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Ratgeber

Karriere-Guru Tim Ferriss verrät, wie er mentalen Stress in den Griff bekommt

Tim Ferriss war lange großem mentalem Stress ausgesetzt. (Foto: Timothy Ferriss)

Karriere-Guru und Bestseller-Autor Tim Ferriss war während seiner Uni-Zeit großem mentalen Stress ausgesetzt – und ist daran fast zerbrochen. Doch er hat daraus gelernt.

Mentaler Stress begegnet einem im Leben auf vielfältige Weise: Ärger mit Vorgesetzten oder in der Beziehung, zu viele Verpflichtungen, aber auch Geldprobleme können zu hoher gedanklicher Angespanntheit führen. Die Sorgen des Gestressten begleiten ihn durch den gesamten Tag – von motiviertem und fokussiertem Arbeiten kann dann oft keine Rede mehr sein. Aber auch im Familienleben kann schlechte Laune und Gereiztheit jeglichen Frieden stören. Im vergangenen Jahr hat die Techniker Krankenkasse (TK) in Zusammenarbeit mit Forsa eine Studie zum Status Quo in Deutschland durchgeführt: Unter Männern sorgt die Arbeit für den höchsten Stresspegel. Die Frauen stören sich besonders an den hohen Ansprüchen an sich selbst.

Dass negativer Stress sich auf die mentale Gesundheit auswirkt und kein Dauerzustand sein sollte, haben Forscher hinlänglich belegt. So auch in der TK-Studie. Die Forscher warnen, dass vor allem ab dem 40. Lebensjahr die Menschen häufiger kollabieren, sofern sie nicht gelernt haben, mit aufkommenden Belastungen richtig umzugehen. Jemand, der bereits in jungen Jahren eine Phase des enormen psychischen Stresses ausgesetzt war und seine Lehren daraus zog, ist Bestseller-Autor Tim Ferriss („Die 4-Stunden-Woche“). Während seiner Studienzeit in Princeton sah sich der Karriere-Guru sogar einer schweren Depression ausgesetzt, die während ihres Höhepunktes zu Suizid-Gedanken führte.

Unliebsame Aufgaben nicht länger aufschieben

Unliebsame Aufgaben ständig aufzuschieben führt zu Stress. Tim Ferriss rät dazu, sie anzupacken. (Foto: Timothy Ferriss)

Laut Ferriss, der über seine Erkrankung öffentlich auf seinem eigenen Blog sprach, haben ihn Ärger in der Universität, Beziehungsschwierigkeiten, ein schwindendes Selbstvertrauen und schlechte Jobaussichten regelrecht abstürzen lassen. In einem kürzlich erschienen TED-Talk macht er deutlich, wie wichtig es ist, derartige Probleme nicht totzuschweigen, sondern sie aktiv zu adressieren. Er hat Strategien entwickelt, um mit mentalem Stress umzugehen, und kann heute auf ein zufriedenes Leben und eine erfolgreiche Karriere blicken. Der US-Amerikaner gibt Tipps, wie Menschen immer wieder aufkommenden Phasen der enormen Anspannung begegnen sollten. Ratschläge aus erster Hand sozusagen.

„Setzt euch jeden Tag einen Zeitraum für eure dringendsten und stressigsten Aufgaben.“

Vor allem hinsichtlich seines Studiums und des hohen Arbeitsaufkommens, dem Ferriss ausgesetzt war, kam er zu dem Schluss, dass es enorm wichtig sei, die richtigen Prioritäten zu setzen. Er empfiehlt, sich regelmäßig den Aufgaben zu widmen, die im Alltag am unangenehmsten wahrgenommen werden. Oft seien dies auch die Elemente, die ständig von einer Aufgabenliste zur nächsten wechseln. Sobald die ausgemacht sind, sollen sich die Personen die folgenden zwei Fragen stellen: „Wenn dies das einzige wäre, was ich heute erreicht hätte, wäre ich dann zufrieden?“ und „Macht das Abhaken der jeweiligen Aufgabe alle anderen To-dos weniger wichtig oder hilft es sogar, sie einfacher zu erledigen?“

