Suchergebnisse zur jeweiligen Suche ausgewertet. 39,4 Prozent der Suchanfragen befassten sich mit den aktuellen Angeboten. Besonders hoch ist dieser Wert im Vergleich zu den anderen Ketten bei Aldi Süd mit 70,7 Prozent und Aldi Nord mit 54,6 Prozent sowie bei Penny mit 58,2 Prozent. 23,1 Prozent der Suchanfragen bezogen sich auf die Suche nach einer bestimmten Filiale oder Adresse. Immerhin noch 10,6 Prozent waren Navigationsanfragen.

Bei 9,84 Prozent ging es um die Suche nach dem jeweiligen Online-Shop – und das auch bei Supermärkten, die noch kein oder nur ein rudimentäres Online-Lieferangebot haben. Absoluter Spitzenreiter ist Lidl mit dem fast fünffachen Suchvolumen gegenüber den Mitbewerbern. Insofern wenig verständlich erscheint der Schritt des Unternehmens, seine Online-Strategie mit Lidl-Express einzustellen und seine Online-Aktivitäten zu reduzieren.

Über den Discounter-Supermarkt Lidl wird online am häufigsten gesprochen

Spannend ist auch ein Blick auf die Supermärkte, über die am häufigsten in sozialen Netzwerken gesprochen wird: Hier liegen Lidl mit rund 45.000 Erwähnungen und Rewe mit gut 35.000 Erwähnungen im Untersuchungszeitraum weit vor der Konkurrenz. Das dürfte mit den durchaus gelungenen Social-Media-Strategien der beiden Unternehmen zu tun haben, die in den letzten Monaten öfter für Lacher gesorgt hatten.

Betrachtet man die Social-Media-Kommunikation aus den jeweiligen Häusern selbst, geht es vor allem um Gewinnspiele (51 Prozent) und Rezepte (32 Prozent), während über Produkte (10 Prozent) und Angebote (7 Prozent) nur am Rande gesprochen wird. Dabei sind gerade die Angebote (26 Prozent) das, was die Nutzer deutlich mehr interessiert als die Rezepte (für die sich gerade einmal 4 Prozent erwärmen können).

Kommunikation rund um den Supermarkt: Bei Facebook und Twitter hat der Kunde offenbar andere Interessen als das Social-Media-Team denkt. (Grafik: SEMrush)

Unterm Strich zeigt die Auswertung, dass die großen Supermärkte und Discounter in Deutschland eine starke Präsenz in der Websuche und bei Social Media haben. Wenn sie Onlineshopping anbieten, wird dies von den Kunden gut angenommen, wie das große Suchvolumen bei den betreffenden Einzelhandelsketten fürs Onlineshopping zeigt. Die Strategie der Discounter, Kundenbindung und Werbung stark auf Aktionen und Sonderangebote zu stützen, funktioniert auch online hervorragend.

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