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Tesla: Elon Musk kündigt Solarplatten zur Miete an – nächstes Jahr auch in Europa

Zuletzt hatte Tesla die Solarsparte gegenüber der E-Automobilität vernachlässigt. Mit der Mietoption spricht Tesla nun einen neuen Kundenkreis an. (Foto: dpa)

Tesla Solar gibt es schon ab 50 US-Dollar im Monat. Nach einigen Strategiewechseln soll Teslas Solarsparte durch das Mietprogramm wieder aufholen.

Tesla-Chef Elon Musk hat einen Relaunch von Tesla Solar mit einem Mietprogramm angekündigt. „Mit der neuen, günstigeren Preisgestaltung von Tesla ist es so, als hätte man einen Gelddrucker auf dem Dach, wenn man in einem Staat mit hohen Stromkosten lebt“, schrieb Musk am Sonntag auf Twitter. Man könne die Solarplatten mit nur einem Klick bestellen und jährlich 500 Dollar an Stromkosten sparen, ohne sich langfristig zu verpflichten. „Kaufen ist immer noch besser, aber die Mietvariante macht die Wirtschaftlichkeit offensichtlich“, schrieb Musk. Auf die Frage einer Twitter-Nutzerin antwortete er, dass Tesla Solar nächstes Jahr auch nach Europa komme.

Die Photovoltaik-Systeme werden aktuell in sechs verschiedenen Staaten in drei standardisierten Größen angeboten – 3,8 Kilowatt, 7,6 Kilowatt und 11,4 Kilowatt. Hausbesitzer zahlen eine monatliche Gebühr für die Nutzung der Platten, abhängig vom Wohnort beträgt diese 50 oder 65 Dollar für die kleine Variante und 195 Dollar für die größte Variante. Die Installation und Wartung sind im Preis enthalten, vorab muss ein Pfand in Höhe von 99 US-Dollar hinterlegt werden. Der Vertrag kann kurzfristig gekündigt werden, für die Entfernung der Solarplatten fallen dann allerdings 1.500 Dollar an. Laut Tesla mache das Unternehmen damit allerdings keinen Profit, sondern decke lediglich die eigenen Kosten.

Das Solargeschäft hatte bisher niedrige Priorität

Der schnelle Ausbau des Photovoltaik-Leihgeschäfts soll offenbar neuen Schwung in die vernachlässigte Solarsparte von Tesla bringen. Tesla hatte im November 2016 die Übernahme des Solar-Unternehmens Solarcity für 2,6 Milliarden Dollar abgeschlossen, was schon damals von manchen Branchenkennern als riskant eingeschätzt wurde. Die Anzahl der Neuinstallationen und auch des Marktanteils sank in der folgenden Zeit. Hatte Tesla im 4. Quartal 2018 noch Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 73 Megawatt installiert, so fiel dieser Wert auf 47 Megawatt im 1. Quartal 2019 und 29 Megawatt im 2. Quartal 2019. Das ist ein Rückgang um 65 Prozent vergleichen mit dem Vorjahreswert. Im ausgesprochen guten 4. Quartal 2015 lag dieser Wert noch bei 253 Megawatt.

Außerdem hatte Tesla die hohen Vermarktungskosten der Solarprodukte in mehreren Schritten reduziert. So stellte das Unternehmen 2017 das Haustürgeschäft mit rund 1.000 Vertretern ein, im Jahr darauf auch eine Kooperation mit der Baumarkt-Kette Home Depot. Daraus folgte, dass die Konkurrenz für Teile der Bevölkerung deutlich sichtbarer war.

Offenbar hatte die Solar-Energie gegenüber dem Kerngeschäft der E-Automobilität bei Tesla eher niedrige Priorität. In der zweiten Hälfte von 2018 wurde die Produktion von Speichersystemen für die Photovoltaik eingeschränkt, um sich auf die Produktion des Tesla Model 3 zu konzentrieren.

Eine neue Strategie für Tesla Solar

In einer Mitteilung zum ersten Quartal 2019 kündigte Tesla dann einen grundsätzlichen Strategiewandel an. Mit einem standardisierten Produktangebot, einem einfachen Ablauf der Onlinebestellung und einem Fokus auf die wirtschaftlichsten Märkte wollte Tesla günstige Preise anbieten und wieder präsenter auf dem Photovoltaik-Markt werden. Das Dokument benennt auch die Strategie, dass Kunden nach der Hinterlegung von einem kleinen Pfand direkt beginnen können, Gewinn zu machen. „So sollte es für niemanden einen Grund geben, keine Solarplatten auf dem Dach zu haben“, heißt es im Quartalsbericht.

Laut Elon Musk soll das Mietsystem kommendes Jahr auch in Europa erhältlich sein. Auf der Website von Tesla gibt es schon die Möglichkeit für Hausbesitzer in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern, eine Bestellung abzugeben. Das andere wichtige Photovoltaik-Projekt von Tesla, Solar Roof, scheint hingegen immer noch äußerst langsam anzulaufen. Die Solar-Dachschindel, die sich optisch kaum von anderen Schindeln unterscheidet, wurde schon 2016 vorgestellt. Doch noch diesen August berichtete das Magazin Business Insider über Kunden, die ein Jahr lang auf die Auslieferung von Solar Roof warteten, ohne dass Tesla ihnen einen Termin hätte zusagen können.

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2 Kommentare
Torsten der Zauberer
Torsten der Zauberer

Bevor man sich hierzulande zu früh freut, etwas Korinthenkackerei: Der Hausbesitzer ist davon null tangiert, nur für einen Hauseigentümer wäre das interessant. Und ob der, solange er nicht mit dem Besitzer identisch ist, an dieser Lösung immer ein Interesse hätte? Deutschland ist vor allem ein Mieterland…

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Silverbeard
Silverbeard

Eine Mietlösung mit garantiertem Rückbau ist vielleicht genau der kleine Anstoss, der noch fehlt, um die Wippe in die richtige Richtung gehen zu lassen. Viele Hausbesitzer wollen keine Photovoltaikanlage wegen der organisatorischen Arbeit, die sie damit hätten bis die Anlage steht, den Kaufkosten und den Unsicherheiten, weil sie niemanden kennen, der gute Erfahrungen mit solchen Anlagen gemacht hat.

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