Sobald diese Fragen ein klares „Ja!“ nach sich ziehen, sollte sie als wichtige Aufgabe gelten. „Plant mindestens zwei bis drei Stunden ein, um euch komplett und ausschließlich auf das To-do zu konzentrieren“, erklärt Ferriss und rät dazu, sich gezielt die Umgebung für ungestörtes Arbeiten zu schaffen. „Setzt euch jeden Tag einen Zeitraum für eure dringendsten und stressigsten Aufgaben. Ihr beginnt, die Elemente abzubauen, die am meisten Unbehagen verursachen.“ Für den Experten ist klar: Sind diese Stressverursacher erst einmal erledigt, lebt es sich nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Alltag wieder entspannter. Die Dinge nehmen schlicht keinen gedanklichen Raum mehr ein, so Ferriss.

Stress verarbeiten durch Reden

Dass Stress jedoch auch außerhalb des Jobs angegangen werden muss, weiß der Karriere-Guru ebenso und macht deutlich, dass „härteres Arbeiten nicht immer die richtige Antwort“ sei. Viele Menschen glauben, dass sie privatem Stress durch lange Bürozeiten entkommen könnten. Morgens früher zur Arbeit zu gehen und abends noch die ein oder andere Überstunde einzulegen, um sich abzulenken, sei absolut keine Lösung. Vielmehr plädiert Tim Ferriss dafür, das Gegenteil in Betracht zu ziehen. Um langfristig mentalem Stress zu entgehen, muss auch das Privatleben in Takt sein, rät der Experte. Ferriss gibt zwei Tipps: 1. Regelmäßig Freunde treffen – etwa bei einem gemeinsamen Dinner. Und 2. Sport treiben – und zwar mindestens 20 Minuten am Tag.

„Härteres Arbeiten ist nicht immer die richtige Antwort!“

Beide Ratschläge zahlen auf eine wichtige Sache ein, die essenziell bei der Stressverarbeitung ist. „Mit etwas Abstand zum vorliegenden Problem wird der eigene Verstand diesbezüglich präziser und ihr entwickelt neue Perspektiven, um Herausforderungen anzugehen“, verrät Ferriss. Wer also nicht ständig die Gedanken wälzt, sondern dem Geist durch unterhaltende Gespräche mit anderen Menschen oder körperlicher Ertüchtigung eine Pause gönnt, verbeißt sich nicht zu sehr in mögliche Probleme. Das solle nicht heißen, dass Sorgen verdrängt werden, sondern dass sie nicht die Überhand gewinnen. Mentaler Stress fußt auch und gerade darauf, dass die Welt überwiegend anstrengend und kaum leicht wahrgenommen wird, so Ferriss.

Ein großer Teil seiner Genesung ließe sich zudem darauf zurückführen, dass er über seine Ängste und Probleme gesprochen habe. Anders als noch vor einigen Jahren sei es heute gesellschaftlich anerkannt, zuzugeben, dass etwas nicht stimmt. Dass man der Arbeitsbelastung oder dem eigenen Anspruch nicht mehr gerecht wird, dass es im Privaten nicht gut läuft und dass man Hilfe braucht. Zu Zeiten seines Vaters, so Tim Ferriss, wurden Probleme noch verdrängt und haben dadurch zu einem enormen mentalen Stress bis hin zu Depressionen geführt. „Auch deshalb hat man sich damals häufiger in Alkohol geflüchtet“, ordnet er ein. Mit einem Profi, dem Partner oder einem guten Freund darüber zu reden, helfe enorm. Man fühle sich weniger allein, fügt er hinzu.

Übrigens, den Burnout meistern durch MBSR? Mit Achtsamkeitstraining lässt sich tatsächlich Stress reduzieren. Unternehmen wie Google haben das längst erkannt. Lies auch: Stress bewältigen durch Achtsamkeit: So lässt sich der Berufsalltag meistern

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