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Telegram als Hehlerplattform: Italiener verteilt 1.000 Impfzertifikate

Die Mailänder Polizei ermittelt gegen einen 19-Jährigen. Der soll gestohlene Impfzertifikate im großen Stil auf Telegram verteilt haben. Die Sache ist kein Einzelfall – auch nicht in Deutschland. 

2 Min. Lesezeit

Der Markt mit gefälschten und geklauten Impfnachweisen boomt. (Foto: Ralf Liebhold / Shutterstock)

3G-Regel hier, 2G-Regel da, und womöglich kommt doch noch die Impfpflicht: Der Markt mit gefälschten Impfnachweisen boomt. Vor allem die Messenger-Plattform Telegram ist ein beliebter Umschlagsplatz für geklaute QR-Codes und Impfzertifikate – und ein 19-jähriger Italiener hat diese im großen Stil verteilt.  

Rund 1.000 Impfzertifikate von geimpften, ahnungslosen Bürger:innen hat er auf Telegram verteilt, und zwar an „so viele Personen wie möglich“, wie das Online-Magazin „Future Zone” sein polizeiliches Geständnis zitiert. Er habe sie im Internet gefunden und zusammen mit zwei anderen Männern heruntergeladen. Die beiden wurden, ebenso wie der 19-Jährige, wegen Hehlerei angezeigt.  

Interessent:innen müssen für falsche Impfnachweise nicht mehr ins Darknet

Der Polizei zufolge wurde die Wohnung des jungen Manns durchsucht. Er soll auch an der Organisation von Demonstrationen gegen die 3G-Regelung beteiligt gewesen sein. Diese gilt in Italien seit Mitte Oktober auch am Arbeitsplatz.  

Ein Einzelfall ist die Angelegenheit leider nicht. In den vergangenen Tagen sind Tausende Impfzertifikate von Italienern im Internet gelandet, wie „Rai News” berichtet. Von dort aus könnten sie ganz einfach heruntergeladen werden, wie die dortige Datenschutzbehörde anmerkt. Einer Verbreitung an Impfgegner:innen steht dann nicht mehr viel im Wege. Denn dank Telegram müssen Interessent:innen nicht einmal mehr ins Darknet, um ungeimpft an einen Impfnachweis zu gelangen. 

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Auch in Deutschland sind gefälschte und gestohlene Impfnachweise ein Problem

Auch in Deutschland blüht der Markt mit gefälschten oder gestohlenen Impfausweisen. Wie auch in Italien hat sich Telegram als Abschlagsplatz hierfür entwickelt. Dem „Bayerischen Rundfunk” zufolge werden digitale Impfzertifikate oder gelbe Impfpässe mit gefälschtem Eintrag zur Covid-Impfung für bis zu 450 Euro pro Stück angeboten – oft sei der Preis aber auch niedriger.  

Dem BR zufolge würden die Anbieter solcher Nachweise an die Zertifikate gelangen, indem sie sich in die europäische Datenbank hacken würden. Die Polizei warnt auch davor, seinen Impfausweis oder QR-Code auf Social Media zu posten. Anhand der Chargen-Nummer des Impfstoffes könnten die Betrüger den Nachweis für eine Covid-Impfung viel leichter fälschen.  

Gefälschter Impfpass: Diese Strafen drohen in Deutschland

Noch in dieser Woche soll laut Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP eine Änderung des Strafgesetzbuches in Kraft treten. Damit ist nicht nur der Verkauf, sondern auch das Kaufen und Besitzen eines gefälschten Impfnachweises eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet wird. Gewerbsmäßigen Verkäufern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

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